Die Canal City Hakata mit ihrem künstlichen Kanal in Fukuoka

Fukuoka erleben: Japans unterschätztes Juwel auf Kyushu

Fukuoka ist die größte Stadt auf Kyushu und bei Reisenden trotzdem oft nur eine Zwischenstation. Dabei hat sie alles, was eine japanische Großstadt ausmacht, nur entspannter: kurze Wege, großartiges Essen, Strand und Park in der Stadt und eine Ausgehkultur, die es so nirgends sonst gibt. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unseren ersten Tag.

Historisch waren es zwei Orte: Fukuoka als Burgstadt der Samurai und Hakata als Handelshafen. 1889 wurden sie zusammengelegt. Der Name der Stadt lautet seither Fukuoka, der Bahnhof heißt aber bis heute Hakata, und so nennen viele Einheimische auch das Zentrum.

Anreise und Fortbewegung

  • Mit dem Shinkansen ab Tokio rund fünf Stunden, ab Shin-Osaka etwa zweieinhalb. Endstation ist Hakata.
  • Der Flughafen Fukuoka ist eine Besonderheit: Er liegt so zentral, dass du mit der U-Bahn in nur fünf Minuten am Hauptbahnhof bist. Bequemer geht es in kaum einer anderen Millionenstadt.
  • Vor Ort fährst du mit der U-Bahn, drei Linien reichen für fast alles. IC-Karten wie Suica funktionieren problemlos.

Plane mindestens zwei bis drei Tage ein, dann bekommst du Stadt, Küste und die Ausflüge ins Umland unter.

Uminonakamichi Seaside Park

Eines unserer Highlights war der Uminonakamichi Seaside Park auf einer schmalen Landzunge zwischen der Bucht von Hakata und dem offenen Meer. Vom Bahnhof Hakata sind es rund 30 Minuten mit dem Zug entlang der Küste, vom Bahnhof Uminonakamichi noch wenige Gehminuten. Alternativ fährt eine Fähre über die Bucht, die Fahrt ist landschaftlich der schönere Weg.

Geöffnet ist in der Regel von 9:30 bis 17:30 Uhr, der Eintritt liegt bei rund 450 Yen. Dafür bekommst du:

  • einen kleinen Tierpark mit Ziegen, Kaninchen und Co., ideal mit Kindern
  • einen saisonalen Wasserpark für heiße Tage
  • große Blumenfelder, die sich über das Jahr komplett verwandeln, von Narzissen und Tulpen im Frühjahr über Sonnenblumen im Sommer bis zu Kosmeen im Herbst
  • Picknickwiesen, schattige Sitzplätze und klimatisierte Ruhezonen
  • Stände mit Snacks, unser Tipp ist Kakigori, fein geschabtes Eis mit Sirup

Ein praktischer Hinweis: Das Gelände ist riesig. Leih dir am Eingang ein Fahrrad, sonst verbringst du den halben Tag mit Laufen zwischen den Bereichen.

Ziegen im Tierpark des Uminonakamichi Seaside ParkKaninchen im Tierpark des Seaside ParkGehege im Tierpark des Seaside Park

Blühende Blumenfelder im Uminonakamichi Seaside ParkBunte Blumenbeete im Seaside ParkSaisonale Blüten im Seaside ParkKakigori, geschabtes Eis mit Fruchtsirup

Direkt neben dem Parkeingang liegt das Aquarium Marine World Uminonakamichi, spezialisiert auf die Meereswelt rund um Kyushu. Wir haben es diesmal ausgelassen, weil wir den ganzen Tag im Park bleiben wollten, beim nächsten Mal nehmen wir es mit. Mehr dazu findest du übrigens in unserem zweiten Fukuoka-Beitrag.

Marine World Uminonakamichi, Aquarium bei Fukuoka

Canal City Hakata

Am Nachmittag ging es zurück ins Zentrum, in die Canal City Hakata. Das Einkaufszentrum ist eher eine kleine Stadt: fünf Ebenen mit Geschäften, Kinos, Spielhallen und Restaurants, geschwungen um einen künstlichen Kanal im Innenhof.

Mehrmals täglich läuft dort eine Fontänenshow mit Musik und Licht, abends auch mit Projektionen auf die Wasserwände. Im obersten Stock liegt eine Ramen-Etage, in der mehrere bekannte Betriebe nebeneinander servieren. Auch wenn du nichts kaufen willst, lohnt der Rundgang, und der Eintritt kostet nichts.

