Hachinohe: Küstenstadt in Aomori mit Natur, Geschichte und großartigem Fisch

Hachinohe: Küstenstadt in Aomori mit Natur, Geschichte und großartigem Fisch

Hachinohe an der Pazifiküste von Aomori ist eine Fischereistadt, die Reisende meist links liegen lassen. Dabei liegt sie am Shinkansen, hat einen der größten Morgenmärkte Japans, eine Insel voller Möwen und einen Markt, auf dem du deinen Einkauf selbst über Holzkohle grillst. In diesem Beitrag erfährst du, was sich lohnt.

Anreise

  • Mit dem Tohoku-Shinkansen ab Tokio ohne Umsteigen in knapp drei Stunden.
  • Mit dem Japan Rail Pass ist die Strecke abgedeckt.
  • In Reisezeiten lohnt eine Sitzplatzreservierung.
  • Wichtig: Der Shinkansen hält am Bahnhof Hachinohe, das Stadtzentrum und der Hafen liegen aber ein Stück entfernt. Rechne mit einer kurzen Weiterfahrt per Bahn, Bus oder Taxi.

Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit Aomori, das mit dem Zug in etwa einer Stunde erreichbar ist.

Wo die Stadt liegt

Hachinohe liegt im Südosten der Präfektur Aomori an einer Bucht am Pazifik, dort wo der Mabechi ins Meer mündet. Die Küste gehört zum Sanriku-Nationalpark, der nach dem Tsunami von 2011 als Erinnerungs- und Erholungslandschaft neu ausgewiesen wurde.

Der Name bedeutet wörtlich achtes Feld und geht auf die historische Flureinteilung der Nanbu-Familie zurück, die die Region über Jahrhunderte beherrschte.

Küstenstadt Hachinohe an der Pazifikküste der Präfektur Aomori

Der Fischmarkt und das Grillen vor Ort

Das Hasshoku Center ist ein weitläufiges Marktareal mit dutzenden Ständen für Fisch, Meeresfrüchte und Spezialitäten aus Aomori.

Das Besondere daran, und der Grund hinzufahren: Es gibt einen eigenen Grillbereich mit kleinen Holzkohlegrills. Du kaufst zuerst an den Ständen ein, was dir gefällt, also Jakobsmuscheln, Tintenfisch, Muscheln oder Fisch, zahlst dann eine kleine Gebühr für Platz und Grill und bereitest alles selbst zu. Frischer isst du nirgends.

Praktisches dazu:

  • Nimm Bargeld mit, viele Stände nehmen nur bar.
  • Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je Bereich, mittwochs ist meist geschlossen.
  • Komm vormittags, dann ist die Auswahl am größten.
  • Der Geruch bleibt in der Kleidung, zieh nichts an, was du danach noch brauchst.

Fischmarkt Hasshoku Center in HachinoheFrischer Fisch und Meeresfrüchte im Hasshoku Center Hachinohe

Der Morgenmarkt am Sonntag

Wenn du an einem Sonntag in der Stadt bist, solltest du früh aufstehen. Am Kai findet dann einer der größten Morgenmärkte Japans statt, mit mehreren hundert Ständen entlang des Wassers: Fisch, Gemüse, warmes Essen, Kleidung, Kurioses.

Der Markt läuft ungefähr von März bis Dezember und beginnt im Morgengrauen. Gegen neun Uhr ist das Meiste vorbei. Genau deshalb ist er so sehenswert: Dort sind fast ausschließlich Einheimische unterwegs.

Kabushima und seine Möwen

Auf einer kleinen Halbinsel am Meer steht der Kabushima-Schrein, und rundherum brutet eine der größten Schwarzschwanzmöwenkolonien Japans. In der Hochzeit sind es zehntausende Vögel, und sie sind so wenig scheu, dass du mitten zwischen ihnen stehst.

