Hakodate erleben: Hokkaidos charmante Hafenstadt im Süden

Hakodate erleben: Hokkaidos charmante Hafenstadt im Süden

Hakodate ist die drittgrößte Stadt Hokkaidos und liegt ganz im Süden, direkt gegenüber von Aomori auf der Hauptinsel. Sie war einer der ersten japanischen Häfen, die sich 1859 dem internationalen Handel öffneten, und das sieht man bis heute: Kirchen, Backsteinlager und Villen im westlichen Stil prägen das Bild. Dazu kommt einer der berühmtesten Nachtblicke Japans.

Anreise und Fortbewegung

  • Mit dem Hayabusa-Shinkansen ab Tokio in gut vier Stunden bis Shin-Hakodate-Hokuto, von dort mit dem Hakodate Liner in rund 20 Minuten weiter zum Hauptbahnhof. Mit dem Japan Rail Pass ist die Strecke abgedeckt.
  • Alternativ per Flug ab Tokio in rund anderthalb Stunden.
  • Vor Ort fährt eine Straßenbahn, die praktisch alle Ziele verbindet. Es gibt günstige Tagestickets, die sich fast immer lohnen.
  • Viele Hotels verleihen Fahrräder. Die Stadt ist flach am Wasser, nur das Viertel am Hang verlangt Kraft.

Plane mindestens zwei Tage ein. Wenn dein Hotel Gepäck annimmt, gib es gleich nach der Ankunft ab, Check-in ist meist erst ab 15 Uhr. Warum Business Hotels dafür eine gute Wahl sind, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Blick auf die Hafenstadt Hakodate

Der Mount Hakodate und sein Nachtblick

Der Blick vom 334 Meter hohen Hausberg zählt zu den drei berühmtesten Nachtblicken Japans. Die Stadt liegt auf einer schmalen Landzunge zwischen zwei Buchten, dadurch leuchtet sie nachts wie eine Sanduhr zwischen zwei schwarzen Wasserflächen.

Was du wissen solltest:

  • Die Seilbahn kostet rund 1.800 Yen für Hin- und Rückfahrt, Kinder etwa die Hälfte. Eine Einzelfahrt liegt bei rund 1.200 Yen.
  • Zum Sonnenuntergang wird es sehr voll. Rechne mit langen Schlangen an der Talstation. Entweder du bist eine gute Stunde vorher da, oder du fährst erst gegen 20 Uhr hinauf, dann ist es entspannter und der Blick genauso schön.
  • Die Straße auf den Berg ist in der Hauptsaison abends für private Autos gesperrt. Wer nicht mit der Seilbahn will, nimmt den Bus.
  • Die Seilbahn hat einmal jährlich eine mehrtägige Wartungspause, meist im Herbst. Prüf das vorher.
  • Oben ist es auch im Sommer windig und kühl, nimm eine Jacke mit.

Panoramablick vom Mount Hakodate

Motomachi: das Viertel am Hang

Unterhalb des Berges liegt Motomachi, und das ist der Teil Hakodates, den du nicht auslassen solltest. Weil sich hier ab 1859 Kaufleute und Diplomaten aus aller Welt niederließen, stehen an den steilen Hanggassen Gebäude, die in Japan sonst kaum vorkommen:

  • eine russisch-orthodoxe Kirche mit grünen Zwiebeltürmen
  • eine katholische und eine anglikanische Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft
  • die alte öffentliche Halle im hellblauen Kolonialstil, von deren Veranda du über den Hafen siehst
  • ehemalige Konsulate und Kaufmannsvillen

Das bekannteste Motiv ist der Hang der Hachiman-zaka: eine schnurgerade, gepflasterte Gasse, die direkt aufs Meer zuläuft. Am schönsten ist sie am frühen Abend, wenn die Laternen angehen.

Die Backsteinlager am Hafen

Die Kanemori Red Brick Warehouses stammen aus dem späten 19. Jahrhundert und dienten als Handelslager. Heute stecken darin Geschäfte, Werkstätten, Cafés und Restaurants. Der Bereich ist frei zugänglich, abends beleuchtet und ein guter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.

Die Kanemori Red Brick Warehouses am HafenHistorische Backsteinlager in Hakodate

Essen in Hakodate

Die Stadt gilt als eine der besten Adressen Japans für Meeresfrüchte. Was du probieren solltest:

  • Ika, also Tintenfisch: das Wahrzeichen der Stadt, roh als Sashimi in feine Streifen geschnitten. Auf dem Morgenmarkt kannst du deinen Tintenfisch sogar selbst aus dem Becken angeln.
  • Kaisendon: eine Schüssel Reis mit Seeigel, Lachsrogen, Jakobsmuscheln und Krabbe.
  • Shio-Ramen: Hakodate ist die Heimat der klaren, salzbetonten Ramen, der leichteste der drei großen Hokkaido-Stile.
  • Lucky Pierrot: eine Burgerkette, die es nur in und um Hakodate gibt, bekannt für den chinesisch gewürzten Hähnchenburger und ein sehr eigenwilliges Interieur. Für Einheimische gehört sie zur Stadt wie der Berg.

Der Morgenmarkt liegt direkt neben dem Hauptbahnhof. Er beginnt sehr früh und die meisten Stände schließen um die Mittagszeit, plane ihn also als Frühstück ein.

Frische Meeresfrüchte in HakodateSushi und Sashimi aus Hakodate

Wenn du mehr Zeit hast

  • Goryokaku: eine sternförmige Festung aus dem 19. Jahrhundert, angelegt nach europäischem Vorbild. Die Form erkennst du nur vom Aussichtsturm daneben. Im Frühjahr blühen dort rund 1.600 Kirschbäume.
  • Yunokawa Onsen: ein Thermalbadeviertel am Stadtrand, mit der Straßenbahn erreichbar.
  • Onuma: ein Seengebiet nördlich der Stadt, gut für eine Radrunde oder eine Bootsfahrt.

Häufige Fragen zu Hakodate

Wann sollte ich auf den Berg? Entweder deutlich vor Sonnenuntergang oder erst gegen 20 Uhr. Direkt zum Sonnenuntergang sind die Schlangen am längsten.

Wie lange sollte ich bleiben? Zwei Tage. Einer für Berg, Motomachi und Hafen, einer für Markt und Goryokaku.

Brauche ich ein Auto? Nein, die Straßenbahn deckt fast alles ab. Zum Berg ist sie abends ohnehin die bessere Wahl.

Wann öffnet der Morgenmarkt? Sehr früh am Morgen, die meisten Stände schließen mittags.

Was muss ich essen? Tintenfisch in jeder Form, dazu Kaisendon und Shio-Ramen.

Fazit

Hakodate ist eine Hafenstadt mit europäischem Einschlag, wie es sie in Japan sonst kaum gibt: Zwiebeltürme über Kopfsteinpflaster, Backsteinlager am Wasser, dazu ein Berg, von dem aus die Stadt nachts wie eine Sanduhr aus Licht aussieht. Wer nach Hokkaido reist, sollte hier zwei Tage einplanen, am besten am Anfang oder Ende der Reise, weil der Shinkansen ohnehin hier ankommt.

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