Beppu Onsen Guide: Anreise, Beppu Hatto und Höllen im Überblick
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Beppu auf Kyushu ist die Onsen-Hauptstadt Japans. Überall in der Stadt steigt Dampf aus dem Boden, es gibt weit über hundert Bäder, von der schlichten Gemeindebadestube bis zum Außenbecken mit Meerblick. Dieser Guide zeigt dir, wie du hinkommst, was die acht Onsen-Viertel unterscheidet, was die Höllen kosten und wie du beides sinnvoll an einem Tag verbindest.
Anreise
- Ab Tokio, Osaka oder Kyoto: mit dem Sanyo-Shinkansen bis Kokura, dort in den Limited Express Sonic umsteigen, der bis Beppu fährt.
- Ab Fukuoka: direkt mit dem Sonic ab Hakata, rund zwei Stunden.
- Ab dem Flughafen Oita: mit dem Airportbus, der auch in Kannawa hält.
- Vor Ort: Busse verbinden die Viertel Kannawa, Myoban und Kankaiji, im Zentrum kommst du zu Fuß weit. Für die Höllen und die Bergviertel lohnt sich ein Tagesticket für den Bus.

Baden in Beppu
Die Vielfalt ist der eigentliche Reiz: schlichte Holzbäder, milchige Schwefelquellen, Schlammbäder, Sandbäder und Dampfbäder liegen teils wenige Minuten auseinander. Viele Gemeindebäder kosten nur ein bis zwei hundert Yen.
Die wichtigsten Regeln:
- Vor dem Baden im Sitzen gründlich duschen.
- Ohne Badebekleidung baden, das kleine Handtuch bleibt außerhalb des Wassers.
- Lange Haare hochbinden, leise sprechen, nicht springen.
- Bei Tätowierungen vorher fragen oder abdecken, die Regeln sind von Haus zu Haus verschieden.
Alles Weitere dazu steht in unserem Beitrag zu Japans heißen Quellen.
Nicht verpassen: Das Takegawara Onsen von 1879 ist das Wahrzeichen der Badekultur der Stadt. Neben dem normalen Bad gibt es dort ein Sandbad, bei dem du in einem Yukata liegst und mit heißem, vulkanisch erwärmtem Sand bedeckt wirst. Ein zweites Sandbad liegt direkt am Strand.
Für Ehrgeizige: Es gibt eine offizielle Stempelrallye. Wer 88 verschiedene Bäder besucht und abstempeln lässt, wird offiziell als Onsen-Meister geführt.
Die acht Onsen-Viertel
- Beppu Onsen: zentral am Bahnhof, viele Stadtbäder, gut für den ersten Abend.
- Kannawa Onsen: das dampfendste Viertel, berühmt für Jigoku Mushi, das Garen im Onsendampf.
- Myoban Onsen: Schwefel und Alaun, milchiges Wasser, dazu die strohgedeckten Hütten, in denen die Yunohana-Kristalle gewonnen werden.
- Kankaiji Onsen: am Hang gelegen, viele Bäder mit Blick über Stadt und Bucht.
- Kamegawa Onsen: weiches Chloridwasser, angenehm für die Haut.
- Shibaseki Onsen: historische Dampfbäder, der Überlieferung nach von mehreren Kaisern besucht.
- Horita Onsen: rustikal und ursprünglich, seit der Edo-Zeit bekannt.
- Hamawaki Onsen: gilt als Wiege der Badekultur Beppus, mit alten Gemeindebädern.

