Kagoshima mit Blick auf den Vulkan Sakurajima

Kagoshima hautnah: Vulkane, Feuerwerk und das echte Japan

Kagoshima im Süden von Kyushu wird gern das Neapel Japans genannt: eine Stadt am Wasser, gegenüber ein aktiver Vulkan, dazu mildes Klima und eine sehr entspannte Stimmung. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unseren ersten Tag vor Ort und geben dir die praktischen Informationen mit, die du zum Nachreisen brauchst.

Anreise nach Kagoshima

  • Mit dem Sanyo- und Kyushu-Shinkansen ab Shin-Osaka in etwa vier Stunden, ab Hakata in Fukuoka in gut anderthalb Stunden.
  • Mit dem Flugzeug oft deutlich günstiger, unter anderem mit Billigfluglinien wie Peach oder Skymark. Vom Flughafen fährt ein Bus in rund 40 Minuten zum Bahnhof Kagoshima-Chuo.
  • Innerhalb der Stadt kommst du mit der Straßenbahn fast überall hin, sie ist günstig und einfach zu verstehen.

Erster Eindruck

Kagoshima ist eine Stadt, in der man schnell ankommt: überschaubar, freundlich und angenehm unaufgeregt. Wer Japan schon mehrfach bereist hat und etwas jenseits von Tokio und Kyoto sucht, ist hier richtig.

Unser erstes Ziel war das Riesenrad auf dem Dach des Kaufhauses Amu Plaza direkt am Bahnhof Kagoshima-Chuo. Für rund 500 Yen bekommst du einen sehr guten Überblick über Stadt, Bucht und Vulkan. Eine klare Empfehlung, besonders zum Sonnenuntergang.

Blick vom Riesenrad des Amu Plaza über Kagoshima

Riesenrad auf dem Dach des Amu Plaza in Kagoshima

Kino auf Japanisch

Weil es schon Abend war, haben wir spontan etwas Ungewöhnliches gemacht und sind ins Kino gegangen. Wir haben für Tickets und Snacks zusammen gut 5.000 Yen gezahlt, das war unsere Wahl an dem Abend und nicht der Normalpreis: Eine reguläre Kinokarte kostet in Japan meist um die 2.000 Yen, und am ersten Tag jedes Monats, dem sogenannten Kinotag, zahlst du deutlich weniger.

Das Erlebnis selbst lohnt sich trotzdem: Die Säle sind gepflegt, das Publikum bleibt bis zum Ende des Abspanns sitzen, und die Snackauswahl ist eine andere als bei uns.

Kino in Kagoshima am Abend

Essen in Kagoshima

Danach ging es in eine kleine Izakaya. Eigentlich wollten wir das berühmte Kurobuta probieren, das schwarze Schwein aus Kagoshima, aber es war schon ausverkauft. Der Abend war trotzdem großartig.

Wenn du hier isst, solltest du diese Spezialitäten auf dem Zettel haben:

  • Kurobuta: das schwarze Schwein, meist als Shabu-Shabu oder als paniertes Katsu.
  • Satsuma-age: frittierte Fischkuchen, die es an jeder Ecke gibt.
  • Shirokuma: das lokale Eisdessert aus Raspeleis, Kondensmilch und Früchten, benannt nach dem Eisbären.
  • Shochu: Kagoshima ist die Hochburg des Süßkartoffel-Shochu. In den Kneipen wird er meist mit heißem Wasser gemischt getrunken.

Das größte Ausgehviertel ist Tenmonkan, eine überdachte Einkaufs- und Kneipenstraße wenige Stationen vom Bahnhof entfernt.

Japanische Gerichte in einer Izakaya in Kagoshima

Abendessen in einer Izakaya in Kagoshima

Sakurajima: der aktive Vulkan

Am nächsten Tag ging es nach Sakurajima. Wir hatten vorab eine geführte Tour gebucht, was sich gelohnt hat, weil man ohne Auto nur eingeschränkt über die Insel kommt.

Die Fähre legt am Kagoshima Port ab und braucht rund 15 Minuten. Sie fährt rund um die Uhr, tagsüber alle 10 bis 15 Minuten, nachts seltener. Die einfache Fahrt kostet etwa 200 Yen für Erwachsene, Kinder zahlen die Hälfte. Bezahlt wird bei der Rückkehr in Kagoshima.

Fähre von Kagoshima nach Sakurajima

Wenn du ohne Tour unterwegs bist, nimm den Island View Bus, der die wichtigsten Aussichtspunkte abfährt, darunter den Yunohira-Aussichtspunkt, den höchsten für Besucher zugänglichen Punkt am Vulkan. Der Gipfel selbst ist gesperrt, rund um den Krater gilt eine Sperrzone.

