Arashiyama in Kyoto entdecken: Bambuswald, Affenpark und mehr
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Arashiyama liegt im Westen von Kyoto am Fuß des gleichnamigen Bergs und ist einer der beliebtesten Stadtteile der Stadt. Bambuswald, Zen-Garten, Affenberg und Flusslandschaft liegen hier dicht beieinander, entsprechend voll wird es. Mit der richtigen Reihenfolge und einem frühen Start bekommst du trotzdem einen ruhigen Tag. Ein genereller Hinweis für Kyoto: Viele Tempel und Gärten schließen bereits zwischen 16 und 17 Uhr.
Anfahrt nach Arashiyama
- JR Sagano Line: Ab Kyoto Station in etwa 15 Minuten bis Saga-Arashiyama, die schnellste Variante. Mit dem Japan Rail Pass ist die Fahrt inklusive.
- Randen-Straßenbahn: Die kleine Bahn endet direkt im Ortskern. Am Bahnsteig steht der Kimono Forest, hunderte beleuchtete Säulen mit Kimono-Stoffmustern, abends ein schönes Fotomotiv.
- Hankyu Arashiyama Line: endet südlich des Flusses, von dort führt die Brücke ins Zentrum. Der Japan Rail Pass gilt hier nicht.
- Bus: ab Kyoto Station oder Shijo Kawaramachi je nach Verkehr 30 bis 50 Minuten, morgens und am späten Nachmittag oft sehr voll. Die Bahn ist meist die bessere Wahl.

Die Togetsukyo-Brücke
Das Wahrzeichen des Viertels heißt übersetzt Brücke, die den Mond überquert. Der Name geht auf einen Kaiser der Heian-Zeit zurück, der beobachtete, wie der Mond scheinbar über die Brücke wanderte.
Die heutige Konstruktion stammt aus den 1930er Jahren und besteht aus Beton, wurde aber bewusst in Holzoptik gestaltet. Sie überspannt den Katsura-Fluss und verbindet den nördlichen mit dem südlichen Teil von Arashiyama. Am schönsten ist sie zur Kirschblüte und im Herbst, wenn sich die Hänge dahinter verfärben. Rundherum findest du Cafés, Souvenirläden und Fahrradverleihe.




Der Bambuswald
Der Bambusweg ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich. Genau das ist dein wichtigster Hebel: Wer vor 8 Uhr da ist, hat den Weg fast für sich, ab dem Vormittag schiebt sich die Menge hindurch.
Sei nicht enttäuscht, wenn der Wald kleiner ist als erwartet, der eigentliche Hauptweg ist nur ein paar hundert Meter lang. Dafür ist die Wirkung des Lichts zwischen den Halmen tatsächlich so schön wie auf den Fotos. Am Rand des Weges liegt der kleine Schrein Nonomiya-jinja, traditionell ein Ort für Wunsch nach Partnerschaft und gute Studienabschlüsse.
Wer nicht laufen möchte, kann sich in einer Jinrikisha, einer handgezogenen Rikscha, durch die Gassen fahren lassen. Die Fahrerinnen und Fahrer erklären unterwegs auch das Viertel.

Tenryu-ji
Der Zen-Tempel Tenryu-ji gehört als Teil des historischen Kyoto zum UNESCO-Welterbe. Der Eintritt kostet 500 Yen für den Garten, 300 Yen zusätzlich für die Gebäude, zusammen 800 Yen.
Herzstück ist der Sogenchi-Garten rund um einen Teich, einer der ältesten Landschaftsgärten Japans, der noch weitgehend im Original erhalten ist. Er nutzt die Berge dahinter als Teil der Komposition, ein gestalterisches Prinzip, das auf Japanisch shakkei heißt, also geliehene Landschaft. Im Hauptgebäude siehst du klassische Zen-Architektur mit bemalten Schiebetüren.
Praktisch: Der nördliche Ausgang des Tempelgartens führt dich direkt in den Bambuswald. Wenn du den Tempel zur Öffnung besuchst, lässt sich beides gut verbinden.


