Sabae, die Brillenhauptstadt Japans

Ein Tag in Sabae: Die Brillenhauptstadt Japans entdecken

Sabae in der Präfektur Fukui ist ein Ziel, das in keinem Standard-Reiseführer steht und genau deshalb lohnt: eine ruhige Stadt, in der rund 90 Prozent aller in Japan gefertigten Brillengestelle entstehen. Dazu kommen ein kostenloser Zoo mit Roten Pandas, ein weitläufiger Park und Gassen, in denen dir kaum ein anderer Reisender begegnet. In diesem Beitrag findest du unsere Tagesroute und die praktischen Infos dazu.

Warum ausgerechnet Brillen

Die Brillenherstellung kam Anfang des 20. Jahrhunderts als Nebenerwerb für die langen, schneereichen Winter in die Region. Daraus wurde ein Zentrum von Weltrang: In Sabae wurden die ersten Brillenfassungen aus Titan entwickelt, einem Material, das leicht, stabil und verträglich ist. Viele internationale Marken lassen bis heute hier fertigen.

Anreise nach Sabae

  • Mit dem Hokuriku-Shinkansen von Tokio bis Fukui, seit der Streckenverlängerung 2024 ohne Umstieg.
  • Weiter mit der Hapi Line Fukui bis Sabae, das sind nur wenige Minuten.
  • Insgesamt dauert die Fahrt rund dreieinhalb Stunden.

Ein wichtiger Hinweis für Pass-Nutzer: Die Hapi Line ist seit 2024 keine JR-Strecke mehr, sondern wird von einer eigenen Gesellschaft betrieben. Der Japan Rail Pass gilt dort nicht, dieses kurze Stück zahlst du separat.

Bahnhof von Sabae in der Präfektur Fukui

Mit dem Fahrrad durch die Stadt

Geh direkt nach der Ankunft ins Touristeninformationszentrum am Bahnhof. Dort leihst du für rund 500 Yen ein Fahrrad, auf Wunsch ein E-Bike. Das ist die beste Art, Sabae zu erkunden, weil die Ziele weit auseinanderliegen und es zum Zoo hinaufgeht. Nimm einen Ausweis mit und frag gleich nach einer Karte, das Personal markiert dir die Route.

Megane Museum: die Welt der Brillen

Unser erster Halt war das Megane Museum, das sich ganz der Geschichte und Herstellung japanischer Brillen widmet. Der Eintritt in den Ausstellungsbereich ist kostenlos, das Museum ist klein, aber liebevoll gemacht.

Angeschlossen ist ein Verkaufsbereich mit Fassungen aus lokaler Fertigung, die du anprobieren und kaufen kannst. Wer mehr Zeit mitbringt, kann in der Werkstatt seine eigene Brille fertigen, das dauert mehrere Stunden und will vorab reserviert sein.

Ausstellung im Megane Museum in SabaeBrillenfassungen im Megane Museum in Sabae

Sabae City Manabe Museum

Weiter ging es ins Manabe Museum, das einen guten Einblick in die lokale Geschichte gibt. Der Eintritt kostet rund 100 Yen, das Erdgeschoss ist sogar kostenlos zugänglich. Auf drei Etagen erfährst du, wie sich die Stadt entwickelt hat.

Gebäude des Sabae City Manabe MuseumAusstellungsstücke im Manabe Museum in Sabae

Pause im Maison de L’Étoile

Nach so viel Kultur haben wir im Café Maison de L’Étoile Pause gemacht und den Pudding probiert. Sehr zu empfehlen.

Pudding im Café Maison de L’Étoile in SabaeCafé Maison de L’Étoile in Sabae

Rote Pandas im Nishiyama Zoo

Mit dem E-Bike war der Anstieg zum Nishiyama Zoo kein Problem. Der Eintritt ist kostenlos, und die Anlage ist auf Rote Pandas spezialisiert. Ein Teil des Wegs führt durch ihr Gehege, dadurch kommst du ihnen erstaunlich nah.

Der Zoo ist überschaubar, plane eine gute Stunde ein. Am aktivsten sind die Tiere am Vormittag und am späten Nachmittag, in der Mittagshitze schlafen sie meist.

Roter Panda im Nishiyama Zoo in Sabae

Nishiyama Park

Direkt daneben liegt der weitläufige Nishiyama Park mit Teich, Koikarpfen und viel Ruhe. Der Zugang ist frei. Besonders schön ist er Anfang Mai, wenn die Azaleen blühen, dann leuchtet der ganze Hang. Im Herbst kommt die Laubfärbung dazu.

Nishiyama Park in SabaeTeich mit Koikarpfen im Nishiyama Park

Einfach treiben lassen

Zum Abschluss sind wir ohne Ziel durch die Stadt geradelt, vorbei an Wohnhäusern, kleinen Geschäften und Tempeln. Genau das ist der Reiz von Sabae: Es ist ruhig, unspektakulär und echt, ganz anders als die großen Metropolen.

Ruhige Straße in Sabae

Wenn du länger bleibst

Die Region Fukui hat mehr zu bieten: Echizen-Lackwaren und Echizen-Washi-Papier werden in der Nachbarschaft hergestellt, in Fukui selbst liegt eines der größten Dinosauriermuseen der Welt, und der Zen-Tempel Eihei-ji ist von hier gut erreichbar.

Häufige Fragen zu Sabae

Lohnt sich der Weg wirklich? Wenn du Japan schon kennst und Ruhe und Handwerk magst, ja. Für eine erste Reise ist es ein Umweg.

Gilt mein Japan Rail Pass? Für den Shinkansen bis Fukui ja, für die Hapi Line nach Sabae nicht.

Wie komme ich vor Ort herum? Am besten mit dem Leihrad ab Bahnhof, idealerweise mit E-Motor.

Kann ich hier eine Brille kaufen? Ja, im Megane Museum und in mehreren Geschäften der Stadt, direkt aus lokaler Fertigung.

Wie viel Zeit brauche ich? Ein voller Tag reicht bequem für Museen, Zoo, Park und eine Runde durch die Stadt.

Fazit

Sabae ist ein Ziel für die zweite oder dritte Japanreise: kein Gedränge, kein Programmdruck, dafür Weltklasse-Handwerk, Rote Pandas zum Anfassen nah und eine Stadt, die einfach ihren Alltag lebt. Mit dem Fahrrad und einem ganzen Tag hast du das perfekte Gegenprogramm zu Tokio.

In unserem Shiga Food Onlineshop findest du übrigens japanische Produkte, die genauso bodenständig sind wie Sabae selbst: Snacks, Matcha und Grüntee und Süßigkeiten, direkt aus Japan importiert.

Japanischer Matcha im Shiga Food Online-Shop

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