Jigokudani Snow Monkeys: Ein Sommerbesuch im Tal der heißen Quellen
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Der Jigokudani Yaen Koen in der Präfektur Nagano ist der einzige Ort der Welt, an dem Affen regelmäßig in heißen Quellen baden. Im Winter liefert das die berühmten Bilder, im Sommer ist das Tal grün und still. Wir waren im Sommer dort, und in diesem Beitrag erfährst du, was dich wann erwartet und wie du hinkommst.
Warum diese Affen berühmt sind
Japanmakaken leben weiter nördlich als alle anderen Affenarten der Welt, sie werden deshalb auch Schneeaffen genannt. Das Besondere an Jigokudani ist aber ein erlerntes Verhalten: Hier baden sie in den heißen Quellen, und das machen sie sonst nirgends.
Die Geschichte dazu ist gut belegt: In den 1960er Jahren stieg ein junges Weibchen in das Außenbecken eines Gasthauses. Andere Tiere schauten sich das ab, und innerhalb weniger Jahre gehörte das Baden zum Repertoire der ganzen Gruppe. Es ist damit eines der bekanntesten Beispiele dafür, dass Tiere Kulturtechniken weitergeben. Weil die Affen zunehmend in die Bäder der Menschen kamen, legte man 1964 den Park an und richtete ihnen ein eigenes Becken ein.

Sommer oder Winter?
Das entscheidet darüber, was du siehst, deshalb ganz offen:
- Winter, etwa Dezember bis März: Das ist die Zeit der bekannten Bilder. Die Tiere haben dichtes Fell, sitzen mit Schnee auf dem Kopf im dampfenden Wasser und bleiben lange im Becken, weil sie sich wärmen. Der Weg dorthin ist dann allerdings vereist.
- Sommer: Die Affen baden nur kurz oder gar nicht, weil sie es nicht nötig haben. Das Fell wirkt struppig, dafür sind sie viel unterwegs, am Fluss, auf Felsen und im Schatten. Du siehst mehr Sozialverhalten, Fellpflege und spielende Jungtiere.
Wer wegen der klassischen Fotos kommt, sollte im Winter reisen. Wer die Tiere beim normalen Leben beobachten will, ist im Sommer gut aufgehoben, und es ist deutlich leerer.
Ein praktischer Tipp: Der Park betreibt eine Livekamera am Becken. Wirf vor der Anfahrt einen Blick darauf, dann weißt du, ob überhaupt Tiere da sind. Sie sind wild und kommen freiwillig.

Anreise
- Ab Nagano mit der Nagano-Dentetsu-Linie bis Yudanaka, rund 45 Minuten.
- Von dort mit dem Bus etwa zehn Minuten bis zur Haltestelle Snow Monkey Park.
- Dann kommt der Teil, den viele unterschätzen: Vom Parkplatz führt ein etwa anderthalb Kilometer langer Waldweg zum Eingang, leicht ansteigend und unbefestigt. Rechne mit 30 bis 45 Minuten pro Richtung. Unterwegs gibt es nichts, also nimm Wasser mit.
- Es gibt Kombitickets ab Nagano, die Bahn, Bus und Eintritt bündeln. Wenn du hin und zurück fährst, lohnen sie sich meist.
Im Winter ist der Weg vereist und rutschig. Feste Schuhe sind Pflicht, Spikes zum Überziehen sind sehr zu empfehlen und werden teils vor Ort verliehen.

Öffnungszeiten und Preise
- April bis Oktober etwa 8:30 bis 17 Uhr, November bis März etwa 9 bis 16 Uhr
- Geöffnet an sieben Tagen die Woche, ohne feste Ruhetage
- Eintritt 800 Yen für Erwachsene, 400 Yen für Kinder von 6 bis 17 Jahren, jünger frei
- Kurzfristige Schließungen sind bei Unwetter möglich, tagesaktuelle Angaben stehen auf der Parkseite
Plane den Besuch nicht auf den letzten Drücker, sonst wird der Rückweg im Dunkeln unangenehm.
Verhaltensregeln
Das sind Wildtiere, keine Zootiere. Die Regeln sind entsprechend ernst gemeint:
- Abstand halten und die Affen niemals berühren.
- Nicht füttern und nichts liegen lassen. Iss auch nichts sichtbar in ihrer Nähe.
- Blick nicht fixieren, direktes Anstarren gilt unter Affen als Drohung.
- Ruhig bewegen, leise sprechen, kein Blitzlicht.
- Taschen geschlossen halten und nichts baumeln lassen.



Einkehr nach dem Waldweg
Am Ausgangspunkt liegt das Enza Café mit dem angeschlossenen Ramen Enza. Wir haben dort Karaage gegessen, außen knusprig, innen saftig, mit einem Spritzer Zitrone und etwas Mayonnaise. Dazu passt eine Schüssel Ramen oder an warmen Tagen etwas Kaltes.


Gut kombinierbar
Ganz in der Nähe liegt der historische Onsen-Ort Shibu, ein Dorf mit hölzernen Gasthäusern an einer engen Gasse. Übernachtungsgäste bekommen dort einen Schlüssel für die neun öffentlichen Bäder des Ortes und wandern im Yukata von einem zum nächsten. Wer eine Nacht bleibt, kann morgens als einer der Ersten im Affenpark sein.
Häufige Fragen zu den Schneeaffen
Baden die Affen im Sommer? Selten und nur kurz. Die klassischen Badebilder entstehen im Winter.
Wie lange ist der Fußweg? Rund anderthalb Kilometer bergauf, je nach Tempo 30 bis 45 Minuten pro Richtung.
Was kostet der Eintritt? 800 Yen für Erwachsene, 400 Yen für Kinder.
Sehe ich garantiert Affen? Nein, sie sind frei lebend. Die Livekamera des Parks hilft bei der Entscheidung.
Geht das mit kleinen Kindern? Ja, aber der Weg ist lang und im Winter rutschig. Rechne die Strecke realistisch ein.
Fazit
Jigokudani ist einer der wenigen Orte, an denen man Wildtieren so nah kommt, ohne dass sie eingesperrt sind. Im Winter bekommst du das berühmte Bild vom Affen im dampfenden Wasser, im Sommer dafür Ruhe, grünes Tal und viel Zeit zum Beobachten. Beides lohnt sich, du solltest nur wissen, worauf du dich einlässt, und den Waldweg nicht unterschätzen.
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