Nagoya entdecken: Wissenschaft, Tuningkultur und Skylineblick

Nagoya entdecken: Wissenschaft, Tuningkultur und Skylineblick

Nach dem ersten Teil über Burg und Toyota-Museum geht es hier um das moderne Nagoya: eines der größten Planetarien der Welt, eine weltbekannte Tuning-Werkstatt und der älteste Fernsehturm Japans. Drei sehr unterschiedliche Orte, die zusammen einen guten Tag ergeben.

Das Nagoya City Science Museum

Schon von außen unverwechselbar: Eine riesige silberne Kugel steckt zwischen den Gebäudeteilen, darin verbirgt sich das Planetarium mit 35 Metern Durchmesser, eines der größten weltweit.

Im Museum selbst ist vieles zum Anfassen: Du kannst dich in einen künstlich erzeugten Tornado stellen, eine Polarlichtsimulation ansehen, elektrische Entladungen hören und in einem Raum bei minus 30 Grad stehen, in dem echtes Packeis liegt. Für Familien ist das einer der besten Orte der Stadt.

Der wichtigste Tipp, und er entscheidet über deinen Besuch: Die Planetariumstickets sind streng limitiert und an Wochenenden oft schon kurz nach Öffnung vergriffen. Wenn dir die Vorstellung wichtig ist, sei zur Öffnung da oder prüf vorab, ob du online reservieren kannst. Und sei dir bewusst: Die Vorführung läuft auf Japanisch. Die Bilder wirken auch ohne Sprachkenntnisse, die Erklärungen verstehst du aber nicht.

  • Geöffnet in der Regel von 9:30 bis 17 Uhr, montags geschlossen
  • Ausstellung für Erwachsene rund 400 Yen
  • Ausstellung mit Planetarium rund 800 Yen
  • Kinder bis zum Grundschulalter kostenlos

Kuppel des Planetariums im Nagoya City Science MuseumInteraktive Stationen im Nagoya City Science Museum

Tuningkultur bei Liberty Walk

Für Fans japanischer Autokultur ist Liberty Walk ein Pilgerort. Die Werkstatt aus der Region ist weltweit bekannt für ihre radikalen Umbauten: verbreiterte Karosserien, genietete Kotflügelverbreiterungen, tiefergelegte Fahrwerke. Zu sehen sind unter anderem Lamborghinis, Ferraris und Nissan GT-R, dazu gibt es einen Shop mit Kleidung und Sammlerstücken.

Praktisches dazu:

  • Der Standort liegt in Kariya, rund 30 Minuten vom Zentrum entfernt. Mit dem Zug bis Kariya und von dort weiter mit dem Taxi.
  • Der Eintritt ist frei.
  • Es ist ein arbeitender Betrieb, keine Dauerausstellung. Welche Fahrzeuge stehen, wechselt, und die Öffnungszeiten können abweichen. Prüf sie am Tag deines Besuchs.

Wenn dich das Thema interessiert, lies auch unseren Beitrag zu JDM und der japanischen Autokultur.

Umgebauter Supersportwagen mit Liberty-Walk-Kit

Der Fernsehturm im Hisaya-Odori-Park

Der Turm wurde 1954 als erster Fernsehturm Japans gebaut und steht heute unter Denkmalschutz. Nach der großen Renovierung trägt er offiziell den Namen Mirai Tower, unter dem du ihn auch auf Karten und in Apps findest.

Oben erwarten dich zwei Ebenen, teils mit Glasböden, dazu ein Rundblick über die Stadt. Besonders schön ist es kurz vor Sonnenuntergang, wenn du beides bekommst, Tageslicht und Lichtermeer. Im Turm selbst sind inzwischen auch ein Hotel und Gastronomie untergebracht.

  • Geöffnet meist von 10 bis 21 Uhr, letzter Einlass gegen 20:30 Uhr
  • Erwachsene rund 1.300 Yen, Schüler etwa 800 Yen, kleine Kinder weniger

Rund um den Turm liegt der neu gestaltete Hisaya-Odori-Park mit Geschäften, Cafés und Rasenflächen. Gleich daneben steht Oasis 21, ein Bau mit einer gläsernen, wassergefüllten Dachfläche, über die du laufen kannst. Abends ist sie beleuchtet, der Zugang ist kostenlos, und von dort hast du den besten Blick auf den Turm.

Wer es höher mag: Die Sky Promenade im Midland Square am Hauptbahnhof liegt deutlich weiter oben und ist nach oben offen.

Blick vom Fernsehturm über die Skyline von NagoyaDer Fernsehturm im Hisaya-Odori-Park

Wie du den Tag am besten legst

  1. Vormittags ins Science Museum, möglichst zur Öffnung wegen der Planetariumstickets.
  2. Mittags Nagoya-meshi essen, etwa Misokatsu oder Tebasaki.
  3. Nachmittags nach Kariya zu Liberty Walk, falls dich Autos interessieren.
  4. Zum Sonnenuntergang auf den Fernsehturm, danach Oasis 21 im Dunkeln.

Häufige Fragen

Bekomme ich spontan Planetariumstickets? Unter der Woche oft ja, am Wochenende selten. Sei früh da.

Gibt es die Vorstellung auf Englisch? Nein, sie läuft auf Japanisch. Die Ausstellung selbst ist aber gut verständlich.

Lohnt sich Liberty Walk ohne Autointeresse? Eher nicht. Dafür ist der Weg nach Kariya zu weit.

Welcher Aussichtspunkt ist besser? Der Fernsehturm für Atmosphäre und Lage im Park, die Sky Promenade für Höhe und freie Luft.

Wie viel Zeit brauche ich? Für Museum und Turm reicht ein Tag bequem, mit Kariya wird er voll.

Fazit

Nagoya ist mehr als Industrie und Geschichte. An einem Tag bekommst du hier Wissenschaft zum Anfassen, eine der bekanntesten Tuning-Werkstätten der Welt und einen Aussichtsturm, der älter ist als der Tokyo Tower. Wer Japan abseits der üblichen Route sucht, ist hier richtig.

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