Izumo Taisha: wo Japans Götter zusammenkommen

Izumo Taisha: wo Japans Götter zusammenkommen

Izumo Taisha (offiziell Izumo Ōyashiro) gilt als eines der ältesten und bedeutendsten Shintō-Heiligtümer Japans. Geweiht ist es Ōkuninushi, dem Kami für Beziehungen (縁むすび/en-musubi), deshalb pilgern viele hierher, um für Liebe, Freundschaft, gute Netzwerke oder Heilung zu beten. Der Hauptschrein (Honden) ist ein Paradebeispiel des Taisha-zukuri-Stils und seit 1952 Nationalheiligtum; die heutige Baugestalt stammt von 1744 (ca. 24 m hoch, damit der höchste Schreinbau Japans).

Anreise: so kommst du hin

  • Bahn & Lokalverkehr: Mit JR zur Station Izumoshi (San’in-Line). Von dort Ichibata-Bus (ca. 20–40 min; Ziel „Izumo-taisha/Seimon-mae“) oder die Ichibata-Bahn bis Izumo Taisha-mae, anschließend ~10 min zu Fuß. 
  • Flug: Izumo Enmusubi Airport wird innerjapanisch gut bedient; Busse fahren weiter Richtung Schrein. (Details variieren je nach Linie.) 
  • Bonus-Spaziergang: Der Strand Inasa-no-Hama mit dem Torii auf dem Felsen liegt ~1 km westlich, ideal für Sonnenuntergang & Kami-Willkommensritual-Atmosphäre.

Kurzgeschichte 

Die Entstehung verliert sich im Dunkel der Frühzeit. Schon Schriften um 950 nennen Izumo Taisha und berichten, der ursprüngliche Hauptraum sei einst rund 48 m hoch gewesen. 2000 fanden Archäologen tatsächlich Reste kolossaler Bündelpfeiler (je drei Zedern zusammengefasst), ein starkes Indiz für einen früheren Gigantenbau. Regelmäßige Restaurierungen (Sengū) hielten den Kult lebendig. 

Was Izumo Taisha besonders macht

  • Die riesige Strohseilgirlande (注連縄 Shimenawa): Vor der Kaguraden hängt Japans wohl berühmtestes Shimenawa, etwa 13,6 m lang, ~8 m Umfang, ~5 t schwer. Es markiert den Übergang ins Heilige und wird alle Jahre ersetzt. Ein Gänsehaut-Fotomotiv! 
  • Gebets-Etikette: Anders als sonst üblich klatscht man hier oft viermal (zwei Klatscher pro Person, du & dein Gegenüber/Partner), eingerahmt von zwei Verbeugungen und einem Schlussgruß. 
  • Kamiarizuki: der „Monat der anwesenden Götter“: Während Japan sonst im 10. Mondmonat von Götter-Abwesenheit spricht, versammeln sie sich in Izumo. An Inasa-no-Hama (Strand) werden die Gottheiten feierlich empfangen, dann ziehen sie zum Schrein, eine ganze Woche voller Riten. 

Die Hasen: warum überall Kaninchen?

Überall im Gelände entdeckst du Hasen-Statuen. Sie verweisen auf die Sage vom „Weißen Hasen von Inaba“: Ōkuninushi half einem verletzten Hasen; als Dank prophezeite dieser ihm seine große Liebe. Seither stehen Hase & Ōkuninushi für Mitgefühl, Heilung und en-musubi, daher die süßen Figuren, oft betend oder lesend. 

Must-see vor Ort

  • Honden (Hauptschrein): Taisha-zukuri in Reinform; 24 m hoch, innen der Sitz Ōkuninushis. 
  • Kaguraden: Bühne für heilige Tänze, darunter das Mega-Shimenawa. 

  • Shinmon-Street: Die Einkaufsstraße vorm Haupttor: Soba, Süßes & Souvenirs mit Hasen-Motiven. (Allg. Reisetipp; Shops wechseln.)

  • Inasa-no-Hama: Strand & Felsheiligtum Benten-jima:  Startpunkt der Götterprozession.

Kleine Benimmhilfe (fürs Beten)

1) Tief verbeugen (x2) → 2) viermal klatschen → 3) still wünschen/danken → 4) Schlussverbeugung. Münze vorher in die Box, Kamera beim Gebet kurz senken.

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