Sapporo entdecken: Highlights, Geschichte und Tipps für deine Reise nach Hokkaido
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Sapporo ist die größte Stadt Hokkaidos und funktioniert zu jeder Jahreszeit: im Sommer angenehm kühl, wenn der Rest Japans in der Schwüle versinkt, im Winter tief verschneit mit Skigebieten vor der Tür. Dazu kommt eine Esskultur, die in Japan einen eigenen Ruf hat. In diesem ersten Teil geht es um Anreise, Geschichte und die Sehenswürdigkeiten rund um den Bahnhof.
Eine junge Stadt mit Rastermuster
Mit knapp zwei Millionen Einwohnern ist Sapporo die größte Stadt nördlich von Tokio, gemessen an japanischen Maßstäben aber sehr jung. Das Gebiet war über Jahrhunderte von den Ainu bewohnt, der indigenen Bevölkerung Hokkaidos. Die planmäßige Besiedlung durch das japanische Kaiserreich begann erst 1869.
Angelegt wurde die Stadt am Reißbrett, mit rechtwinkligen Straßenzügen nach dem Vorbild Kyotos. Das macht die Orientierung ungewöhnlich einfach: Adressen bestehen aus Himmelsrichtung und Blocknummer, du kannst dich praktisch nicht verlaufen.
1972 war Sapporo Austragungsort der Olympischen Winterspiele, an einigen Stellen findest du bis heute die olympischen Ringe.


Anreise nach Sapporo
Mit dem Zug
Die Bahnverbindung ist länger, als viele denken. Vom Tohoku-Shinkansen geht es ab Shin-Aomori als Hokkaido-Shinkansen weiter durch den Tunnel unter der Meerenge bis zur Station Shin-Hakodate-Hokuto. Dort endet die Schnellfahrstrecke vorerst. Von da an fährst du mit dem Limited Express Hokuto weiter, allein dieser Abschnitt dauert rund dreieinhalb Stunden.
Insgesamt bist du ab Tokio etwa acht Stunden unterwegs. Mit dem Japan Rail Pass ist die gesamte Strecke abgedeckt. Die Verlängerung der Schnellfahrstrecke bis Sapporo ist im Bau, ein Termin steht noch nicht fest.
Mit dem Flugzeug
Deutlich schneller geht es per Flug zum New Chitose Airport, ab Tokio rund anderthalb Stunden. Vom Flughafen bringt dich der Rapid Airport in etwa 40 Minuten direkt zum Hauptbahnhof Sapporo. Für die meisten Reisenden ist das die sinnvollere Wahl.
Rund um den Bahnhof
Das Rote Backsteingebäude
Der ehemalige Regierungssitz Hokkaidos aus dem 19. Jahrhundert ist eines der Wahrzeichen der Stadt, gebaut im amerikanischen Neobarock, weil Hokkaido damals gezielt nach westlichem Vorbild erschlossen wurde. Davor liegt ein gepflegter Garten mit Teich. Der Zutritt zum Gelände ist frei.


Der Uhrenturm
Wenige Schritte entfernt steht der Uhrenturm, eines der ältesten Gebäude der Stadt, errichtet im amerikanischen Holzbaustil als Übungshalle der landwirtschaftlichen Hochschule. Heute ist darin ein kleines Museum untergebracht.
Eine ehrliche Vorwarnung: Der Turm gilt unter Japanern augenzwinkernd als eine der größten Enttäuschungen des Landes, weil er kleiner ist als erwartet und heute von Bürohäusern umstellt wird. Wer das weiß, freut sich über ein charmantes Holzhaus mit Geschichte statt über ein Wahrzeichen im großen Format.
- Eintritt rund 350 Yen für Erwachsene, Studierende zahlen weniger, Kinder frei
- Geöffnet in der Regel von 8:45 bis 17:10 Uhr


Odori-Park und Fernsehturm
Wenige Minuten südlich zieht sich der Odori-Park als grüner Streifen quer durch die Innenstadt, mit dem Fernsehturm an einem Ende. Er ist Bühne für fast alle großen Feste der Stadt, im Sommer für den Biergarten, im Februar für das Schneefestival. Mehr dazu findest du in unseren Beiträgen zum Odori-Park und zum Schneefestival.
Essen in Sapporo
Das ist der Grund, warum viele Japaner nach Sapporo fliegen. Die Stadt hat gleich mehrere Gerichte hervorgebracht:
- Miso-Ramen: hier erfunden, mit kräftiger Brühe, Mais und oft einem Stück Butter obenauf. In der Ramen-Yokocho, einer schmalen Gasse in Susukino, reihen sich die Läden aneinander.
- Suppen-Curry: ebenfalls eine Sapporo-Erfindung, dünnflüssiger als japanisches Curry, mit großen Gemüsestücken und Hähnchen.
- Jingisukan: Lammfleisch, das du selbst auf einer gewölbten Platte grillst, benannt nach Dschingis Khan. Dazu Bier.
- Meeresfrüchte: Krabbe, Seeigel und Lachsrogen aus den Gewässern rundherum, am besten morgens auf einem der Märkte.
- Milchprodukte: Hokkaido ist Japans Milchkammer, entsprechend gut sind Softeis, Käse und Butterkekse.
- Sapporo-Bier: die älteste Biermarke Japans, gebraut seit 1876.
Ein Wort zur Ainu-Kultur
Die Ainu sind die indigene Bevölkerung Hokkaidos mit eigener Sprache, Religion und Handwerkskunst. Viele Ortsnamen der Insel stammen aus dem Ainu, auch Sapporo selbst. Wer sich damit befassen möchte, findet südlich der Stadt in Shiraoi ein großes nationales Museum, das seit 2020 die Geschichte und Gegenwart der Ainu zeigt. Es ist per Zug gut erreichbar und lohnt einen halben Tag.
Praktische Tipps
- Im Winter wird es sehr kalt und schneereich. Rechne mit zweistelligen Minusgraden und nimm rutschfeste Schuhe mit.
- Zwischen Hauptbahnhof und Odori-Park verläuft ein langer unterirdischer Fußweg. Im Winter kommst du damit trocken und windgeschützt durch die Innenstadt.
- Das Ausgehviertel heißt Susukino und liegt südlich des Parks, es ist eines der größten Japans.
- Für Ausflüge ins Umland, etwa nach Otaru oder in die Skigebiete, lohnt ein Blick auf die Regionalpässe von JR Hokkaido.
Häufige Fragen zu Sapporo
Fliegen oder Bahn? Ab Tokio ist der Flug mit rund anderthalb Stunden klar schneller, die Bahn braucht etwa acht.
Wann ist die beste Reisezeit? Der Sommer ist angenehm kühl, der Februar spektakulär wegen des Schneefestivals, der Winter ideal zum Skifahren.
Was muss ich essen? Miso-Ramen, Suppen-Curry und Jingisukan, dazu Meeresfrüchte vom Markt.
Lohnt sich der Uhrenturm? Als kurzer Stopp ja, erwarte aber kein großes Bauwerk.
Wie lange sollte ich bleiben? Zwei bis drei Tage für die Stadt, mehr, wenn du Otaru oder die Nationalparks dazunimmst.
Fazit
Sapporo ist anders als der Rest Japans: jünger, weitläufiger, mit europäisch anmutenden Backsteinbauten und einer Küche, die auf Butter, Milch und Lamm setzt. Wer im Sommer der Hitze entkommen will oder im Winter Schnee sucht, findet hier beides in einer Stadt, in der man sich sofort zurechtfindet.
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