Hachijojima: Eine Vulkaninsel voller Leben und Kultur
Teilen
Hachijojima gehört zur Präfektur Tokio, liegt aber rund 290 Kilometer südlich der Stadt im Pazifik. Die Vulkaninsel ist subtropisch, grün und angenehm unaufgeregt: schwarze Sandstrände, heiße Quellen mit Meerblick, ein Vulkankegel zum Besteigen und eine eigene Webkunst. In diesem Beitrag erfährst du, wie du hinkommst und was sich lohnt.
Geformt wurde die Insel von zwei Vulkanen, dem Mihara im Osten und dem Hachijo-Fuji im Westen. Dank des warmen Kuroshio-Stroms ist die Unterwasserwelt außergewöhnlich reich, mit tropischen Fischen und Korallen. Über Wasser wachsen Palmen, Farne und Hibiskus.
Anreise nach Hachijojima
- Mit dem Flugzeug: ab Haneda in etwa 55 Minuten, mehrmals täglich. Der Flughafen liegt mitten auf der Insel.
- Mit der Fähre: ab dem Pier Takeshiba in Tokio über Nacht, rund zehn bis elf Stunden. Günstiger, gemütlicher und ein Erlebnis für sich.
Sehr wichtig für die Planung: Hachijojima ist berüchtigt dafür, dass Flüge bei Nebel, Wind oder Regen umkehren oder ausfallen. Plane deshalb nie einen Anschlussflug am selben Tag und hänge lieber einen Puffertag an. Auch die Fähre fällt bei hohem Seegang aus.

Unterwegs auf der Insel
Der Bus fährt nur wenige Male am Tag, für eine Inselrunde ist er zu unflexibel. Am besten nimmst du einen Mietwagen oder ein E-Bike. Mit dem Elektrofahrrad kommst du auch die steilen Abschnitte hinauf und hältst spontan an den Aussichtspunkten. Denk beim Mietwagen daran, dass Deutsche in Japan ihren nationalen Führerschein mit offizieller japanischer Übersetzung brauchen, der internationale Führerschein wird nicht anerkannt.

Der Hachijo-Fuji
Der ruhende Vulkan ist mit 854 Metern der höchste Punkt der Insel. Vom Parkplatz auf halber Höhe führen mehr als tausend Steinstufen zum Kraterrand, oben erwartet dich ein Rundblick über Pazifik, Insel und bei klarer Sicht die Nachbarinseln. Rechne für den Aufstieg gut eine Stunde, nimm Wasser mit und starte früh, denn Schatten gibt es kaum. Bei Wolken im Krater lohnt es sich zu warten, das Wetter wechselt hier schnell.


Strand und Meer
Der Sokodo-Strand liegt in einer geschützten Bucht und ist bekannt für seinen schwarzen Vulkansand. Das Wasser ist klar und ruhig, ideal zum Schnorcheln. Wie an allen Vulkanstränden gilt: Der dunkle Sand wird in der Sonne sehr heiß, Badeschuhe sind sinnvoll.
Taucherinnen und Taucher kommen wegen der großen Meeresschildkröten hierher, die vor der Insel regelmäßig zu sehen sind. Tauchgänge buchst du am besten vorab, die Anbieter sind klein und schnell ausgelastet.

Heiße Quellen mit Meerblick
Die Insel hat mehrere Onsen, und einige liegen so, dass du beim Baden direkt auf den Pazifik schaust. Dazu kommen kostenlose Fußbäder. Eine Besonderheit: An einigen Außenbecken wird gemeinsam gebadet, dort ist Badebekleidung Pflicht statt verboten. Wie ein Onsen-Besuch sonst abläuft, erklären wir dir in unserem Beitrag zu Japans heißen Quellen.
Kultur und Handwerk
Bekannt ist die Insel für das Weben des Kihachijo, eines gelb, braun und schwarz gefärbten Seidenstoffs, dessen Farben aus heimischen Pflanzen gewonnen werden. In Werkstätten kannst du beim Weben zusehen oder es selbst probieren.
Auffällig sind außerdem die Tama-Ishigaki, Mauern aus runden Steinen, die die alten Grundstücke einfassen. Überliefert ist, dass sie von Verbannten errichtet wurden, denn Hachijojima diente jahrhundertelang als Verbannungsort.
Eine kuriose Randnotiz: In den 1960er Jahren galt die Insel als das Hawaii Tokios und wurde zum Flitterwochenziel. Aus dieser Zeit stammt eine große Hotelruine, die heute als Lost Place bekannt ist. Sie steht auf Privatgelände und darf nicht betreten werden.

Essen auf Hachijojima
- Shima-zushi: Inselsushi, bei dem der Fisch in Sojasauce mariniert und statt mit Wasabi mit scharfem Senf serviert wird
- Ashitaba: ein kräftiges Blattgemüse, das hier überall wächst, als Tempura oder im Eintopf
- Fisch direkt aus dem Meer, oft als Sashimi
- Shochu von der Insel, traditionell aus Süßkartoffeln oder Gerste gebrannt
- Tropische Früchte wie Passionsfrucht und Bananen



Beste Reisezeit
Angenehm ist es von Frühling bis Frühherbst. Von August bis Anfang Oktober können Taifune durchziehen, dann fällt der Verkehr zur Insel schnell aus. Der Winter ist mild, aber windig und regnerisch.
Häufige Fragen zu Hachijojima
Wie lange sollte ich bleiben? Zwei bis drei Nächte. Ein Tag reicht wegen der An- und Abreise nicht.
Was, wenn mein Flug ausfällt? Das passiert regelmäßig. Plane einen Puffertag ein und buche keinen Weiterflug direkt im Anschluss.
Brauche ich ein Auto? Empfehlenswert, ja. Alternativ ein E-Bike, der Bus fährt nur selten.
Kann ich hier baden? Ja, an mehreren Stränden und in den Onsen. An einigen Außenbecken ist Badekleidung Pflicht.
Spricht man Englisch? Kaum. Eine Übersetzungs-App und etwas Geduld helfen, die Gastfreundschaft macht den Rest.
Fazit
Hachijojima ist Tokio, und doch das Gegenteil davon: subtropisch, ruhig und mit einer Natur, die man der Präfektur nicht zutraut. Wer schon einmal in Japan war und etwas völlig anderes sucht, findet hier Vulkanwanderung, schwarze Strände, heiße Quellen mit Meerblick und eine Inselküche, die es sonst nirgends gibt. Nur der Puffertag für die Rückreise gehört fest dazu.
Du willst japanische Spezialitäten zu Hause probieren? In unserem Shiga Food Onlineshop findest du japanische Snacks, Matcha und Grüntee und japanische Süßigkeiten, direkt aus Japan importiert.

