Kobe Kitano: Weathercock House und Moegi House
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Am Hang oberhalb der Innenstadt von Kobe steht ein Viertel, das in Japan seinesgleichen sucht: Kitano, wo europäische und amerikanische Kaufleute ihre Wohnhäuser bauten. Die beiden bekanntesten sind das Weathercock House und das Moegi House. In diesem Beitrag erfährst du, warum es diese Häuser gibt, was sie kosten und wie du den Besuch planst.
Warum hier westliche Villen stehen
Als der Hafen von Kobe 1868 für den Handel mit dem Ausland geöffnet wurde, kamen Kaufleute aus Europa und Amerika in die Stadt. Ihr Geschäftsviertel lag unten am Wasser, dort steht heute das Stadtmuseum. Zum Wohnen zog es viele von ihnen an den kühleren Hang hinauf.
So entstand in Kitano eine ganze Nachbarschaft aus Häusern im westlichen Stil, die auf Japanisch Ijinkan heißen, wörtlich Häuser der Fremden. Rund zwanzig davon sind heute zu besichtigen, viele weitere prägen als Privathäuser und Cafés das Straßenbild.
Für uns wirkt so ein Haus vertraut, in Japan ist es eine Sehenswürdigkeit. Genau dieser umgedrehte Blick macht den Besuch reizvoll.
Das Weathercock House
Das bekannteste Haus des Viertels wurde um 1909 gebaut, und zwar für einen deutschen Kaufmann. Es ist das einzige der Häuser in Kitano mit einer Fassade aus rotem Backstein und steht als wichtiges Kulturgut unter Denkmalschutz.
Seinen Namen verdankt es dem Wetterhahn auf der schlanken Turmspitze, der zum Wahrzeichen des ganzen Viertels geworden ist. Innen ist das Haus mit Möbeln der Zeit eingerichtet, aus den oberen Räumen schaust du über die Stadt hinunter zur Bucht.
Wenn du wissen willst, was Deutsche sonst noch in Japan hinterlassen haben, lies unseren Beitrag über Naruto, wo deutsche Kriegsgefangene Beethovens Neunte nach Japan brachten.

Das Moegi House
Nur wenige Schritte entfernt steht das Moegi House, ein zartgrünes Holzhaus von 1903, ursprünglich die Residenz eines amerikanischen Generalkonsuls. Auch es ist als wichtiges Kulturgut eingestuft.
Im Gegensatz zum dunklen Backstein nebenan wirkt es hell und leicht, mit großen Fenstern und einer Veranda. Der grüne Anstrich wurde bei der Restaurierung anhand alter Farbschichten rekonstruiert. Achte innen auf die Holzarbeiten, die Fenstersprossen und die kleinen Zierdetails.

Öffnungszeiten und Preise
Weathercock House
- Geöffnet von 9 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16:45 Uhr
- Eintritt 500 Yen, Schüler frei
- Ruhetag: dritter Dienstag im Monat
Moegi House
- Geöffnet von 9:30 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17:45 Uhr
- Eintritt 400 Yen, Schüler frei
- Ruhetag: dritter Mittwoch im Februar und der Folgetag
Für beide Häuser zusammen gibt es ein günstigeres Kombiticket, teils auch für mehrere Häuser des Viertels. Frag an der Kasse danach, bevor du einzeln bezahlst.
Praktisches zum Besuch
- Anfahrt: Von Sannomiya sind es rund 15 bis 20 Minuten bergauf, und das ist wirklich steil. Von der Shinkansen-Station Shin-Kobe ist der Weg kürzer und flacher, das ist die bequemere Variante. Alternativ fährt ein Bus.
- Schuhe: Das Viertel liegt am Hang und ist gepflastert. Bequeme Schuhe helfen sehr.
- Zeitbedarf: ein bis zwei Stunden für beide Häuser, mit Bummel durch die Gassen ein halber Tag.
- Beste Zeit: morgens ist es ruhig, am späten Nachmittag ist das Licht für Fotos am schönsten.
- Kaffeepause: Eine der bekanntesten Kaffeefilialen Japans sitzt hier in einem restaurierten alten Wohnhaus. Du trinkst deinen Kaffee also in einem Denkmal.

Ein Vorschlag für den Rundgang
- Start ab Shin-Kobe, von dort ist der Aufstieg am kürzesten.
- Weathercock House, dann fünf Minuten weiter zum Moegi House.
- Durch die Gassen bummeln und in einem der Cafés pausieren.
- Abstieg Richtung Innenstadt mit Blick auf die Bucht, unten weiter ins Stadtmuseum.
Häufige Fragen zu Kitano
Was kostet der Besuch? 500 Yen für das Weathercock House, 400 Yen für das Moegi House, das Kombiticket ist günstiger.
Warum stehen dort westliche Häuser? Weil sich nach der Öffnung des Hafens 1868 ausländische Kaufleute an diesem Hang niederließen.
Wie komme ich am einfachsten hin? Von Shin-Kobe zu Fuß, das ist kürzer und flacher als von Sannomiya.
Lohnen sich alle Häuser? Nein. Zwei bis drei reichen, danach ähneln sie sich stark.
Wie viel Zeit brauche ich? Ein bis zwei Stunden für die beiden Häuser, mit Viertel und Café ein halber Tag.
Fazit
Kitano ist einer der ungewöhnlichsten Orte Japans, weil hier ausgerechnet europäische Architektur zur Sehenswürdigkeit geworden ist. Das Weathercock House mit seinem roten Backstein, gebaut für einen deutschen Kaufmann, und das hellgrüne Moegi House gegenüber erzählen zusammen die Geschichte einer Stadt, die sich früh der Welt geöffnet hat. Nimm dir Zeit für die Gassen dazwischen, die sind fast das Schönste daran.
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