Japanische Sommer-Erfrischung mit Eis

Die Top 7 Sommergerichte in Japan

Der Sommer in Japan ist heiß, feucht und oft schweißtreibend. Besonders in Städten wie Tokyo, Osaka oder Kyoto können hohe Temperaturen und eine starke Luftfeuchtigkeit den Appetit auf schwere Mahlzeiten schnell verschwinden lassen. Trotzdem spielt Essen auch während der heißesten Monate eine wichtige Rolle im japanischen Alltag.

Viele japanische Sommergerichte sind leicht, erfrischend und werden kalt serviert. Nudeln, Tofu, knackiges Gemüse und eisgekühlte Desserts gehören deshalb fest zur japanischen Sommerküche. Gleichzeitig gibt es auch kräftigere Speisen, die neue Energie für heiße Tage liefern sollen.

Doch was essen die Menschen in Japan, wenn die Temperaturen steigen? Wir stellen dir einige der beliebtesten japanischen Sommergerichte vor.

1. Sōmen: Dünne Nudeln für heiße Tage

Sōmen (そうめん) sind sehr dünne Weizennudeln, die im Sommer kalt serviert werden. Nach dem Kochen werden die Nudeln mit kaltem Wasser abgespült und häufig auf Eis angerichtet.

Gegessen werden Sōmen mit einer leichten Würzsauce, die meistens auf Sojasauce, Dashi und Mirin basiert. Dazu kommen je nach Geschmack verschiedene Beilagen wie:

  • Frühlingszwiebeln
  • geriebener Ingwer
  • Sesam
  • Shiso
  • Nori
  • Myōga

Durch die kalte Temperatur und die leichte Sauce eignen sich Sōmen besonders gut für Tage, an denen man nur wenig Appetit hat.

Eine besondere Variante ist Nagashi Sōmen. Dabei fließen die Nudeln durch eine lange Bambusrinne mit kaltem Wasser, und die Gäste versuchen, die vorbeischwimmenden Nudeln mit Essstäbchen aufzufangen. Dieses sommerliche Erlebnis wird häufig in Restaurants, bei Veranstaltungen oder in ländlichen Regionen angeboten.

2. Hiyashi Chūka: Kalte Ramen mit bunten Zutaten

Hiyashi Chūka (冷やし中華) bedeutet sinngemäß „gekühltes chinesisches Gericht“. Dabei handelt es sich um kalte Ramen-Nudeln mit verschiedenen frischen Zutaten und einer leichten Sauce.

Typische Zutaten sind:

  • Gurke
  • Tomate
  • dünn geschnittenes Omelett
  • Schinken oder Hähnchen
  • Beni Shōga
  • Mais
  • Garnelen

Die Sauce besteht häufig aus Sojasauce, Reisessig, Sesamöl und etwas Zucker. Es gibt auch cremige Varianten mit einer Sesamsauce.

Hiyashi Chūka ist bunt, frisch und abwechslungsreich. Viele Restaurants bieten das Gericht nur während der warmen Monate an. Taucht das entsprechende Schild im Schaufenster auf, gilt dies für viele Menschen in Japan als Zeichen dafür, dass der Sommer begonnen hat.

3. Zaru Soba und Zaru Udon: Kalte Nudeln mit Dip

Auch Soba und Udon werden im japanischen Sommer gerne kalt gegessen. Zaru Soba besteht aus gekühlten Buchweizennudeln, die auf einem Bambussieb serviert werden. Zaru Udon wird auf ähnliche Weise zubereitet, verwendet aber dickere Weizennudeln.

Die Nudeln werden portionsweise in eine kalte Tsuyu-Sauce getaucht. Frühlingszwiebeln, Wasabi, geriebener Rettich und Nori sorgen für zusätzlichen Geschmack.

Die Unterschiede zwischen den beiden Varianten sind deutlich:

  • Soba sind dünner und besitzen ein leicht nussiges Aroma
  • Udon sind dicker und haben eine weichere, elastische Konsistenz
  • beide Gerichte werden kalt und mit einer separaten Sauce serviert

Zaru Soba und Zaru Udon sind unkompliziert, sättigend und trotzdem nicht zu schwer. Dadurch gehören sie zu den beliebtesten Mahlzeiten während des japanischen Sommers.

Kalte Zaru Soba auf einem Bambussieb mit Dip-Sauce

4. Yakisoba: Der Klassiker auf japanischen Sommerfesten

Yakisoba (焼きそば) gehören zu den bekanntesten Gerichten auf japanischen Sommerfesten. Die gebratenen Nudeln werden an Yatai-Straßenständen direkt vor den Augen der Besucher auf großen heißen Platten zubereitet.

Typische Zutaten sind:

  • Kohl
  • Karotten
  • Schweinefleisch
  • eingelegter Ingwer
  • Aonori
  • würzige Yakisoba-Sauce

Obwohl Yakisoba heiß serviert werden, sind sie eng mit dem japanischen Sommer verbunden. Besonders bei Matsuri und Feuerwerksfesten verbreitet sich der Duft der gebratenen Nudeln über das gesamte Veranstaltungsgelände. Gemeinsam mit Takoyaki, Okonomiyaki und Kakigōri gehören sie zu den beliebtesten Speisen auf japanischen Sommerfesten.

