Asakusa und Ueno: Tempel, Museen und Streetfood in Tokio
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Asakusa und Ueno liegen beide im Bezirk Taito, nur wenige Minuten voneinander entfernt, und lassen sich gut an einem Tag verbinden. Asakusa steht für Tempel, Tradition und Streetfood, Ueno für Museen, Park und einen der lebendigsten Märkte der Stadt. Beide sind touristisch, aber mit der richtigen Uhrzeit erlebst du sie deutlich entspannter.
Asakusa: Tradition und Trubel
Sensoji
Der Sensoji ist der älteste buddhistische Tempel Tokios. Du betrittst das Gelände durch das Kaminarimon, das Donnertor mit der riesigen roten Laterne, das wohl meistfotografierte Motiv des Viertels. Dahinter folgt das Hozomon, flankiert von zwei gewaltigen Wächterfiguren.
Praktisch zu wissen:
- Die Haupthalle ist in der Regel von 6 bis 17 Uhr geöffnet, im Winterhalbjahr ab 6:30 Uhr. Das Gelände selbst kannst du rund um die Uhr betreten.
- Am ruhigsten ist es sehr früh am Morgen und nach 20 Uhr, wenn die Anlage beleuchtet ist und die Reisegruppen weg sind.
- Die Omikuji, also Orakelzettel, am Sensoji sind dafür bekannt, besonders häufig Pech anzuzeigen. Keine Sorge, den Zettel knotest du einfach ans Gestell und lässt das Pech dort.
Wie du dich auf dem Gelände richtig verhältst, erklären wir dir in unserem Beitrag zur Etikette in Schreinen und Tempeln.




Nakamise-dori und was du dort essen solltest
Vom Kaminarimon bis zum Hozomon führt die Nakamise-dori, eine der ältesten Einkaufsstraßen Japans mit rund 90 kleinen Läden auf etwa 250 Metern. Neben Fächern, Messern und Yukata findest du vor allem Essbares:
- Ningyo-yaki, kleine Kuchen mit süßer Bohnenpaste, die Spezialität des Viertels
- Senbei, frisch über Holzkohle gegrillte Reiscracker
- Agemanju, frittierte Teigtaschen mit Füllung
- Melonpan, außen knusprig, innen weich
Wichtig: Auf der Nakamise-dori isst man nicht im Gehen. Stell dich neben den Stand oder such dir eine Seitenstraße, das erwarten die Händler ausdrücklich. Die meisten Läden schließen zwischen 17 und 18 Uhr.
Rund um den Tempel
Ein paar Schritte weiter lohnen sich:
- die Hoppy-dori, eine Gasse voller einfacher Izakayas, in denen schon nachmittags gegessen und getrunken wird
- der Sumida-Park am Fluss, im Frühjahr einer der schönsten Kirschblütenorte der Stadt, mit Blick auf den Tokyo Skytree
- eine Fahrt mit der Jinrikisha, der handgezogenen Rikscha, deren Fahrer meist auch als Guide unterwegs sind
Essen in Asakusa
Kulinarisch ist das Viertel breit aufgestellt: Tendon, also Tempura auf Reis, Okonomiyaki, Yakiniku, Yakitori, Gyoza und Sushi in allen Preisklassen. Eine Besonderheit sind Lokale, in denen du Chanko Nabe bekommst, den kalorienreichen Eintopf der Sumo-Ringer, teils mit Vorführung.
Ein Hinweis, der überall in touristischen Vierteln gilt: Schau, wo Einheimische essen. Lokale mit Warteschlange aus dem Viertel sind meist die bessere Wahl als das Restaurant mit der großen englischen Speisekarte an der Hauptstraße.
Ueno: Museen, Park und Markt
Während Asakusa für Tradition steht, ist Ueno das Bildungs- und Alltagsviertel. Herzstück ist der weitläufige Ueno-Park mit Teichen, Schreinen, einer Freiluftbühne und einer der bekanntesten Museumsdichten Japans. Zur Kirschblüte ist er einer der belebtesten Orte der Stadt.

Tokyo Nationalmuseum
Das älteste und größte Museum Japans, verteilt auf mehrere Gebäude:
- Honkan, das Hauptgebäude, mit japanischer Kunst und Geschichte von der Jomon-Zeit bis in die Meiji-Zeit, dazu Schwerter, Rüstungen, Masken, Keramik und Lackarbeiten
- Heiseikan mit wechselnden Sonderausstellungen und archäologischer Sammlung
- Toyokan mit Kunst aus China, Korea, Indien, Ägypten und Persien
Der Museumsgarten ist nur in bestimmten Zeiträumen im Frühjahr und Herbst geöffnet, dann aber besonders schön.

