Kurzer Ausflug nach Okayama: kompakt und inspirierend

Kurzer Ausflug nach Okayama: kompakt und inspirierend

Okayama liegt an der Südküste Honshus zwischen Kobe und Hiroshima und ist über die große Brücke über das Seto-Binnenmeer das Tor nach Shikoku. Die Stadt hat einen der drei schönsten Gärten Japans, eine pechschwarze Burg und deutlich weniger Reisende als Kyoto oder Osaka. In diesem Beitrag findest du unsere Highlights und die Planungsangaben dazu.

Anreise

  • Ab Tokio mit dem Shinkansen ohne Umsteigen in gut drei Stunden.
  • Ab Osaka in unter einer Stunde, damit ist sogar ein Halbtagesausflug möglich.
  • Mit dem Auto ab Osaka rund zweieinhalb Stunden. Das lohnt sich vor allem für die Aussichtspunkte an der Küste.

Die Stadt selbst ist kompakt. Zwischen Bahnhof, Garten und Burg verkehrt eine Straßenbahn, zu Fuß sind es rund 25 Minuten.

Shinkansen auf dem Weg nach Okayama

Korakuen, einer der drei großen Gärten Japans

Das ist der eigentliche Grund, warum die meisten nach Okayama kommen. Der Korakuen zählt gemeinsam mit dem Kenrokuen in Kanazawa und dem Kairakuen in Mito zu den drei berühmtesten Landschaftsgärten des Landes.

Angelegt wurde er um 1700 als Erholungsort des lokalen Fürsten. Ungewöhnlich für einen japanischen Garten sind die weiten Rasenflächen, dazu kommen Teiche, Teehäuser, ein Ahornhain, ein Pflaumengarten und sogar ein kleines Reisfeld und eine Teeplantage. Von den Hügeln im Garten hast du die Burg als Kulisse im Blick.

  • Eintritt rund 500 Yen für Erwachsene, es gibt ein Kombiticket mit der Burg.
  • Geöffnet im Sommerhalbjahr ab 7:30 Uhr, sonst ab 8 Uhr, bis zum späten Nachmittag.
  • Plane mindestens eine Stunde ein, mit Teepause länger.
  • Zu einzelnen Terminen im Sommer und Herbst ist der Garten abends beleuchtet.

Die schwarze Burg

Direkt gegenüber, nur über den Fluss, steht die Burg von Okayama. Wegen ihrer schwarz gelackten Wandbretter trägt sie den Beinamen Krähenburg, ein bewusster Gegenentwurf zur weißen Burg von Himeji, die nicht weit entfernt liegt.

Ehrlicherweise: Der heutige Turm ist ein Nachbau von 1966, das Original brannte im Krieg ab. Innen ist er als Museum eingerichtet und wurde vor wenigen Jahren umfassend modernisiert.

  • Eintritt rund 400 Yen für Erwachsene, Schulkinder 100 Yen.
  • Geöffnet meist von 9 bis 17:30 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr.

Die schwarze Burg von Okayama am Asahi-Fluss

Die Stadt des Pfirsichjungen

Wenn dir in Okayama ständig ein Junge mit Hund, Affe und Fasan begegnet, hat das einen Grund. Die Stadt gilt als Heimat von Momotaro, dem Pfirsichjungen aus einem der bekanntesten Märchen Japans: Ein kinderloses Paar findet einen riesigen Pfirsich im Fluss, darin steckt ein Junge, der später mit drei Tieren als Gefährten gegen Dämonen zieht.

Vor dem Bahnhof steht seine Statue, die Hauptstraße trägt seinen Namen, und das klassische Mitbringsel der Stadt sind Kibi Dango, kleine süße Reisklößchen. Im Märchen bezahlt Momotaro seine Gefährten genau damit.

