Tanabata in Sendai: Das romantischste Sommerfest Japans
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Jedes Jahr im August verwandelt sich Sendai in ein Meer aus Papier: Tausende handgefertigte Dekorationen hängen über den Einkaufsstraßen, dazwischen Menschen im Yukata. Das Tanabata-Fest von Sendai gilt als das größte und schönste des Landes. In diesem Beitrag erfährst du, was dahintersteckt und wie du den Besuch planst.

Die Legende von Orihime und Hikoboshi
Tanabata geht auf eine alte chinesische Erzählung zurück. Orihime, die Weberprinzessin, steht für den Stern Wega, Hikoboshi, der Rinderhirte, für Altair. Die beiden verliebten sich so sehr, dass sie ihre Arbeit vernachlässigten, und wurden zur Strafe durch die Milchstraße getrennt. Nur einmal im Jahr, am siebten Tag des siebten Monats, dürfen sie sich treffen, und nur, wenn es nicht regnet.
Je nach Region wird nach dem alten oder dem neuen Kalender gefeiert, deshalb liegt Tanabata mancherorts im Juli, andernorts im August. Sendai feiert traditionell vom 6. bis 8. August, unabhängig vom Wochentag.
Die sieben Schmuckformen
Was auf den ersten Blick nur dekorativ wirkt, folgt einem festen Kanon. Sieben Formen gehören traditionell dazu, jede mit eigener Bedeutung:
- Fukinagashi: die langen Papierstreamer, sie stehen für die Webfäden Orihimes und prägen das Bild der Straßen.
- Tanzaku: schmale Zettel, auf die Wünsche geschrieben werden, traditionell für Lernerfolg und schöne Schrift.
- Kamigoromo: ein Papierkimono, der vor Krankheit und Unglück schützen soll.
- Orizuru: Papierkraniche für ein langes Leben und die Gesundheit der Familie.
- Kinchaku: ein kleiner Geldbeutel als Wunsch nach Wohlstand und Sparsamkeit.
- Toami: ein Fischernetz für guten Fang und reiche Ernte.
- Kuzukago: ein Abfallkorb, der für Sauberkeit und Sorgfalt steht.
Die großen Gebilde hängen an Bambusstangen von mehreren Metern Länge und werden von den Geschäften der Stadt von Hand gefertigt, teils über Monate. Sie hängen bewusst so tief, dass man beim Durchgehen hindurchstreift. Am Morgen des 6. August werden sie aufgehängt und anschließend prämiert, es ist also auch ein Wettbewerb.



Das Feuerwerk am Vorabend
Am 5. August, dem Abend vor dem eigentlichen Fest, steigt am Hirose-Fluss ein großes Feuerwerk. Es ist der inoffizielle Auftakt und entsprechend gut besucht. Wer einen guten Platz will, kommt früh und bringt eine Sitzunterlage mit. Bei starkem Regen kann es verschoben werden, die Dekorationen in den überdachten Passagen bleiben davon unberührt.

Anreise und Planung
- Mit dem Shinkansen auf der Tohoku-Linie ab Tokio in rund anderthalb Stunden, mit dem Japan Rail Pass abgedeckt.
- Mit dem Fernbus etwa sechseinhalb Stunden, deutlich günstiger, oft über Nacht.
- Mit dem Flugzeug rund eine Stunde, meist die teuerste Variante.
Der wichtigste Tipp: Das Fest zieht in drei Tagen über zwei Millionen Besucher an. Unterkünfte in Sendai sind für diese Tage oft schon Monate vorher ausgebucht und deutlich teurer. Buche früh oder übernachte in einer Nachbarstadt und fahre mit dem Zug hin.
Weitere praktische Hinweise:
- Der Hauptschauplatz sind die überdachten Einkaufsstraßen im Zentrum, dazu der Bereich rund um den Bahnhof. Alles ist gut zu Fuß zu schaffen.
- Anfang August ist es heiß und schwül. Trink viel und plane Pausen ein.
- Vormittags ist es deutlich leerer als am Nachmittag.
- Yukata kannst du dir in der Stadt leihen, viele Anbieter helfen beim Anziehen.
Essen zum Fest
Regionale Spezialitäten:
- Zunda Mochi: Reisklößchen mit einer hellgrünen Paste aus jungen Sojabohnen, die Spezialität Sendais schlechthin.
- Sasakama: gegrillter Fischkuchen in Form eines Bambusblatts.
- Gyutan: gegrillte Rinderzunge, in Sendai erfunden und dort ein eigenes Handwerk.
- Goshiki Somen: fünffarbige Sommernudeln, die für Harmonie stehen.
Typisches Festessen: Yakitori, Yakisoba, Takoyaki, Kakigori, also geschabtes Eis mit Sirup, und gekühlte Getränke an jeder Ecke.
Häufige Fragen zu Tanabata in Sendai
Wann findet das Fest statt? Immer vom 6. bis 8. August, dazu das Feuerwerk am Abend des 5. August.
Kostet der Besuch Eintritt? Nein, die geschmückten Straßen sind frei zugänglich.
Wie früh muss ich ein Hotel buchen? Am besten mehrere Monate vorher, sonst weichst du in eine Nachbarstadt aus.
Was, wenn es regnet? Die Hauptschauplätze sind überdachte Passagen, das Fest findet also statt. Nur das Feuerwerk kann betroffen sein.
Gibt es Tanabata auch anderswo? Ja, in vielen Städten, teils schon im Juli. Sendai gilt aber als das größte und aufwendigste.
Fazit
Tanabata in Sendai ist eines der wenigen Feste, bei denen man nicht nur zuschaut, sondern mittendrin steht: Man geht unter den Papierstreamern hindurch, streift sie mit dem Kopf und liest die Wünsche auf den Zetteln. Wer Anfang August in Japan ist und rechtzeitig bucht, sollte das einplanen.
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