Kobe City Museum, Begegnungen zwischen Ost und West

Kobe City Museum, Begegnungen zwischen Ost und West

Das Kobe City Museum steht im ehemaligen Ausländerviertel der Stadt und erzählt genau die Geschichte, die zu diesem Ort gehört: wie Japan über den Hafen mit der Welt in Berührung kam. In diesem Beitrag erfährst du, was du dort siehst, was es kostet und warum ein Begriff aus der Ausstellung sich zu merken lohnt.

Warum dieses Museum hier steht

Kobe war jahrhundertelang ein normaler Hafen, bis er 1868 für den Handel mit dem Ausland geöffnet wurde. Kaufleute aus Europa und Amerika ließen sich daraufhin in einem eigens ausgewiesenen Viertel nieder, und aus diesem Handelsplatz wurde die internationalste Stadt Japans.

Genau in diesem Viertel steht das Museum, und zwar in einem ehemaligen Bankgebäude von 1935 mit mächtiger Säulenfassade. Rundherum stehen weitere Büro- und Handelshäuser im westlichen Stil, das Viertel lohnt schon für sich einen Spaziergang.

Kobe City Museum im ehemaligen Ausländerviertel

Namban, oder was der Kern der Sammlung ist

Das Herzstück des Hauses ist die Sammlung sogenannter Namban-Kunst. Der Begriff bedeutet wörtlich südliche Barbaren und war die japanische Bezeichnung für die Portugiesen und Spanier, die im 16. Jahrhundert von Süden her mit ihren Schiffen ankamen. Gemeint ist damit keine Beleidigung im heutigen Sinn, sondern schlicht: die Fremden aus dem Süden.

Japanische Maler hielten diese Ankunft in großen Stellschirmen fest, und das Ergebnis ist faszinierend: Man sieht europäische Segelschiffe, Kaufleute in Pluderhosen, Missionare, Diener und exotische Tiere, alles gemalt mit japanischer Technik und aus japanischer Perspektive. Es ist der seltene Fall, dass wir Europäer einmal die Fremden sind, die staunend betrachtet werden.

Nimm dir für diese Schirme Zeit und achte auf die Details: Kleidung, Schiffstakelage, Gesichtsausdrücke und kleine Alltagsszenen am Rand.

Was du sonst siehst

  • Bronzefunde aus der Yayoi-Zeit: In Kobe wurden Glocken und Waffen aus Bronze gefunden, die über zweitausend Jahre alt sind und als Nationalschatz eingestuft wurden. Sie dienten vermutlich rituellen Zwecken.
  • Alte Karten und Stadtgeschichte: Darstellungen des Hafens und seiner Entwicklung, vom kleinen Handelsplatz zur internationalen Stadt.
  • Wechselausstellungen, für die das Haus regelmäßig größere Leihgaben nach Kobe holt.

Ausstellungsraum im Kobe City Museum

Praktische Angaben

  • Eintritt: für die Dauerausstellung rund 300 Yen, Sonderausstellungen kosten deutlich mehr und werden separat berechnet.
  • Geöffnet: meist von 9:30 bis 17:30 Uhr, freitags und samstags länger, letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss.
  • Ruhetag: montags, bei Feiertagen mit Ausnahmen.
  • Zeitbedarf: ein bis zwei Stunden.
  • Anfahrt: rund zehn Gehminuten von den Bahnhöfen Sannomiya oder Motomachi, die U-Bahn-Station im Viertel liegt noch näher.

Gut kombinierbar

Die Geschichte, die hier erzählt wird, lässt sich draußen weiterverfolgen. Im Viertel Kitano am Hang stehen die Wohnhäuser der ausländischen Kaufleute, viele davon sind heute zu besichtigen, etwa im Weathercock House und Moegi House. Zusammen ergibt das einen sehr runden Tag zum Thema Kobe und die Welt.

Häufige Fragen

Was kostet der Eintritt? Rund 300 Yen für die Dauerausstellung, Sonderausstellungen extra.

Was bedeutet Namban? Wörtlich südliche Barbaren, die japanische Bezeichnung für die Portugiesen und Spanier des 16. Jahrhunderts.

Wie lange brauche ich? Ein bis zwei Stunden.

Wann ist geschlossen? Montags, an Feiertagen gibt es Ausnahmen.

Lohnt es sich mit Kindern? Eher mit älteren. Es ist ein ruhiges Museum ohne Mitmachstationen.

Fazit

Das Kobe City Museum ist der beste Ort, um zu verstehen, warum diese Stadt anders ist als der Rest Japans. Am eindrücklichsten sind die gemalten Stellschirme mit den ankommenden Europäern, weil sie die Perspektive umdrehen: Hier sind einmal wir die Fremden, die neugierig beobachtet werden. Für 300 Yen bekommt man selten so viel Geschichte.

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