Ein Hinweis, der ernst gemeint ist: Es wird von oben getroffen. Der Schrein stellt dafür Regenschirme bereit, und wer erwischt wird, gilt der örtlichen Auslegung nach als Glückspilz. Zieh trotzdem nichts Empfindliches an.

Die Vögel sind etwa von Frühjahr bis Sommer da, am eindrucksvollsten im Frühjahr. Der Schrein selbst brannte 2015 ab und wurde wieder aufgebaut, der Zutritt ist frei.

Kabushima-Schrein auf einer Insel vor HachinoheSchwarzschwanzmöwen am Kabushima-Schrein in Hachinohe

Die Tanesashi-Küste

Etwas südlich der Stadt liegt ein Küstenabschnitt, der in Japan als Besonderheit gilt: Dort wächst natürlicher Rasen bis unmittelbar an die Felsen und das Meer heran, ohne dass jemand ihn angelegt hat. Ein Wanderweg führt über mehrere Kilometer an der Küste entlang, vorbei an Kiefernwäldchen, Sandstränden und Felsformationen.

Gute Schuhe reichen aus, der Weg ist einfach. Am schönsten ist es an klaren Tagen im Frühsommer.

Weitere Ziele

  • Das Meeresmuseum Marient: kompaktes Erlebnismuseum mit großem Becken, Anfassbereich und Kino zur Küstenwelt. Gut für Familien und für Regentage.
  • Der Kushihiki-Hachimangu-Schrein: ruhig und von Wald umgeben. Die Haupthalle stammt aus dem Jahr 1648 und steht als wichtiges Kulturgut unter Denkmalschutz, in der Schatzkammer liegen bemerkenswerte Rüstungen der Nanbu-Familie.
  • Miroku Yokocho: eine Gasse im Zentrum mit winzigen Imbisswagen und Bars, in denen jeweils nur eine Handvoll Gäste Platz findet. Der beste Ort für den Abend.

Hachinohe City Marine Science Museum MarientKushihiki Hachimangu Schrein in Hachinohe

Was du essen solltest

  • Senbei-jiru: das Gericht der Stadt. In einer herzhaften Brühe mit Hühnchen oder Fisch und Gemüse werden feste Weizencracker mitgekocht, bis sie eine Konsistenz zwischen Nudel und Knödel haben. Klingt eigenartig, ist aber eines der besten Winteressen Japans.
  • Ichigo-ni: eine klare Suppe aus Seeigel und Seeohr, eine Delikatesse der Region. Der Name spielt darauf an, dass der Seeigel in der Brühe wie eine Erdbeere im Morgennebel aussieht.
  • Makrele: Hachinohe gehört zu den wichtigsten Anlandehäfen Japans dafür, im Herbst besonders fett und gut.
  • Jakobsmuscheln und Seeigel direkt vom Grill im Hasshoku Center.

Häufige Fragen zu Hachinohe

Wie komme ich hin? Mit dem Tohoku-Shinkansen ab Tokio in knapp drei Stunden, ohne Umsteigen.

Was ist das Highlight? Der Fischmarkt mit dem eigenen Grillbereich, dazu die Möweninsel und am Sonntag der Morgenmarkt.

Wann sehe ich die Möwen? Etwa von Frühjahr bis Sommer, am dichtesten im Frühjahr.

Was muss ich probieren? Senbei-jiru, den Eintopf mit mitgekochten Crackern.

Wie viel Zeit brauche ich? Ein voller Tag reicht, mit Übernachtung bekommst du Morgenmarkt und Abendgasse dazu.

Fazit

Hachinohe ist keine Postkartenstadt, sondern eine arbeitende Hafenstadt, und genau das macht sie interessant. Du kaufst Jakobsmuscheln an einem Marktstand, grillst sie zwanzig Meter weiter selbst, stehst danach zwischen zehntausend Möwen und isst abends einen Eintopf, in dem Cracker schwimmen. So etwas findest du auf der üblichen Reiseroute nicht.

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