Obst aus Okayama

Die Präfektur ist in Japan als Früchtegarten bekannt, weil das Klima am Binnenmeer besonders mild und trocken ist. Zwei Erzeugnisse haben landesweit Ruf:

  • Weiße Pfirsiche: hell, sehr süß und so empfindlich, dass sie einzeln in Papier gewickelt werden. Saison ist der Hochsommer.
  • Muskattrauben: große grüne Beeren mit intensivem Aroma, ebenfalls im Sommer und frühen Herbst.

Beides ist teuer, gilt in Japan aber als klassisches Geschenk. Als Saft, Gelee oder Süßigkeit bekommst du es das ganze Jahr.

Der Aussichtspunkt über dem Binnenmeer

Unsere klare Empfehlung: das Washuzan-Aussichtsdeck im Süden der Präfektur, am besten zum Sonnenuntergang. Von dort siehst du über die vielen kleinen Inseln des Seto-Binnenmeers und auf die lange Brücke, die nach Shikoku führt. Live wirkt das deutlich beeindruckender als auf Fotos.

Erreichbar ist der Punkt mit dem Auto oder per Bus, plane die Rückfahrt aber vorher, die Verbindungen sind dünn. Oben trafen wir übrigens eine Crew beim Dreh eines Musikvideos, ein schöner Beweis dafür, dass der Ort auch unter Einheimischen bekannt ist.

Blick vom Washuzan-Aussichtsdeck auf die Brücke über das Seto-BinnenmeerAussichtspunkt am Washuzan über dem Seto-Binnenmeer

Der Abstecher, den du einplanen solltest

Rund 15 Bahnminuten entfernt liegt Kurashiki mit seinem historischen Viertel: ein Kanal, gesäumt von Weiden und weiß verputzten Lagerhäusern aus der Edo-Zeit, durch den kleine Boote staken. Dort steht auch eines der ältesten Museen für westliche Kunst in Japan.

Für viele Reisende ist Kurashiki der eigentliche Höhepunkt der Region. Und wer sich für Mode interessiert: Im Süden der Stadt liegt Kojima, der Geburtsort der japanischen Jeansproduktion, mit einer ganzen Straße voller Denim-Manufakturen.

Essen in Okayama

Wir sind abends für Ramen und knuspriges Karaage losgezogen, beides sehr gut. Regional typisch sind außerdem:

  • Barazushi: eine reich belegte Sushi-Schüssel mit Meeresfrüchten und Gemüse, das Festessen der Region.
  • Meeresfrüchte aus dem Binnenmeer, besonders Seezunge und Muscheln.
  • Kibi Dango als Mitbringsel.

Ramen in einem Restaurant bei Okayama

So planst du den Besuch

  1. Vormittags in den Korakuen, dann ist es am ruhigsten.
  2. Über die Brücke zur Burg, beides zusammen dauert einen halben Tag.
  3. Nachmittags nach Kurashiki oder mit dem Auto an die Küste.
  4. Zum Sonnenuntergang aufs Washuzan-Deck.

Häufige Fragen zu Okayama

Warum lohnt sich Okayama? Wegen des Korakuen, der zu den drei schönsten Gärten Japans zählt, und weil es dort deutlich leerer ist als in Kyoto.

Reicht ein Tag? Für Garten und Burg ja. Mit Kurashiki und der Küste solltest du zwei einplanen.

Was kostet der Eintritt? Rund 500 Yen für den Garten, etwa 400 für die Burg, dazu ein günstigeres Kombiticket.

Brauche ich ein Auto? Für die Stadt nicht, für die Aussichtspunkte an der Küste ist es sehr praktisch.

Was ist das typische Mitbringsel? Kibi Dango, dazu im Sommer weiße Pfirsiche und Muskattrauben.

Fazit

Okayama ist ideal für einen ruhigen Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Kansai und Hiroshima: ein Garten von nationalem Rang, eine schwarze Burg gegenüber, süßes Obst und ein Kanalviertel in Reichweite. Und das alles ohne die Menschenmengen, die man aus den bekannteren Städten kennt.

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