Saga in Kyoto: Gärten, alte Straßen und Obanzai

Saga in Kyoto: Gärten, alte Straßen und Obanzai

Saga liegt direkt hinter Arashiyama im Westen Kyotos. Während sich im Bambuswald die Menschen drängen, wird es hundert Meter weiter erstaunlich still. Zwischen Berghängen und Reisfeldern findest du hier ruhige Tempel, einen Villengarten mit Aussicht und eine Straße mit erhaltenen Holzhäusern. In diesem Beitrag findest du eine Route, die alles verbindet.

Anfahrt und Zeitplanung

  • Mit der JR-Linie ab Kyoto in rund 15 Minuten bis Saga-Arashiyama, alternativ mit der kleinen Randen-Straßenbahn oder der Hankyu-Linie.
  • Von dort geht alles zu Fuß, die Strecke ist leicht ansteigend.
  • Plane einen halben bis ganzen Tag ein.
  • Wichtig: Komm früh. Der Bambuswald ist ab dem Vormittag sehr voll, und wer ihn um acht Uhr durchquert, hat ihn fast für sich. Danach wird es Richtung Saga ohnehin ruhiger.

Der Villengarten über dem Bambuswald

Oberhalb des Bambuswalds liegt der Okochi Sanso, die ehemalige Privatvilla eines Filmschauspielers, der sich hier in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über Jahrzehnte einen Landschaftsgarten anlegen ließ.

Ein Rundweg führt durch die Anlage, vorbei an Teehäusern, Moosflächen und geschnittenen Kiefern, mit Blicken auf die Berge, das Flusstal und in der Ferne auf Kyoto.

Zum Preis: Der Eintritt liegt bei rund 1.000 Yen und ist damit höher als bei den meisten Tempeln. Enthalten ist allerdings eine Schale Matcha mit einer japanischen Süßigkeit im Teehaus. Rechnet man das gegen, ist es ein fairer Preis, und du sitzt dabei mit Aussicht statt im Gedränge.

Landschaftsgarten des Okochi Sanso mit Blick über Kyoto

Der Tempel am Hang

Der Jojakko-ji liegt am Hang des Ogura-Bergs und stammt aus dem späten 16. Jahrhundert. Sein bekanntestes Motiv ist das Tor mit dem Reetdach, eingerahmt von Ahornbäumen.

Von dort führen Wege den Hang hinauf, vorbei an Moos, Steinlaternen und einer Pagode, von der du über Saga und Arashiyama schaust. Der Eintritt liegt bei rund 500 Yen.

Berühmt ist der Tempel für seine Herbstfärbung, wenn der Ahorn gegen die dunklen Holzbauten leuchtet. Und trotzdem ist es hier deutlich entspannter als an den großen Adressen der Stadt.

Das Reetdach-Tor des Jojakko-ji zwischen AhornbäumenHerbstlaub am Hanggarten des Jojakko-ji

Die erhaltene Straße

Weiter bergauf erreichst du Saga Toriimoto, eine der wenigen Straßen Kyotos, in der ein ganzer Zug alter Häuser erhalten geblieben ist. Der untere Teil besteht aus städtischen Kaufmannshäusern, weiter oben stehen Bauernhäuser mit Reetdach.

Heute sind darin Restaurants, Cafés und kleine Läden. Es fahren kaum Autos, man hört Vögel und den Wind, und der Kontrast zum Trubel unten am Fluss ist bemerkenswert.

Traditionelle Holzhäuser an der Straße Saga Toriimoto

Der Tempel der achttausend Steine

Am oberen Ende der Straße liegt der Adashino Nenbutsu-ji, und das ist der eindrücklichste Ort der ganzen Route.

Auf dem Gelände stehen rund achttausend kleine Steinfiguren dicht an dicht. Sie stammen von Menschen, die hier über Jahrhunderte ohne Angehörige und ohne Grab bestattet wurden. Im 19. Jahrhundert wurden die verstreuten Steine aus den Feldern zusammengetragen und hier aufgestellt, damit ihrer gemeinsam gedacht werden kann.

An einem Abend im Spätsommer werden zwischen den Figuren tausende Kerzen entzündet. Wer zu dieser Zeit in Kyoto ist, sollte sich das ansehen.

Der Ort ist still und verlangt entsprechendes Verhalten. Fotografier zurückhaltend, das ist eine Gedenkstätte.

Obanzai, die Alltagsküche Kyotos

Zum Abschluss passt ein Essen im Obanzai-Stil. Das ist die traditionelle Hausmannskost der Stadt, also das, was in Kyotoer Haushalten seit Generationen auf den Tisch kommt.

Kennzeichnend sind:

  • viele kleine Schälchen statt eines großen Gerichts
  • saisonales Gemüse aus der Region, allen voran die besonderen Kyoto-Gemüsesorten
  • schlichte Zubereitung, die den Eigengeschmack stehen lässt
  • der Grundsatz, möglichst nichts wegzuwerfen und alles vom Produkt zu verwenden

Serviert wird meist ein Set mit Reis, Misosuppe und mehreren Beilagen, etwa geschmortem Kürbis, Tofu mit Gemüse, eingelegtem Rettich und einem kleinen Fischgericht. Mittags liegen solche Sets oft im Bereich von 1.500 bis 2.500 Yen, abends deutlich darüber.

Es ist leicht, ausgewogen, und du lernst in einer Mahlzeit ein Dutzend Zubereitungen kennen.

Obanzai-Set mit Reis, Misosuppe und mehreren kleinen Beilagen

Die Route auf einen Blick

  1. Früh ankommen und durch den Bambuswald gehen, solange er leer ist.
  2. Hinauf zum Okochi Sanso, dort Matcha im Teehaus.
  3. Weiter zum Jojakko-ji und den Hang hinauf.
  4. Durch Saga Toriimoto bummeln.
  5. Zum Adashino Nenbutsu-ji am oberen Ende.
  6. Zurück hinunter und mittags oder abends Obanzai essen.

Häufige Fragen zu Saga

Wie komme ich hin? Mit der Bahn ab Kyoto in rund 15 Minuten bis Saga-Arashiyama, danach alles zu Fuß.

Was kostet der Villengarten? Rund 1.000 Yen, dafür ist eine Schale Matcha mit Süßigkeit enthalten.

Wann sollte ich kommen? Möglichst früh am Morgen, dann ist auch der Bambuswald noch leer.

Wie viel Zeit brauche ich? Ein halber Tag reicht, mit Essen und Pausen wird ein ganzer daraus.

Was ist Obanzai? Die traditionelle Alltagsküche Kyotos, viele kleine Schälchen mit saisonalem Gemüse.

Fazit

Saga ist der Beweis, dass Kyoto auch im berühmtesten Viertel noch stille Ecken hat. Ein Villengarten mit Matcha und Aussicht, ein Tempel mit Reetdach, eine Straße wie vor hundert Jahren und ein Ort, an dem achttausend Steine an Vergessene erinnern. Wer früh startet, hat all das fast für sich, während sich unten am Fluss die Reisegruppen sammeln.

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