Der künstliche Kanal in der Canal City HakataFontänenshow im Innenhof der Canal City Hakata

Tonkotsu-Ramen und mehr

Fukuoka ist die Heimat des Tonkotsu-Ramen, der Nudelsuppe mit cremiger Brühe aus Schweineknochen, die stundenlang köchelt. Die großen Ketten Ichiran und Ippudo stammen von hier, es lohnt sich aber, in einen kleinen Laden mit offener Küche zu gehen.

Zwei Dinge, die du vorher wissen solltest:

  • Die Nudeln sind sehr dünn, und du kannst beim Bestellen die Garzeit wählen, von weich bis fast roh. Wenn du unsicher bist, nimm die mittlere Stufe.
  • Wenn die Nudeln alle sind, die Brühe aber nicht, bestellst du Kaedama, eine Extraportion Nudeln für wenig Geld. Genau dafür sind die Portionen so klein.

Fukuoka kann aber mehr als Ramen. Probier unbedingt:

  • Motsunabe: ein Eintopf mit Innereien, Kohl und Schnittlauch, herzhaft und typisch für die Stadt
  • Mizutaki: milder Hühnereintopf, den man mit Ponzu isst
  • Hakata-Gyoza: winzige, knusprige Teigtaschen, die man am Stück isst
  • Mentaiko: scharf marinierter Rogen, das bekannteste Mitbringsel der Stadt, auch als Paste oder in Snacks

Eine Schüssel Tonkotsu-Ramen aus Fukuoka

Yatai: das Herz des Abends

Das ist die Besonderheit, für die Fukuoka in ganz Japan bekannt ist. Yatai sind kleine, mobile Essensstände, die abends am Straßenrand aufgebaut werden: ein Tresen, ein paar Hocker, eine Plane als Dach. Fukuoka hat mit Abstand die meisten davon im Land, die bekanntesten Reihen stehen in Nakasu am Flussufer sowie in Tenjin und Nagahama.

So funktioniert es:

  • Aufgebaut wird meist ab dem frühen Abend, offen ist bis tief in die Nacht.
  • Bezahlt wird oft bar, die Preise hängen aus oder stehen auf der Karte.
  • Es gibt Ramen, Yakitori, Tempura, Oden und Bier, an manchen Ständen auch französisch oder italienisch angehauchte Gerichte.
  • Die Plätze sind eng, man kommt zwangsläufig mit den Nachbarn ins Gespräch. Genau das ist der Reiz.
  • Bei starkem Regen und Taifun bleiben die Stände geschlossen.

Wenn du nur einen Abend in Fukuoka hast, verbring ihn hier.

Was wir beim nächsten Mal einplanen

  • Kushida-Schrein: der Stadtschrein von Hakata, in dem einer der großen Festwagen dauerhaft steht.
  • Burgruine und Maizuru-Park: Mauern und Tore der alten Burg, im Frühjahr einer der besten Kirschblütenorte der Stadt.
  • Tocho-ji: Tempel mit einer der größten hölzernen Buddhastatuen Japans.
  • Hakata Gion Yamakasa: das große Fest der Stadt vom 1. bis 15. Juli, bei dem Teams tonnenschwere Wagen im Wettlauf durch die Straßen tragen. Wer im Juli kommt, sollte früh buchen.

Häufige Fragen zu Fukuoka

Wie viele Tage brauche ich? Zwei bis drei. Ein Tag Stadt, ein Tag Küste oder Aquarium, ein Tag für Ausflüge ins Umland.

Was muss ich unbedingt essen? Tonkotsu-Ramen an einem Yatai, dazu Motsunabe oder Hakata-Gyoza.

Wie komme ich vom Flughafen in die Stadt? Mit der U-Bahn in fünf Minuten bis Hakata. Das ist einer der kürzesten Transfers weltweit.

Lohnt sich Fukuoka als erste Station in Japan? Ja, gerade weil die Stadt überschaubar ist. Von hier aus erreichst du ganz Kyushu bequem.

Wann ist die beste Reisezeit? Frühling und Herbst. Der Sommer ist heiß und schwül, dafür ist Festsaison.

Fazit

Fukuoka ist unterbewertet, im allerbesten Sinne. Die Stadt verbindet Meer, Grün und Großstadt auf kurzen Wegen, das Essen ist herausragend, und an den Yatai am Flussufer erlebst du ein Japan, das anderswo längst verschwunden ist. Wer Kyushu bereist, sollte hier anfangen.

Japan-Gefühl für zu Hause

In unserem Shiga Food Onlineshop findest du japanische Snacks, Matcha und Grüntee und japanische Süßigkeiten, direkt aus Japan importiert.

Senbei Reissnacks mit Sojasoße im Shiga Food Online-Shop

Weitere Ziele auf Kyushu

Entdecke weitere Reisetipps und Orte auf der Insel Kyushu:

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar