Hanazono-Schrein in Shinjuku: Ruhepol, Festivalbühne und City-Magie
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Nur wenige Schritte vom Trubel in Shinjuku entfernt liegt der Hanazono-Schrein, ein stiller Ort zwischen Kaufhäusern und Neonlichtern. Für viele ist er der Schutzschrein des Viertels: ein Platz, an dem man durchatmet, eine Münze wirft und Tokio für einen Moment leise wird. In diesem Beitrag erfährst du, was den Ort ausmacht und wann sich ein Besuch besonders lohnt.
Anreise und Praktisches
- Am bequemsten über die Station Shinjuku-Sanchome, von dort sind es wenige Gehminuten.
- Vom JR-Bahnhof Shinjuku sind es rund zehn Minuten zu Fuß.
- Das Gelände ist frei zugänglich, der Eintritt kostet nichts.
- Amulette und das Tempelsiegel Goshuin bekommst du nur zu den Öffnungszeiten des Schreinbüros, meist tagsüber bis zum späten Nachmittag.
Ein Inari-Schrein mitten im Vergnügungsviertel
Der Hanazono-Schrein geht auf die Edo-Zeit zurück und ist ein Inari-Schrein. Inari ist die Gottheit für Reis, Ernte und damit auch für geschäftlichen Erfolg, weshalb sich Händler und Unternehmer hier seit Jahrhunderten Glück erbitten. Daher stammen auch die roten Torii-Reihen und die Fuchsfiguren, denn Füchse gelten als Boten dieser Gottheit.
Eine Besonderheit ist der Nebenschrein Geino Asama, der der Unterhaltungskunst gewidmet ist. Weil Shinjuku traditionell ein Viertel der Theater, Bars und Bühnen ist, kommen bis heute Schauspielerinnen, Musiker und Komiker hierher und bitten um Erfolg. An den kleinen Holztafeln liest man entsprechend viele Wünsche rund um Auftritte und Rollen.
Tori no Ichi im November
Das größte Fest des Jahres ist der Tori no Ichi, der Markt am Hahnentag. Verkauft werden Kumade, aufwendig geschmückte Bambusharken, die sinnbildlich Glück und Geld zusammenharken sollen.
Wichtig für die Planung: Das Fest richtet sich nach dem alten Tierkreiskalender und fällt auf die Hahnentage im November. Deshalb gibt es je nach Jahr zwei oder drei Termine, und sie liegen jedes Jahr anders. Wer gezielt hinwill, muss die Daten für das jeweilige Jahr nachschlagen. Gefeiert wird von der Nacht davor bis in den Abend hinein.
Ein schönes Detail: Wer eine Harke kauft, bekommt vom Stand ein rhythmisches Klatschen zum Abschluss geschenkt. Traditionell kauft man jedes Jahr eine etwas größere, wenn die Geschäfte gut gelaufen sind.
Weitere Termine im Jahr
- Setsubun Anfang Februar, mit dem Werfen von Sojabohnen zur Vertreibung des Unheils
- Das Hauptfest im Mai mit tragbaren Schreinen, die durch die Straßen des Viertels getragen werden
- Neujahr, wenn sich lange Schlangen zum ersten Schreinbesuch des Jahres bilden
Der Markt am Sonntag
An vielen Sonntagen füllen rund 25 bis 30 Stände das Gelände mit alten Stoffen, Kokeshi-Puppen, Keramik, Münzen und Kuriositäten. Das ist einer der zentralsten Flöhmärkte Tokios und ein guter Vormittagsprogrammpunkt.
Zwei Hinweise: Komm früh, viele Stände packen am Nachmittag zusammen. Und der Markt fällt aus, wenn ein Fest stattfindet oder das Wetter zu schlecht ist.
Wann du kommen solltest
- Frühmorgens: für Ruhe und gute Fotos, dann hast du das Gelände fast für dich.
- Abends: wenn die Laternen leuchten und der Kontrast zum Neon ringsum am größten ist.
- November: zum Tori no Ichi, dem eindrucksvollsten Termin des Jahres.
Zur Etikette kurz: am Wasserbecken die Hände reinigen, dann zweimal verbeugen, zweimal klatschen, den Wunsch still formulieren, einmal verbeugen. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur religiösen Etikette. Bei Zeremonien gilt: nicht blitzen und Abstand halten.
Gut kombinierbar
Der Schrein liegt zwischen mehreren sehr unterschiedlichen Orten: dem Kneipenviertel Golden Gai mit seinen winzigen Bars, dem Vergnügungsviertel Kabukicho und den großen Kaufhäusern von Shinjuku. Nirgends in Tokio liegen Stille und Trubel so dicht beieinander.
Häufige Fragen
Kostet der Besuch Eintritt? Nein, das Gelände ist frei zugänglich.
Wann ist Tori no Ichi? An den Hahnentagen im November, je nach Jahr zwei oder drei Termine. Die Daten wechseln jährlich.
Findet der Flohmarkt jeden Sonntag statt? An den meisten, aber nicht bei Festen oder schlechtem Wetter.
Bekomme ich hier ein Goshuin? Ja, während der Öffnungszeiten des Schreinbüros.
Wie lange brauche ich? 20 bis 30 Minuten, mit Flohmarkt oder Fest deutlich länger.
Fazit
Der Hanazono-Schrein zeigt Tokio im Kleinen: Füchse und Torii auf der einen Seite der Mauer, Leuchtreklame und Kaufhaus auf der anderen. Wer nach Shinjuku kommt und einen Moment Ruhe sucht, findet ihn hier in zwei Minuten Fußweg. Und wer im November da ist, erlebt eines der stimmungsvollsten Feste der Stadt.
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