Sendais spirituelles Erbe: Tempel und Schreine im Überblick
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Sendai ist bekannt für Einkaufsstraßen und gutes Essen. Wer es ruhiger mag, findet im Norden der Stadt ein ganzes Tempelviertel, das kaum ein Reisender kennt. In diesem Beitrag stellen wir dir fünf religiöse Stätten vor, vier davon liegen so nah beieinander, dass du sie an einem Vormittag zu Fuß verbinden kannst.
Warum so viele Tempel im Norden liegen
Als Date Masamune die Stadt um 1600 anlegte, siedelte er gezielt Tempel im Norden an, im Viertel Kitayama. Das hatte einen doppelten Zweck: religiöse Repräsentation und Verteidigung, denn die Anlagen bildeten einen Schutzgürtel vor der Burg.
Bis heute liegen dort mehrere große Tempelanlagen dicht beieinander, verbunden durch stille Wohnstraßen. Am nächsten kommst du mit der Bahn bis Kita-Sendai oder mit der U-Bahn bis Kuromatsu, von dort geht es zu Fuß weiter.
Ein Hinweis vorweg: Wie du dich an Schreinen und Tempeln verhältst und worin der Unterschied besteht, erklären wir dir im Beitrag zur religiösen Etikette. Kurz gesagt: Am Schrein klatschst du beim Beten, im Tempel legst du die Hände still zusammen.
Der Rinno-ji
Der lohnendste der fünf Orte. Der Tempel wurde 1602 vom Date-Clan gegründet und 1876 durch ein Feuer zerstört. Weil der Clan nach der Meiji-Restauration seine Macht und sein Vermögen verloren hatte, zog sich der Wiederaufbau über Jahrzehnte.
Heute ist die Anlage vollständig hergestellt, und der Garten ist der eigentliche Grund zu kommen: ein großer Teich mit Karpfen, sorgfältig geschnittene Kiefern und eine dreistöckige Pagode, die sich im Wasser spiegelt. Im Juni blühen die Schwertlilien, im Herbst färbt sich das Laub.
- Geöffnet in der Regel von 8 bis 17 Uhr
- Eintritt für den Garten rund 300 Yen, Kinder unter zwölf frei
- Plane eine gute halbe Stunde ein, mit Pause länger




Der Yakumo-Schrein
Ein kleiner Schrein, gewidmet unter anderem Susanoo, der Gottheit von Sturm und Meer. Gegründet wurde er 1667 auf dem Gelände eines Tempels und später unter dem vierten Fürsten der Date an den heutigen Standort verlegt.
Interessant ist seine Geschichte: Bis zur Meiji-Zeit gehörte er zu einem buddhistischen Tempel. Damals wurden Schreine und Tempel in Japan staatlich getrennt, viele Anlagen dieser Art verschwanden dabei. Dieser blieb erhalten.
Ein ruhiger Ort für einen kurzen Zwischenstopp, frei zugänglich.

Der Mansho-ji
Ein kleiner buddhistischer Tempel mit gepflegtem Garten, direkt daneben ein traditioneller Friedhof mit den typischen schmalen Grabsteinen und den Holztafeln dahinter. Wer noch nie einen japanischen Friedhof gesehen hat, findet hier einen sehr ruhigen Zugang dazu. Bitte fotografiere dort zurückhaltend, es ist ein aktiver Begräbnisort.



Der Shohan-ji
Er gilt als einer der ältesten buddhistischen Tempel der Stadt. Die Anlage ist schlicht und wird kaum besucht, genau das macht sie besonders. Wer sich für die Anfänge des Buddhismus in der Region interessiert, sollte hier kurz haltmachen.


Der Kosho-ji
Dieser Tempel liegt nicht in Kitayama, sondern östlich der Innenstadt im Stadtteil Miyagino, gut mit der Bahn erreichbar. Er gehört zur Nichiren-Schule und stand ebenfalls unter dem Schutz der Date.
Sehenswert sind die große Haupthalle, eine fünfstöckige Pagode und der weitläufige Friedhof. Das Gelände ist in der Regel von 6 bis 18 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei.



Ein Vorschlag für den Rundgang
- Mit der Bahn nach Kita-Sendai oder mit der U-Bahn nach Kuromatsu.
- Zu Fuß zum Rinno-ji, dort den Garten ansehen. Wenn du nur einen Ort schaffst, dann diesen.
- Weiter zum Yakumo-Schrein, zum Mansho-ji und zum Shohan-ji, alles wenige Minuten auseinander.
- Zurück in die Stadt, den Kosho-ji hängst du bei Interesse an einem anderen Tag an.
Rechne für die vier Orte in Kitayama einen halben Tag mit Pausen. Die kleineren Anlagen haben kein Personal und keine Kasse, sie stehen einfach offen.
Häufige Fragen
Kosten die Besuche Eintritt? Nur der Garten des Rinno-ji, rund 300 Yen. Die übrigen Anlagen sind frei zugänglich.
Wie komme ich hin? Mit der Bahn bis Kita-Sendai oder mit der U-Bahn bis Kuromatsu, danach zu Fuß.
Wann ist die schönste Zeit? Juni für die Schwertlilien im Rinno-ji, Herbst für die Laubfärbung, Frühjahr für die Kirschblüte.
Muss ich mich besonders verhalten? Leise sein, auf den Wegen bleiben und auf Friedhöfen zurückhaltend fotografieren. Alles Weitere steht in unserem Etikette-Beitrag.
Lohnt sich das auch ohne Interesse an Religion? Ja. Der Garten des Rinno-ji ist Gartenkunst, unabhängig vom Glauben.
Fazit
Kitayama ist eines der ruhigsten Viertel Sendais, und kaum ein Reisender geht dort hin. Genau deshalb lohnt es sich: ein Garten mit Pagode und Teich, ein Schrein, der die Trennung von Buddhismus und Shinto überstanden hat, und ein paar stille Anlagen, in denen du wahrscheinlich allein bist. Ein guter Vormittag, bevor die Stadt wieder laut wird.
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