Narita: Tempelstadt vor den Toren Tokios (mit Omotesandō, Naritasan-Park und Food-Tipps)

Narita: Tempelstadt vor den Toren Tokios (mit Omotesandō, Naritasan-Park und Food-Tipps)

Narita ist für die meisten nur der Name eines Flughafens. Dabei liegt zehn Bahnminuten davon entfernt eine der sehenswertesten Tempelstädte der Kanto-Region: eine 800 Meter lange Altstadtstraße, ein Tempelareal aus dem 10. Jahrhundert und ein großer Park dahinter. In diesem Beitrag zeigen wir dir, was sich lohnt, und wie du das sogar in einen langen Umsteigeaufenthalt packst.

Der beste Grund: Narita als Zwischenstopp

Wenn du am Flughafen Narita landest und erst am nächsten Tag weiterfliegst, oder wenn du mehrere Stunden Aufenthalt hast, musst du nicht im Terminal sitzen.

  • Vom Flughafen fährst du mit dem Zug in rund zehn Minuten bis Narita oder Keisei-Narita. Beide Bahnhöfe liegen nebeneinander.
  • Von dort sind es etwa zehn Minuten zu Fuß bis zum Beginn der Altstadtstraße, weitere zehn bis zum Tempel.
  • Am Bahnhof gibt es Schließfächer für dein Gepäck.
  • Rechne insgesamt mit mindestens drei bis vier Stunden, dann bekommst du Straße, Tempel und Essen in Ruhe unter.

Von Tokio aus fährst du je nach Verbindung ab Ueno oder Nippori, das dauert etwa eine Stunde.

Die Omotesando: eine Straße für Aale

Die Omotesando ist der historische Zuweg zum Tempel, rund 800 Meter lang, leicht geschwungen und geprägt von Holzfassaden aus der Edo-Zeit. Hier findest du Keramik, Fächer, Räucherstäbchen, Reiscracker und Süßigkeiten.

Das Besondere: Narita ist eine Aal-Stadt. Entlang der Straße liegen dutzende Lokale, die auf Unagi spezialisiert sind, gegrillten Süßwasseraal auf Reis. Vor vielen Geschäften wird der Aal offen vor den Augen der Vorbeigehenden filetiert und anschließend über Holzkohle gegrillt. Der Geruch begleitet dich die ganze Straße entlang.

Der Brauch geht auf die Pilger zurück, die vor der Wallfahrt zum Tempel etwas Kräftigendes essen wollten. Aal gilt in Japan bis heute als Sommerspeise, die Stärke geben soll.

Wenn du Aal nicht magst: Die zweite Spezialität der Stadt ist Yokan, eine feste Süßspeise aus Bohnenpaste und Agar, die es hier in vielen Sorten gibt.

Traditionelle Läden entlang der Omotesando in Narita

Der Naritasan Shinsho-ji

Der Tempel wurde im Jahr 940 gegründet und gehört zur Shingon-Schule des Buddhismus. Verehrt wird dort Fudo Myoo, eine zornvoll dargestellte Schutzgottheit mit Schwert und Flammenkranz. Der Tempel zählt zu den meistbesuchten Japans, zum Neujahrsfest kommen über drei Millionen Menschen.

Das Highlight, das viele verpassen: Mehrmals täglich findet in der Haupthalle das Goma-Ritual statt. Dabei werden vor der Statue Holztäfelchen in einem großen Feuer verbrannt, während Mönche Sutren rezitieren und Trommeln geschlagen werden. Zuschauen ist kostenlos, du gehst einfach hinein und setzt dich hinten hin. Die Zeiten hängen am Eingang aus. Wer nur eine Sache in Narita machen kann, sollte das nehmen.

Weiter sehenswert auf dem weitläufigen Gelände:

  • Das Niomon-Tor mit den beiden Wächterfiguren und der großen roten Laterne
  • Die dreistöckige Pagode von 1712, aufwendig bemalt und geschnitzt
  • Die Komyodo-Halle von 1701, eine der ältesten Hallen der Anlage
  • Die Große Friedenspagode, ein moderner Bau von rund 58 Metern Höhe, weiter hinten auf dem Gelände

Der Zutritt zum Gelände ist frei. Wie du dich in Tempeln verhältst, steht in unserem Beitrag zur religiösen Etikette. Kurz: leise sein, in Innenräumen nicht blitzen, und beim Beten im Tempel die Hände still zusammenlegen statt zu klatschen.

Dreistöckige Pagode des Naritasan Shinsho-jiTempelhalle im Naritasan Shinsho-jiTempelareal des Naritasan Shinsho-ji

Der Naritasan-Park

Direkt hinter den Tempelhallen beginnt ein Park von rund 165.000 Quadratmetern, mit drei Teichen, Wasserläufen, Brücken und einem kleinen Wasserfall. Er ist frei zugänglich und deutlich ruhiger als das Tempelgelände.

  • Im Februar und März blühen im Pflaumengarten mehrere hundert Bäume, dann gibt es ein eigenes Fest.
  • Im Frühjahr folgen die Kirschbäume, im Herbst die Laubfärbung.
  • Für einen Rundgang solltest du 30 bis 60 Minuten einplanen. Der Park liegt am Hang, es geht also auf und ab.

Wege durch den Naritasan-ParkTeich im Naritasan-Park

Essen in Narita

Neben Unagi und Yokan gibt es entlang der Straße alles, was man sich wünscht: Sushi und Sashimi, Soba und Udon, Tempura und Set-Menüs zur Mittagszeit. Viele Lokale zeigen Modellgerichte im Schaufenster, das erleichtert die Wahl.

Wir selbst essen dort besonders gern frischen Fisch mit einer Schale Misosuppe und grünem Tee dazu, schlicht und sehr gut.

Frisches Sushi in NaritaKulinarische Spezialitäten in Narita

Für Flugzeugfans

Wenn du ohnehin am Flughafen bist und Zeit hast: In der Nähe der Landebahn liegt ein kleiner Hügelpark, von dem aus die Maschinen sehr tief über dich hinwegziehen. Ein beliebter Ort zum Fotografieren, kostenlos zugänglich.

Häufige Fragen zu Narita

Lohnt sich Narita bei einem Umsteigeaufenthalt? Ja, wenn du mindestens drei bis vier Stunden hast. Der Weg dauert nur rund zehn Minuten mit dem Zug.

Wo lasse ich mein Gepäck? In den Schließfächern am Bahnhof Narita oder Keisei-Narita.

Was muss ich essen? Unagi, den gegrillten Aal. Er ist die Spezialität der Stadt und wird vielerorts frisch zubereitet.

Kostet der Tempel Eintritt? Nein, das Gelände und der Park sind frei zugänglich.

Wann ist die schönste Zeit? Februar und März zur Pflaumenblüte, Frühjahr zur Kirschblüte, Herbst wegen des Laubs.

Fazit

Narita ist der wohl unterschätzteste Ort Japans, weil ihn alle nur als Flughafen kennen. Dabei bekommst du hier in wenigen Stunden eine Altstadtstraße voller Aalgrills, einen Tempel aus dem 10. Jahrhundert mit einem eindrucksvollen Feuerritual und einen großen Park dahinter. Wer vor dem Rückflug noch einmal richtig in Japan sein will, fährt genau hierher.

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