Naturidylle mitten in Tokio: Der Hamarikyu Garten

Naturidylle mitten in Tokio: Der Hamarikyu Garten

Zwischen den Hochhäusern von Shiodome und dem Wasser der Bucht liegt einer der schönsten Gärten Tokios: der Hamarikyu. Er war einst Villengarten und Jagdrevier der Tokugawa-Shogune, heute ist er ein öffentlicher Park, in dem Wolkenkratzer und Kiefern in einem Bild stehen. In diesem Beitrag erfährst du, was den Garten besonders macht und wie du den Besuch am besten planst.

Ein Garten mit Geschichte

Die Anlage entstand im 17. Jahrhundert und diente der Familie Tokugawa als Rückzugsort und als Revier für die Entenjagd. Nach der Meiji-Restauration wurde daraus eine kaiserliche Villa, seit 1946 ist der Garten für alle geöffnet. Reste der alten Jagdanlagen sind bis heute zu sehen: künstlich angelegte Kanäle und Erdwälle, hinter denen sich die Jäger verbargen.

Der Teich, der mit den Gezeiten atmet

Das Herzstück ist der Shioiri-Teich, der einzige noch funktionierende Gezeitenteich Tokios. Über Schleusen ist er mit der Bucht verbunden, dadurch steigt und fällt der Wasserstand mit Ebbe und Flut, und im Wasser leben Meeresfische statt Karpfen. Je nach Tageszeit sieht der Garten deshalb unterschiedlich aus.

Gezeitenteich im Hamarikyu Garten mit Teehaus auf der Insel

Teehaus auf der Insel

Über mehrere Holzbrücken erreichst du das Teehaus Nakajima no Ochaya mitten im Teich. Dort bekommst du eine Schale Matcha mit einer traditionellen Süßigkeit, serviert auf Tatami, mit Blick über das Wasser auf die Skyline. Der Aufpreis liegt bei etwa 1.000 Yen und ist unserer Meinung nach der beste Teil des Besuchs.

Wenn du noch nie Matcha in dieser Form getrunken hast: Die Süßigkeit isst du zuerst, danach den Tee. Zeit- oder Zeremoniendruck gibt es nicht, du kannst einfach sitzen bleiben.

Traditionelles Teehaus Nakajima no Ochaya im Hamarikyu Garten

Die dreihundert Jahre alte Kiefer

Kurz hinter dem Haupteingang steht eine gewaltige Schwarzkiefer, die um 1700 gepflanzt wurde und als größte ihrer Art in Tokio gilt. Ihre Äste werden seit Generationen mit Holzstützen getragen, allein dafür lohnt der erste Stopp.

Was wann blüht

  • Februar bis März: Pflaumenblüte und die ersten Rapsfelder
  • Ende März bis Anfang April: Kirschblüte, deutlich ruhiger als in den bekannten Hanami-Parks
  • Mai: Pfingstrosen und frisches Grün
  • September bis Oktober: Kosmeen, die den Garten in Rosa und Weiß tauchen
  • November bis Dezember: Herbstfärbung vor den Glasfassaden von Shiodome

Blühendes Blumenfeld im Hamarikyu Garten

Anfahrt und Praktisches

  • Der Eintritt kostet 300 Yen für Erwachsene, Seniorinnen und Senioren zahlen weniger, Kinder im Grundschulalter und jünger kommen frei hinein.
  • Geöffnet ist in der Regel von 9 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr. Über den Jahreswechsel bleibt der Garten geschlossen.
  • Am nächsten liegen die Stationen Shiodome auf der Oedo-Linie und dem Yurikamome sowie Tsukijishijo auf der Oedo-Linie, von Shimbashi sind es rund zehn Minuten zu Fuß.
  • Im Sommer kannst du dir am Eingang traditionelle Sonnenschirme ausleihen, solange der Vorrat reicht.
  • Plane ein bis zwei Stunden ein, mit Teehaus eher zwei.

Hamarikyu Garten mit den Hochhäusern von Shiodome im Hintergrund

Mit dem Wasserbus von Asakusa

Der schönste Anreiseweg führt über das Wasser: Vom Anleger in Asakusa fährt ein Wasserbus den Sumida hinunter bis direkt in den Garten. Du siehst dabei die Brücken der Stadt von unten, und im Ticket ist der Garteneintritt enthalten. Der eigene Anleger liegt innerhalb der Anlage, du steigst also mitten im Grünen aus.

Häufige Fragen zum Hamarikyu Garten

Wie viel Zeit sollte ich einplanen? Eine bis zwei Stunden. Wer im Teehaus einkehrt, sollte zwei Stunden rechnen.

Lohnt sich der Garten auch außerhalb der Kirschblüte? Ja. Durch die wechselnden Blumenfelder und die Herbstfärbung hat er praktisch das ganze Jahr über etwas zu bieten.

Muss ich das Teehaus reservieren? Nein, du gehst einfach hin und bezahlst vor Ort.

Ist der Garten barrierefrei? Die Hauptwege sind gut befahrbar, einzelne Brücken und Abschnitte sind es nicht.

Kann ich hier picknicken? Auf den Rasenflächen und Bänken ja, es gibt aber nur wenig Gastronomie im Garten selbst.

Fazit

Der Hamarikyu ist der Gegenentwurf zum lauten Tokio: ein Garten, dessen Teich sich mit den Gezeiten hebt und senkt, mit einer Kiefer, die älter ist als die moderne Stadt, und einem Teehaus, in dem du eine halbe Stunde lang vergisst, dass hinter den Bäumen Hochhäuser stehen. Als Pause zwischen zwei vollen Besichtigungstagen ist er kaum zu schlagen.

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