Nagoya entdecken: Tempelzauber, Skylineblick und Streetlife

Nagoya entdecken: Tempelzauber, Skylineblick und Streetlife

Im dritten Teil unserer Nagoya-Reihe geht es um die kulturelle und städtische Seite: ein Tempel mit einem grünen Buddha, die Türme am Hauptbahnhof, das lebendige Viertel Osu und zum Abschluss der Hafen. Wenn du die ersten beiden Teile noch nicht kennst, findest du sie unten verlinkt.

Der Toganji und der grüne Buddha

Versteckt in einem ruhigen Wohnviertel im Osten der Stadt liegt der Toganji, gegründet im 16. Jahrhundert von der Familie Oda, also demselben Clan, aus dem der Reichseiniger Oda Nobunaga stammte.

Das Wahrzeichen ist der Nagoya Daibutsu, ein rund zehn Meter hoher Buddha, der vollständig grün gestrichen ist. Er stammt aus den 1980er Jahren und wirkt zwischen den umliegenden Häusern so unerwartet, dass man kurz stehen bleibt. Rund um die Figur stehen kleinere Statuen und Elefantenfiguren, das Gelände ist frei zugänglich und meist menschenleer.

Am nächsten kommst du mit der U-Bahn bis Motoyama, von dort sind es wenige Gehminuten. Gleich nebenan liegt das grüne Gelände der Nanzan-Universität, das sich für einen kurzen Spaziergang anbietet.

Der Toganji-Tempel in NagoyaTempelgelände des ToganjiDer große grüne Nagoya-Buddha im Toganji

Die JR Central Towers am Hauptbahnhof

Die Zwillingstürme über dem Hauptbahnhof gehören zu den markantesten Bauten der Stadt. Im Sockel steckt ein ganzes Kaufhaus, darüber liegen Restaurantetagen und ein Hotel. Ein Abstecher lohnt sich schon wegen der Untergeschosse mit ihrer Feinkostabteilung, in der du regionale Süßigkeiten und Bentos für die Weiterfahrt bekommst.

Wer vor allem die Aussicht sucht, geht besser ins benachbarte Midland Square: Dessen Sky Promenade liegt höher und ist nach oben offen. Bei klarem Wetter siehst du von dort bis zu den Bergen.

Die JR Central Towers am Hauptbahnhof NagoyaBlick auf die JR Central Towers

Osu: Tempel und Einkaufsstraße

Der Osu Kannon ist einer der bekanntesten Tempel der Stadt, gut erkennbar an der leuchtend roten Haupthalle und dem großen Laternentor. Ursprünglich stand er andernorts und wurde im 17. Jahrhundert hierher verlegt, weil sein alter Standort immer wieder überschwemmt wurde.

Ein Tipp, der sich lohnt: An bestimmten Tagen im Monat, in der Regel am 18. und 28., findet auf dem Tempelgelände ein Antik- und Trödelmarkt statt. Wer alte Keramik, Kimono oder Kurioses sucht, sollte den Besuch danach legen.

Direkt anschließend beginnt die Osu Shotengai, eine überdachte Einkaufsstraße, in der Dinge nebeneinanderstehen, die anderswo nichts miteinander zu tun hätten: Elektronikläden, Secondhandmode, Anime-Geschäfte, Gebrauchtkimono, Retro-Spielzeug und unzählige Imbisse. Beliebt sind Taiyaki, die fischförmigen Waffeln mit süßer Bohnenpaste, und Crêpes mit Matcha.

Am lebendigsten ist es am Nachmittag und am Wochenende. Plane mindestens zwei Stunden ein, es ist größer, als es von außen aussieht.

Osu Kannon Tempel mit roter HaupthalleLaternenportal am Osu KannonEinkaufsstraße Osu Shotengai

Geschäfte in der Osu ShotengaiStreetfood in der Osu Shotengai

Abends am Hafen

Zum Ausklang sind wir zum Hafen gefahren, mit der U-Bahn bis zur Endstation Nagoyako. Rund um das Hafenbecken liegt eine weitläufige Promenade mit Blick auf Schiffe und Kräne, abends färbt sich der Himmel über dem Wasser.

Wenn du tagsüber kommst, gibt es dort mehr zu tun, als man denkt:

  • das Nagoya Port Aquarium, eines der größten Japans, bekannt für seine Meeressäuger und ein großes Becken mit Vorführungen
  • das Antarktisforschungsschiff Fuji, das als Museum begehbar ist
  • ein Riesenrad und Gastronomie entlang der Promenade
  • der Freizeitpark Legoland Japan ganz in der Nähe

Promenade am Hafen von Nagoya bei SonnenuntergangHafenbecken in Nagoya

Gegessen haben wir

Mittags gab es einen japanischen Burger mit Teriyaki-Sauce, herzhaft und ein gutes Beispiel dafür, wie westliche Gerichte hier eigenständig weitergedacht werden.

Abends dann Kaisenyaki, gegrillte Meeresfrüchte, die du am Tisch selbst auf dem Rost zubereitest, mit Tintenfisch, Muscheln, Pilzen und Sojasauce. Wer Meeresfrüchte mag, sollte das einplanen. Und wenn du noch nichts von der lokalen Küche probiert hast: Misokatsu, Tebasaki und Hitsumabushi gehören in Nagoya auf jeden Fall dazu, mehr dazu in Teil 1.

Japanischer Burger mit Teriyaki-SauceKaisenyaki, gegrillte Meeresfrüchte zum SelbstgrillenFrische Meeresfrüchte beim Kaisenyaki

Die Route auf einen Blick

  1. Vormittags zum Toganji nach Motoyama, ruhig und schnell erledigt.
  2. Zurück zum Hauptbahnhof, Mittagessen in den Restaurantetagen oder ein Bento aus dem Untergeschoss.
  3. Nachmittags nach Osu, Tempel und Einkaufsstraße.
  4. Abends mit der U-Bahn zum Hafen, Sonnenuntergang an der Promenade.

Häufige Fragen

Wie komme ich zwischen den Orten hin und her? Alles liegt an der U-Bahn: Motoyama für den Tempel, Osu Kannon für das Viertel, Nagoyako für den Hafen.

Kostet der Toganji Eintritt? Nein, das Gelände ist frei zugänglich.

Wann lohnt sich Osu am meisten? Nachmittags, und besonders an den Markttagen am 18. und 28. des Monats.

Lohnt sich der Hafen mit Kindern? Ja, wegen Aquarium, Museumsschiff und Riesenrad. Dafür solltest du tagsüber kommen.

Reicht ein Tag für diese Route? Ja, wenn du dich nicht zu lange in Osu verlierst. Genau das passiert aber gern.

Fazit

Dieser Tag zeigt die andere Seite Nagoyas: ein grüner Buddha in einem stillen Wohnviertel, ein Tempel mitten im Trubel, eine Einkaufsstraße voller Gegensätze und am Ende Meeresluft. Nagoya bleibt oft länger im Gedächtnis, als man beim Umsteigen am Bahnhof vermuten würde.

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