Gebratene Yakisoba-Nudeln von einem Straßenstand

5. Unagi: Aal für neue Energie

Nicht alle japanischen Sommergerichte werden kalt serviert. Unagi, also gegrillter Süßwasseraal, ist eines der bekanntesten Beispiele.

Der Aal wird gegrillt, mit einer süßlichen Sauce bestrichen und meistens auf Reis serviert. Dieses Gericht wird Unadon oder Unajū genannt, abhängig von der verwendeten Schale.

Traditionell essen viele Menschen Unagi am Doyō no Ushi no Hi, dem „Tag des Ochsen“ im Hochsommer nach dem traditionellen japanischen Kalender. Der kräftige Aal gilt als nahrhaft und soll dabei helfen, die anstrengende Sommerhitze besser zu überstehen.

Unagi besitzt einen intensiven Geschmack und ist deutlich gehaltvoller als kalte Nudelgerichte. Gerade deshalb wird es gerne gegessen, wenn der Körper nach langen, heißen Tagen neue Energie benötigt.

Gegrillter Unagi-Aal auf Reis (Unadon)

6. Sommergemüse, Edamame und leichte Beilagen

Im japanischen Sommer werden viele saisonale Gemüsesorten verwendet. Dazu gehören Gurken, Tomaten, Auberginen, Okra, Paprika und Gōya, eine bittere Melone, die besonders mit Okinawa verbunden wird.

Gōya Chanpurū ist ein bekanntes Gericht aus Okinawa. Die Bittermelone wird unter anderem mit Tofu, Ei und Fleisch angebraten. Der bittere Geschmack ist ungewöhnlich, wird aber von vielen Menschen gerade im Sommer geschätzt.

Auch Edamame sind eine beliebte sommerliche Beilage. Die jungen Sojabohnen werden gekocht, leicht gesalzen und direkt aus der Schote gegessen. Sie gehören häufig zu einem entspannten Sommerabend oder einem Besuch im Izakaya.

Weitere leichte Sommerbeilagen sind:

  • eingelegte Gurken
  • kalte Tomaten
  • Wakame-Salat
  • Sunomono mit Essig
  • gedämpfte oder gegrillte Auberginen

Die Kombination aus frischem Gemüse, leichten Dressings und kleinen Portionen macht diese Speisen besonders angenehm bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Gesalzene Edamame, junge Sojabohnen in der Schote

7. Kakigōri: Japanisches Eis gegen die Sommerhitze

Kakigōri (かき氷) ist eines der bekanntesten japanischen Sommerdesserts. Dafür wird Eis sehr fein geraspelt und mit aromatisiertem Sirup übergossen.

Klassische Geschmacksrichtungen sind:

  • Erdbeere
  • Melone
  • Zitrone
  • blauer Hawaii-Sirup
  • Matcha
  • Uji Kintoki mit Matcha und roten Bohnen

Einfache Varianten findest du auf Sommerfesten, an Verkaufsständen und in kleinen Geschäften. Moderne Kakigōri-Cafés servieren aufwendig dekorierte Kreationen mit frischen Früchten, Sahne, Pudding oder besonderen Saucen.

Das fein geraspelte Eis besitzt eine lockere Konsistenz und schmilzt schnell im Mund. Dadurch unterscheidet sich Kakigōri deutlich von klassischem Speiseeis.

Kakigōri, japanisches Raspeleis mit Sirup

Weitere beliebte Erfrischungen im japanischen Sommer

Neben den klassischen Sommergerichten gibt es zahlreiche Getränke, Snacks und Süßspeisen, die an heißen Tagen beliebt sind.

Dazu gehören unter anderem:

  • kalter Grüntee
  • Mugicha aus gerösteter Gerste
  • Ramune-Limonade
  • Wassermelone mit etwas Salz
  • Warabi-Mochi
  • kaltes Anmitsu mit Früchten
  • japanisches Eis am Stiel

Mugicha wird häufig ungesüßt getrunken und besitzt ein mildes, leicht geröstetes Aroma. Viele japanische Familien bewahren während des Sommers eine Kanne davon im Kühlschrank auf.

Wassermelone gehört ebenfalls fest zum japanischen Sommer. Eine besondere Tradition ist Suikawari. Dabei versucht eine Person mit verbundenen Augen, eine auf dem Boden liegende Wassermelone mit einem Stock zu treffen.

Japanisches Eis am Stiel als sommerliche Erfrischung

Fazit: Leichte Gerichte für den japanischen Sommer

Die japanische Sommerküche ist frisch, vielseitig und eng mit der Jahreszeit verbunden. Kalte Nudeln, Tofu, Sommergemüse und fein geraspeltes Eis sorgen auch an besonders heißen Tagen für Genuss.

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