Fukuoka entdecken: Dazaifu, Kurume und der Ohori Park
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Im dritten Teil unserer Fukuoka-Reihe geht es raus aus der Stadt: nach Dazaifu mit einem der wichtigsten Schreine Japans, weiter nach Kurume zu einer über 60 Meter hohen Kannon-Statue und zum Abschluss in den Ohori-Park mitten in Fukuoka. Wenn du die ersten beiden Teile noch nicht kennst, findest du sie am Ende dieses Beitrags verlinkt.
Dazaifu Tenmangu
Dazaifu liegt südlich von Fukuoka und ist unkompliziert erreichbar:
- Mit der Nishitetsu-Bahn ab Tenjin, mit Umstieg in Futsukaichi, rund 30 Minuten.
- Alternativ fährt ein Direktbus ab dem Busbahnhof Hakata in etwa 40 Minuten.
- Vom Bahnhof Dazaifu sind es fünf bis zehn Minuten zu Fuß über die Ladenstraße Omotesando.
Der Schrein ist Sugawara no Michizane gewidmet, einem Gelehrten und Politiker der Heian-Zeit, der nach seinem Tod als Gottheit der Bildung verehrt wurde. Entsprechend voll ist es vor Prüfungen, wenn Schüler und Studierende um Erfolg bitten. Der Eintritt zum Gelände ist frei.
Wichtig, wenn du ältere Reisefotos vergleichst: Die Haupthalle wurde zwischen 2023 und 2026 zum ersten Mal seit 124 Jahren umfassend restauriert. In dieser Zeit stand davor ein aufsehenerregender temporärer Bau mit begrüntem Dach. Seit Mai 2026 ist die Restaurierung abgeschlossen, das Zypressenrindendach ist neu gedeckt und die Lackarbeiten sind erneuert. Du siehst also wieder das Original, und zwar in einem Zustand wie seit Generationen nicht mehr.



Worauf du auf dem Gelände achten solltest:
- Der heilige Ochse: Die liegende Bronzefigur soll Michizane bis zu seinem Grab begleitet haben. Wer ihr über den Kopf streicht, dem soll es beim Lernen helfen, entsprechend blank poliert ist die Stelle.
- Die fliegende Pflaume: Der Legende nach flog Michizanes Lieblingsbaum in einer einzigen Nacht von Kyoto hierher. Der Baum neben der Haupthalle gilt als eben dieser.
- Rund 6.000 Pflaumenbäume stehen auf dem Gelände. Die Blüte liegt meist zwischen Mitte Februar und Anfang März, das ist die schönste Zeit für einen Besuch.
- Die Inari-Schreine mit ihren roten Torii-Reihen im hinteren Teil, deutlich ruhiger als der Hauptbereich.
- Der Starbucks an der Omotesando: ein Bau aus tausenden verschränkten Holzstäben, entworfen vom Architekten Kengo Kuma. Auch ohne Kaffee ein Fotomotiv.






Direkt nebenan liegen zwei Museen: das Kyushu-Nationalmuseum, eines der vier Nationalmuseen des Landes, und das Museum des Schreins selbst. Das Nationalmuseum ist montags in der Regel geschlossen.
Ein Tipp für alle, die es ruhiger mögen: Wenige Gehminuten entfernt liegt der kleine Tempel Komyozen-ji mit einem Moos- und Steingarten. Dort ist fast nie etwas los.


Unbedingt probieren solltest du Umegae Mochi, einen frisch gegrillten Reiskuchen mit süßer Bohnenpaste und einem Pflaumenblütenstempel. Es gibt ihn entlang der ganzen Ladenstraße, am besten warm aus der Hand.
Naritasan in Kurume
Von Dazaifu ging es weiter nach Kurume zum Tempel Naritasan. Vom Bahnhof Nishitetsu Kurume fährt ein Bus hin.
Das Wahrzeichen ist eine über 60 Meter hohe Kannon-Statue, die du von innen betreten kannst. Über Treppen geht es nach oben, aus kleinen Fenstern schaust du über die Ebene. Kannon ist im Buddhismus die Gestalt des Mitgefühls, in Japan oft als Göttin der Barmherzigkeit verehrt.
Auf dem Gelände steht außerdem eine Nachbildung des indischen Mahabodhi-Tempels, und im Gebäude Gokuraku-den werden Paradies und Hölle mit lebensgroßen Figuren dargestellt. Der Höllenteil ist drastisch: Dämonen, die Menschen quälen und verschlingen. Mit kleinen Kindern würden wir das auslassen.
Geöffnet ist in der Regel von 8 bis 17 Uhr, der Eintritt liegt bei rund 500 Yen.





Ohori-Park
Zurück in Fukuoka haben wir den Tag im Ohori-Park ausklingen lassen. Der große Teich in seiner Mitte war einst der Wassergraben der Burg von Fukuoka, daher der Name, der wörtlich großer Graben bedeutet.
Was dich erwartet:
- ein Rundweg von rund zwei Kilometern um das Wasser, beliebt bei Joggern
- kleine Inseln, die über Brücken verbunden sind
- Tretboote und ein Café direkt am Ufer
- ein separater japanischer Garten mit kleinem Eintritt, sehr gepflegt und ruhig
- direkt daneben der Maizuru-Park mit den Mauern der alten Burg, im Frühjahr einer der besten Kirschblütenorte der Stadt
Der Park selbst ist frei zugänglich und rund um die Uhr offen.



Essen an diesem Tag
Mittags gab es Sashimi und Wagyu-Rind, beides hervorragend. Abends wollten wir eigentlich an die Yatai, die mobilen Essensstände am Flussufer. Die waren allerdings so überlaufen, dass wir auf Katsu ausgewichen sind, das panierte Schnitzel, ebenfalls eine gute Wahl.
Falls es dir genauso geht: Die Stände in Nakasu sind die bekanntesten und entsprechend voll. In Tenjin und vor allem in Nagahama findest du oft freie Plätze und mehr Einheimische am Tresen.
Häufige Fragen zu diesem Ausflug
Wie komme ich am besten nach Dazaifu? Mit der Nishitetsu-Bahn ab Tenjin und Umstieg in Futsukaichi, rund 30 Minuten, oder mit dem Direktbus ab Hakata.
Kostet der Schrein Eintritt? Nein, das Gelände ist frei zugänglich. Nur die Museen kosten.
Wann ist die schönste Zeit? Mitte Februar bis Anfang März zur Pflaumenblüte, im Herbst wegen der Laubfärbung.
Lassen sich Dazaifu und Kurume an einem Tag verbinden? Ja, aber es wird ein voller Tag. Wer es ruhiger mag, nimmt nur eines davon und hängt den Ohori-Park an.
Ist der Höllenteil in Kurume für Kinder geeignet? Eher nicht. Die Darstellungen sind sehr direkt.
Fazit
Dieser Tag zeigt, wie viel rund um Fukuoka liegt: ein Schrein mit über tausend Jahren Geschichte und frisch restaurierter Haupthalle, eine begehbare Riesenstatue in Kurume und am Ende ein Park, in dem die Stadt zur Ruhe kommt. Wer drei Tage in Fukuoka hat, sollte einen davon genau so verbringen.
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