Die Höllen von Beppu
Die sieben Jigoku sind Thermalquellen zum Anschauen, nicht zum Baden. Das Wasser ist teils über 90 Grad heiß.
Das Wichtigste zur Planung: Fünf der sieben Höllen liegen dicht beieinander in Kannawa und sind zu Fuß zu schaffen. Die beiden anderen, der Blutsee Chinoike und der Geysir Tatsumaki, liegen rund drei Kilometer entfernt im Viertel Shibaseki. Dafür brauchst du Bus oder Auto. Plane das ein, sonst stehst du unversehens auf der falschen Seite der Stadt.
- Geöffnet sind sie in der Regel von 8 bis 17 Uhr.
- Der Einzeleintritt liegt bei rund 450 Yen pro Hölle.
- Es gibt ein Kombiticket für alle sieben zu etwa 2.200 Yen. Ab drei Höllen lohnt es sich.
Die sieben im Überblick:
- Umi Jigoku: die Meereshölle mit leuchtend blauem Wasser, die schönste der sieben. Am Rand gibt es ein kostenloses Fußbad.
- Oniishibozu Jigoku: blubbernde Schlammblasen, benannt nach den kahl geschorenen Köpfen von Mönchen.
- Kamado Jigoku: die Kochkesselhölle mit mehreren Becken und kleinen Vorführungen.
- Oniyama Jigoku: hier werden Krokodile in der Wärme der Quelle gehalten. Die Haltung ist nicht jedermanns Sache, wer damit fremdelt, lässt diese Hölle aus.
- Shiraike Jigoku: der weiße Teich mit milchigem Wasser.
- Chinoike Jigoku: der Blutsee, rot gefärbt durch eisenhaltigen Ton. Die älteste dokumentierte Quelle Japans.
- Tatsumaki Jigoku: ein Geysir, der etwa alle halbe Stunde ausbricht.






Essen und Erleben
- Jigoku Mushi: In Kannawa garst du Gemüse, Eier und Meeresfrüchte selbst im heißen Quellendampf. Es gibt eine öffentliche Garstation, an der du Zutaten kaufst und selbst hineinstellst.
- Toriten: Hähnchen in Tempurateig, die Spezialität der Präfektur Oita.
- Dango-jiru: herzhafte Suppe mit breiten Teigbändern, das klassische Hausmannsgericht der Region.
- Yunohana: die Mineralkristalle aus Myoban, ein sehr gutes Mitbringsel, damit kannst du zu Hause ein Onsen-Bad nachstellen.
Vorschläge für die Zeitplanung
Ein Tag:
- Vormittags die fünf Höllen in Kannawa zu Fuß.
- Mittags Jigoku Mushi im selben Viertel.
- Nachmittags mit dem Bus nach Myoban, dort baden.
- Abends zurück ins Zentrum, Takegawara Onsen oder Sandbad.
Zwei Tage: Tag eins wie oben, Tag zwei Chinoike und Tatsumaki in Shibaseki, danach Kankaiji mit Aussicht oder die alten Gemeindebäder in Hamawaki und Horita.
Checkliste
- Großes und kleines Handtuch mitnehmen oder vor Ort leihen
- Seife und Shampoo gibt es nicht überall, Reisegrößen sind praktisch
- Münzen für Schließfächer bereithalten, viele kleine Bäder nehmen nur Bargeld
- Nach dem Baden viel trinken, das heiße Wasser zehrt mehr, als man denkt
Häufige Fragen zu Beppu
Was kosten die Höllen? Rund 450 Yen einzeln, das Kombiticket für alle sieben etwa 2.200 Yen.
Kann ich in den Höllen baden? Nein, das Wasser ist teils über 90 Grad heiß. Es gibt aber Fußbäder.
Liegen alle Höllen beieinander? Fünf ja, zwei liegen rund drei Kilometer entfernt und brauchen Bus oder Auto.
Wie viele Tage sollte ich einplanen? Einer reicht für die Highlights, zwei sind entspannter und lassen Zeit zum Baden.
Was mache ich mit Tätowierungen? Vorher fragen, abdecken oder ein Privatbad buchen. Die Regeln unterscheiden sich je Haus.
Fazit
Beppu ist Onsen in Reinform: eine Stadt, die dampft, mit Bädern für jeden Geschmack und Geldbeutel, dazu Naturschauspiele, die man sonst nur aus geologischen Büchern kennt. Wichtig ist nur, die Höllen und die Bäder räumlich sinnvoll zu sortieren, dann wird daraus ein sehr runder Tag.
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