Aomori zu Fuß entdecken: Geschichte, Hakkōda Maru und Meerblick

Aomori zu Fuß entdecken: Geschichte, Hakkōda Maru und Meerblick

Aomori lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Die Innenstadt ist flach, die Wege sind kurz, und fast alle Ziele liegen entlang der Bucht aufgereiht. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unseren zweiten Tag und erzählen die Geschichte des Museumsschiffs, das im Hafen liegt.

Warum sich ein Stadtspaziergang lohnt

Vom Bahnhof aus erreichst du zu Fuß innerhalb weniger Minuten das Nebuta-Museum, den dreieckigen Aussichtsturm am Hafen, die Markthalle mit der Apfelkelterei und das Museumsschiff. Alles liegt an der Uferpromenade. Du brauchst also weder Bus noch Taxi, und die Reihenfolge kannst du dir nach Wetter und Öffnungszeiten legen.

Ein Tipp vorweg: Am Wasser ist es spürbar windiger und kühler als in der Stadt, auch im Sommer. Nimm eine leichte Jacke mit.

Das Geschichtsmuseum

Wir haben mit dem Geschichtsmuseum begonnen, wo es angenehm leer war. Beeindruckend sind vor allem die Schiffsnachbauten, die die maritime Vergangenheit der Stadt greifbar machen. Aomori war über Jahrhunderte vor allem eines: ein Hafen.

Schiffsnachbau im Aomori GeschichtsmuseumAusstellung im Aomori Geschichtsmuseum

Pause an der Bucht

Danach ging es ans Ufer. Auch hier war es ruhig, ein schöner Kontrast zu den vollen Metropolen weiter südlich. Wer möchte, kann über die Rampe auf die Bay Bridge hinaufgehen, von dort hast du den besten Blick über Hafen und Stadt.

Uferpromenade an der Aomori-Bucht

Die Hakkoda Maru und ihre Geschichte

Das Museumsschiff im Hafen sieht auf den ersten Blick aus wie eine gewöhnliche Fähre. Tatsächlich steckt darin ein Stück japanische Verkehrsgeschichte.

Bis 1988 gab es keine feste Verbindung zwischen der Hauptinsel Honshu und Hokkaido. Wer nach Norden wollte, musste die Meerenge mit der Fähre überqueren. Die Hakkoda Maru war eine dieser Seikan-Fähren und fuhr von 1964 bis 1988 zwischen Aomori und Hakodate.

Das Besondere: Sie transportierte nicht nur Menschen, sondern ganze Eisenbahnwaggons. Im Rumpf liegt ein Gleisdeck, auf das die Waggons rangiert wurden. Genau dieses Deck kannst du heute begehen, samt der originalen Fahrzeuge darauf. Das ist der eindrucksvollste Teil des Besuchs und der Grund, warum sich das Ticket lohnt.

Der Betrieb endete 1988, als der Seikan-Tunnel eröffnet wurde, ein knapp 54 Kilometer langer Tunnel unter der Meerenge. Er war jahrzehntelang der längste Unterwassertunnel der Welt, und heute fährt der Shinkansen hindurch. Die Fähren wurden damit überflüssig.

Ein ernster Teil gehört zu dieser Geschichte dazu: 1954 sank eine Schwesterfähre in einem Taifun, mehr als tausend Menschen kamen ums Leben. Diese Katastrophe war einer der Gründe, warum Japan den Bau des Tunnels vorantrieb.

Praktisches zum Besuch: Der Eintritt liegt bei rund 500 Yen, geöffnet ist meist tagsüber bis in den frühen Abend, im Winter kürzer und mit Ruhetagen. Vom Deck aus hast du einen schönen Blick auf Brücke und Bucht.

Museumsschiff Hakkoda Maru in AomoriBlick von der Hakkoda Maru auf die Brücken

Sushi am Abend

Den Tag haben wir mit Sushi ausklingen lassen. In Aomori liegt das nahe: Die Stadt lebt vom Meer, und die Qualität ist entsprechend. Wer es günstiger mag, geht vormittags auf den Markt und stellt sich dort seine eigene Fischschüssel zusammen, wie wir es im Reiseguide beschrieben haben.

Frisches Sushi in AomoriSushi am Abend in Aomori

Der Spaziergang auf einen Blick

  1. Vormittags ins Museum, solange es leer ist.
  2. Weiter an die Uferpromenade, bei gutem Wetter auf die Brücke hinauf.
  3. Nachmittags auf die Hakkoda Maru, unbedingt hinunter aufs Gleisdeck.
  4. Abends Sushi in Bahnhofsnähe.

Rechne mit einem halben bis ganzen Tag, je nachdem, wie lange du in den Museen bleibst.

Praktische Tipps

  • Öffnungszeiten vorab prüfen, mehrere Häuser haben feste Ruhetage, im Winter zusätzlich kürzere Zeiten.
  • Leichte Jacke einpacken, am Wasser weht fast immer Wind.
  • Bargeld für kleine Eintritte und Marktstände bereithalten.
  • Das Gleisdeck der Fähre ist eng und hat Stufen, festes Schuhwerk ist angenehmer.

Häufige Fragen

Kann ich Aomori zu Fuß erkunden? Ja, alle Hauptziele liegen an der Bucht in Laufweite vom Bahnhof.

Was kostet die Hakkoda Maru? Rund 500 Yen, geöffnet meist tagsüber, im Winter kürzer.

Warum liegt dort ein Fährschiff als Museum? Weil bis 1988 alle Reisenden nach Hokkaido mit der Fähre übersetzen mussten. Erst der Seikan-Tunnel machte das überflüssig.

Was ist das Highlight an Bord? Das begehbare Gleisdeck im Rumpf mit den originalen Eisenbahnwaggons.

Wie viel Zeit brauche ich? Einen halben Tag für den Spaziergang, mit beiden Museen einen ganzen.

Fazit

Aomori ist eine Stadt zum Gehen: flach, ruhig und mit allen Zielen an einer Kette entlang der Bucht. Das Museumsschiff ist dabei mehr als ein Fotomotiv. Wer unten im Rumpf zwischen den Eisenbahnwaggons steht, versteht auf einen Blick, wie Japan vor dem Tunnel funktionierte.

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