Unser erster Stopp war ein kleiner Tempel, danach ein Konbini, wo uns unsere Reiseleiterin auf eine Spezialität hinwies: die Sakurajima-Komikan, eine der kleinsten Mandarinen der Welt. Wir haben sie als Limonade probiert, fruchtig und sehr erfrischend.

Limonade aus Sakurajima-Komikan-Mandarinen

Blick auf den Vulkan Sakurajima

Vulkan mit allen Sinnen

Am Visitor Center gibt es ein kostenloses Fußbad, dessen Wasser vulkanisch erhitzt wird. Sakurajima gehört zu den aktivsten Vulkanen Japans und stößt regelmäßig kleinere Aschewolken aus.

In einem Handwerksladen haben wir an einem Workshop teilgenommen und aus pulverisiertem Vulkangestein kleine Objekte geformt, bei uns wurde es eine Miniatur des Sakurajima. Dort gibt es auch handgemachtes Geschirr aus Vulkangestein, ein sehr schönes Mitbringsel.

Workshop mit pulverisiertem Vulkangestein auf Sakurajima

Handgemachtes Geschirr aus Vulkangestein

Was du über die Asche wissen solltest

Je nach Windrichtung regnet feine Vulkanasche auf die Stadt. Das ist für Kagoshima Alltag, für Besucher aber ungewohnt:

  • An Straßen stehen gelbe Säcke, in denen Anwohner die Asche sammeln.
  • Ein Schirm hilft auch bei Sonnenschein, ebenso eine Sonnenbrille.
  • Kontaktlinsen sind an Aschetagen unangenehm, Brille ist die bessere Wahl.
  • Die lokalen Wetterberichte zeigen die Aschevorhersage genauso selbstverständlich wie den Regen.

Feuerwerk am Meer

Zum Abschluss unseres Tages haben wir ein großes Feuerwerk an der Bucht gesehen, mit weit über zehntausend Menschen ringsum. Ein magischer Moment.

Wenn du das gezielt einplanen willst: Das größte Feuerwerk der Region findet im August an der Bucht von Kinko statt und gehört zu den größten in ganz Kyushu. Unterkünfte sind an diesem Wochenende früh ausgebucht, und die Straßenbahnen sind danach sehr voll.

Feuerwerk am Meer in Kagoshima

Feuerwerk über der Bucht von Kagoshima

Was wir beim nächsten Mal einplanen

  • Sengan-en: ein historischer Garten am Wasser, der den Vulkan bewusst als Kulisse einbezieht, dazu ein Museum zur Industriegeschichte der Region.
  • Shiroyama-Aussichtspunkt: der klassische Blick über Stadt und Vulkan, besonders am Morgen.
  • Ibusuki: etwa eine Zugstunde südlich, berühmt für Sandbäder am Strand, bei denen man in warmem Vulkansand eingegraben wird.
  • Chiran: gut erhaltene Samuraihäuser mit Gärten und ein Teegebiet, aus dem einer der bekanntesten Grüntees Japans stammt.

Häufige Fragen zu Kagoshima

Wie viele Tage sollte ich einplanen? Zwei Tage für Stadt und Sakurajima, drei bis vier, wenn Ibusuki oder Chiran dazukommen.

Ist der Vulkan gefährlich? Sakurajima wird laufend überwacht, rund um den Krater gilt eine Sperrzone. Die touristisch zugänglichen Bereiche sind sicher, Warnstufen werden öffentlich angezeigt.

Brauche ich ein Auto? In der Stadt nicht, dort fährt die Straßenbahn. Auf Sakurajima ist ein Auto, eine Tour oder der Island View Bus sinnvoll.

Wann ist die beste Reisezeit? Frühling und Herbst sind angenehm, der Sommer ist heiß, dafür ist Feuerwerkssaison. Der Winter ist mild.

Lohnt sich Kagoshima für einen ersten Japan-Besuch? Eher für die zweite oder dritte Reise. Wer aber Vulkane, gutes Essen und wenig Trubel mag, wird hier sehr glücklich.

Fazit

Kagoshima hat uns sofort überzeugt: entspannte Stadt, spektakulärer Vulkan direkt gegenüber, hervorragendes Essen und kleine Erlebnisse wie das Riesenrad oder der Workshop mit Vulkangestein. Wer Japan abseits der großen Routen sucht und trotzdem gut angebunden sein möchte, sollte den Süden von Kyushu einplanen.

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