Onomichi und der Setonaikai Nationalpark: Mit dem Fahrrad durch Japans Inselparadies

Onomichi und der Setonaikai Nationalpark: Mit dem Fahrrad durch Japans Inselparadies

Onomichi in der Präfektur Hiroshima ist der Startpunkt einer der schönsten Radstrecken der Welt: der Shimanami Kaido, die über sechs Inseln und gewaltige Brücken durch das Seto-Binnenmeer führt. Dazu kommt eine Hügelstadt voller Tempel, Katzen und Ramen. In diesem Beitrag erfährst du, wie die Tour funktioniert und was du vorher wissen solltest.

Blick auf das Seto-Binnenmeer bei Onomichi

Anreise nach Onomichi

  • Mit dem Shinkansen bis Fukuyama und dort in den Nahverkehrszug umsteigen, der dich in rund 20 Minuten direkt zur Station Onomichi im Zentrum bringt. Das ist die einfachste Variante.
  • Mit dem Shinkansen bis Shin-Onomichi, von dort fährt ein Bus in 15 bis 20 Minuten ans Wasser. Der Bahnhof liegt allerdings außerhalb.

Die Shimanami Kaido im Überblick

Die Route verbindet Honshu mit Shikoku und ist die einzige der drei Brückenverbindungen zwischen den beiden Hauptinseln, die du mit dem Fahrrad befahren darfst.

  • Länge: rund 70 Kilometer von Onomichi bis Imabari
  • Dauer: je nach Tempo und Pausen sechs bis acht Stunden, entspannter auf zwei Tage verteilt mit Übernachtung auf einer der Inseln
  • Orientierung: Eine durchgehende blaue Linie auf dem Asphalt markiert die empfohlene Strecke samt Kilometerangaben. Du brauchst praktisch keine Karte, folge einfach der Linie.
  • Kosten unterwegs: Die Brückenmaut für Fahrräder wurde abgeschafft, das Radeln über die Brücken ist also kostenlos.

Ein wichtiger Punkt gleich am Anfang: Die erste Brücke ab Onomichi hat keinen Radweg. Deshalb setzt du mit einer kleinen Fähre nach Mukaishima über, die Fähre kostet mit Rad nur gut hundert Yen und fährt sehr häufig.

Fähre von Onomichi nach MukaishimaRadweg auf der Shimanami Kaido

Fahrrad leihen

In Onomichi gibt es mehrere Verleihe, dazu ein öffentliches System mit Terminals entlang der ganzen Strecke.

  • Einfache Citybikes bekommst du je nach Anbieter ab etwa 2.000 bis 5.000 Yen pro Tag.
  • Räder mit elektrischer Tretunterstützung liegen darüber, sportliche Rennräder und E-Bikes kosten deutlich mehr.
  • Einwegmiete: Viele Anbieter erlauben die Rückgabe an einem anderen Terminal, zum Beispiel in Imabari. Klär das vor der Buchung, es entscheidet darüber, ob du zurückfahren musst.
  • Reserviere in der Hauptsaison vorab, gerade Räder mit Unterstützung sind schnell weg.

Die Strecke selbst ist flach, nur die Auffahrten zu den Brücken kosten Kraft, weil du jedes Mal einige Höhenmeter über lange Rampen hinaufkurbelst. Wer selten Rad fährt, ist mit Tretunterstützung deutlich entspannter unterwegs.

Unterwegs über die Inseln

Unsere Tour begann mit der Fähre nach Mukaishima, danach ging es über mehrere Inseln weiter bis Omishima, der vierten größeren Insel. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, ein Teil der Strecke lag im Regen.

Du musst nicht die ganze Route fahren. Beliebte Varianten sind:

  • nur bis Setoda auf Ikuchijima und mit der Fähre zurück
  • eine einzelne Insel umrunden
  • die komplette Strecke bis Imabari mit Rückfahrt per Bus

Regnerische Radtour über die InselnGroße Brücke der Shimanami Kaido

Lohnende Stopps unterwegs:

  • Setoda auf Ikuchijima: die Zitronenhochburg Japans. Fast alles hier gibt es mit Zitrone, von Limonade über Eis bis Gebäck. Dazu der farbenfrohe Tempel Kosan-ji.
  • Omishima: mit dem Oyamazumi-Schrein, in dessen Schatzhaus eine der größten Sammlungen alter Rüstungen und Waffen Japans liegt.
  • Aussichtspunkte: Von mehreren Hügeln überblickst du die Brücken und die Inselwelt, der bekannteste liegt auf Innoshima.

Aussicht über die Inseln des Setonaikai

Onomichi selbst

Plane ruhig einen halben Tag für die Stadt ein, sie ist mehr als ein Startpunkt:

  • Der Tempelweg: Ein ausgeschilderter Rundgang verbindet rund 25 Tempel an den Hängen über der Stadt.
  • Senko-ji: per Seilbahn oder zu Fuß erreichbar, mit dem schönsten Blick auf Meer und Brücken.
  • Die Katzengasse: ein schmaler Weg voller bemalter Katzensteine, benannt nach den vielen Katzen, die dort tatsächlich leben.
  • Onomichi-Ramen: die lokale Variante mit Sojabrühe und kleinen Stücken Schweinefett obenauf.
  • Das Radfahrerhotel am Hafen: ein umgebauter Lagerschuppen mit Café, Fahrradladen und Zimmern, in die du dein Rad mitnehmen kannst.

Praktische Tipps

  • Nimm Sonnenschutz und viel Wasser mit, auf den Brücken gibt es keinen Schatten und oft Wind.
  • Konbini und Automaten findest du auf den Inseln regelmäßig, aber nicht überall. Füll unterwegs auf.
  • Gepäck kannst du per Kurierdienst nach Imabari oder ins nächste Hotel vorausschicken.
  • Beste Zeit sind Frühling und Herbst. Im Hochsommer ist es sehr heiß, im Winter kann der Wind über dem Wasser unangenehm werden.
  • Wer nicht radeln möchte: Die Strecke lässt sich auch mit dem Mietwagen oder mit dem Bus fahren, dann allerdings ohne die Brückenwege für Räder.

Häufige Fragen zur Shimanami Kaido

Wie lange brauche ich für die ganze Strecke? Sechs bis acht Stunden für 70 Kilometer. Mit Übernachtung unterwegs wird ein entspanntes Wochenende daraus.

Muss ich sportlich sein? Nein. Die Strecke ist flach, nur die Brückenauffahrten fordern. Mit Tretunterstützung schafft sie fast jeder.

Was kostet die Tour? Fahrrad ab etwa 2.000 Yen am Tag, Fähre gut hundert Yen, die Brücken sind für Räder kostenlos.

Kann ich das Rad in Imabari abgeben? Bei vielen Anbietern ja. Frag vor der Buchung nach, sonst musst du zurückfahren.

Geht das auch mit Kindern? Ab dem Grundschulalter und mit Pausen ja, dann aber lieber nur ein bis zwei Inseln.

Fazit

Die Shimanami Kaido ist eines der besten Erlebnisse, die Japan zu bieten hat, und eines der wenigen, bei denen du das Land aus eigener Kraft durchquerst. Meer, Brücken, Zitronenhaine und am Ende eine Schüssel Ramen in Onomichi. Wer aktiv reist, sollte das einplanen.

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