Nationales Wissenschaftsmuseum
Ein Klassiker für Familien, aber auch für Erwachsene spannend. Vor dem Eingang steht ein großes Walmodell, drinnen erwarten dich:
- interaktive Stationen zu Physik, Elektrizität und Biologie
- eine große Ausstellung zur japanischen Tier- und Pflanzenwelt
- Dinosaurierskelette, Fossilien und prähistorische Funde
- historische Technik wie Seismographen und astronomische Geräte
- eine Raumfahrtabteilung und ein 360-Grad-Kino


Weitere Museen
- Nationalmuseum für westliche Kunst, mit Werken von Monet, Rodin und van Gogh, das Gebäude von Le Corbusier ist Weltkulturerbe
- Tokyo Metropolitan Art Museum mit wechselnden Ausstellungen
- Ueno Royal Museum mit Themenausstellungen
Fast alle Museen im Park haben montags geschlossen. Wenn dein Ueno-Tag auf einen Montag fällt, plane ihn lieber um.
Ueno-Zoo
Der Ueno-Zoo wurde 1882 eröffnet und ist der älteste Zoo Japans. Neben Elefanten, Giraffen, Tigern und einem großen Vogelbereich ist vor allem der Weg durch die weitläufige Anlage angenehm. Montags ist geschlossen.
Wichtig für die Planung: Die berühmten Pandas gibt es hier nicht mehr. Die Zwillinge Xiao Xiao und Lei Lei wurden im Januar 2026 nach China zurückgegeben, damit ist Japan erstmals seit 1972 ohne Pandas. Wer wegen der Tiere kommt, sollte das wissen, im Viertel erinnern aber weiterhin Panda-Motive, Souvenirs und sogar Panda-Brötchen an die lange Geschichte.
Ueno Tosho-gu
Versteckt im Park liegt dieser reich verzierte Schrein, der Tokugawa Ieyasu gewidmet ist, dem ersten Shogun der Edo-Zeit. Der Weg dorthin ist von hunderten Steinlaternen gesäumt, das Betreten des äußeren Bereichs ist kostenlos, für den inneren Bereich wird eine kleine Gebühr fällig.
Ameyoko
Unter und neben den Bahngleisen zieht sich die Marktstraße Ameya-Yokocho, kurz Ameyoko. Entstanden ist sie als Schwarzmarkt der Nachkriegszeit, heute findest du hier:
- Stände mit Takoyaki, Yakitori und Karaage
- Fisch, Obst und Trockenwaren, oft lautstark angepriesen
- kleine Izakayas, in denen ab dem Nachmittag dicht an dicht gegessen wird
- Günstige Kosmetik, Kleidung und Souvenirs
Unser Tipp: Geh in die Nebenstraßen. Dort sitzen die familiengeführten Lokale, die deutlich authentischer und meist günstiger sind als die Adressen an der Hauptachse.



Anfahrt und beste Zeit
- Asakusa erreichst du mit der Ginza- und der Asakusa-Linie sowie mit dem Tsukuba Express.
- Ueno ist ein großer Knotenpunkt mit JR-Linien, Shinkansen Richtung Tohoku und dem Keisei-Bahnhof mit Direktverbindung zum Flughafen Narita.
- Zwischen beiden Vierteln fährst du mit der Ginza-Linie etwa fünf Minuten, zu Fuß sind es rund 30 Minuten.
- Der Sensoji lohnt sich früh morgens oder abends, die Museen in Ueno am besten unter der Woche, nur nicht montags.
Ein Tag für beide Viertel
- Gegen 8 Uhr zum Sensoji, wenn die Nakamise-dori noch fast leer ist.
- Frühstück aus den Ständen, dann ein Abstecher zum Sumida-Park mit Blick auf den Skytree.
- Mit der Ginza-Linie nach Ueno.
- Mittagessen in der Ameyoko, danach ein oder zwei Museen im Park.
- Abends zurück nach Asakusa in die Hoppy-dori oder ein Izakaya in Ueno.
Häufige Fragen zu Asakusa und Ueno
Kann ich beide Viertel an einem Tag schaffen? Ja, sie liegen fünf Minuten auseinander. Wer alle Museen mitnehmen will, braucht allerdings zwei Tage.
Wann ist der Sensoji am ruhigsten? Vor 8 Uhr morgens und nach 20 Uhr, dann ist die Anlage beleuchtet und die Reisegruppen sind weg.
Gibt es im Ueno-Zoo noch Pandas? Nein. Die letzten beiden sind im Januar 2026 nach China zurückgekehrt.
Was kostet der Eintritt in die Museen? Die ständigen Sammlungen liegen meist im niedrigen einstelligen Bereich in Euro, Sonderausstellungen kosten extra. Montags ist fast überall geschlossen.
Darf ich auf der Nakamise-dori essen? Nicht im Gehen. Iss direkt am Stand oder in einer Seitenstraße, das gilt als selbstverständlich.
Fazit
Asakusa und Ueno zeigen zusammen ein Tokio, das mit Neonlicht und Hochhäusern wenig zu tun hat: alte Tempel, gewachsene Märkte, große Museen und ein Park, in dem sich die halbe Stadt trifft. Wer beides an einem Tag verbindet und dabei früh startet, bekommt eine der schönsten Kombinationen der Stadt.
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