Okochi Sanso
Wenige Minuten hinter dem Bambuswald liegt die ehemalige Villa des Stummfilmschauspielers Okochi Denjiro. Der Eintritt kostet 1.000 Yen und schreckt viele ab, genau deshalb ist es hier deutlich ruhiger. Im Preis enthalten ist eine Schale Matcha mit einer Süßigkeit im Teehaus.
Der Rundweg führt über einen Hügel an mehreren historischen Gebäuden vorbei, darunter ein kleiner buddhistischer Andachtsraum, und öffnet sich immer wieder zu Ausblicken über Kyoto. Für uns der lohnendste Eintritt in ganz Arashiyama.
Iwatayama Affenpark
Auf dem Berg südlich des Flusses leben rund 120 frei lebende Japanmakaken. Der Eintritt kostet 800 Yen für Erwachsene und 400 Yen für Kinder, hinauf geht es zu Fuß in etwa 20 Minuten, teils recht steil. Oben erwarten dich die Affen und ein großartiger Blick über die Stadt.
Wichtig sind die Regeln, sie dienen deiner Sicherheit:
- Gefüttert wird nur aus dem Besucherhaus heraus, das Futter kaufst du dort. Von außen zu füttern ist verboten.
- Eigenes Essen und Trinken bleibt in der Tasche, sonst wird es dir abgenommen.
- Blicke den Tieren nicht direkt in die Augen, das gilt unter Affen als Drohung.
- Nicht anfassen, nicht nachlaufen, Abstand halten.
Im Sommer ist der Aufstieg schweißtreibend, nimm Wasser mit. Oben gibt es Automaten, und unterwegs liegt ein kleiner Spielplatz für Familien.


Jojakko-ji
Etwa 10 bis 15 Gehminuten vom Bambuswald entfernt liegt am Hang des Berges Ogura der kleine Tempel Jojakko-ji. Der Weg führt durch ein Tor und über moosbewachsene Steinstufen zwischen Ahorn und Bambus hinauf, oben öffnet sich der Blick über Kyoto.
Die Anlage ist schlicht und war früher der Alterssitz eines hohen Priesters der Nichiren-Schule. Im November gehört sie zu den schönsten Herbstlaub-Orten der Stadt und ist trotzdem selten überlaufen.

Sagano-Romantikzug und Bootsfahrt
Zwei Erlebnisse, die viele übersehen, obwohl sie zu den schönsten der Gegend gehören:
- Der Sagano-Romantikzug, auf Japanisch Torokko, ein offener Nostalgiezug, der in etwa 25 Minuten die Schlucht des Hozu-Flusses hinauffährt. Die Tickets sind sitzplatzgebunden und in der Herbstsaison schnell ausverkauft, buche also vorab.
- Die Bootsfahrt auf dem Hozugawa, die von Kameoka in gut zwei Stunden flussabwärts bis nach Arashiyama führt, gestakt von einer traditionellen Bootsmannschaft. Beliebt ist die Kombination: mit dem Torokko hinauf, mit dem Boot zurück.
Beste Zeit und Route für einen Tag
- Vor 8 Uhr in den Bambuswald, solange er leer ist.
- Zur Öffnung in den Tenryu-ji, danach durch den Nordausgang weiter.
- Okochi Sanso mit Matcha-Pause.
- Mittagessen im Ortskern, danach Jojakko-ji für die Ruhe.
- Nachmittags über die Togetsukyo-Brücke zum Affenpark.
- Zum Abschluss Kimono Forest an der Randen-Station, der abends beleuchtet ist.
Häufige Fragen zu Arashiyama
Wie viel Zeit brauche ich? Einen halben Tag für die Höhepunkte, einen ganzen, wenn Affenpark, Bootsfahrt oder mehrere Tempel dazukommen.
Wann ist der Bambuswald am leersten? Vor 8 Uhr morgens. Ab etwa 10 Uhr ist der Weg durchgehend voll.
Lohnt sich der Affenpark mit Kindern? Ja, aber der Aufstieg dauert rund 20 Minuten und ist steil. Kleinkinder trägst du besser.
Was kostet der Eintritt? Bambuswald kostenlos, Tenryu-ji ab 500 Yen, Okochi Sanso 1.000 Yen inklusive Matcha, Affenpark 800 Yen.
Kann ich Arashiyama mit anderen Zielen verbinden? Ja, der Sagano-Romantikzug und die Bootsfahrt lassen sich gut anhängen. Innerhalb Kyotos liegt Arashiyama allerdings am Rand, plane die Rückfahrt ein.
Fazit
Arashiyama vereint Natur, Zen-Kultur und tierische Begegnungen auf engem Raum. Der Unterschied zwischen einem schönen und einem anstrengenden Besuch liegt fast nur an der Uhrzeit: Wer den Bambuswald in der ersten Morgenstunde geht und die großen Tempel vor dem Mittag abhakt, erlebt ein völlig anderes Viertel als die Reisegruppen am Nachmittag.
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