Zao Okama und Genuss: Tagesausflug

Zao Okama und Genuss: Tagesausflug

Ein Tagesausflug ab Sendai zum Berg Zao verbindet Serpentinen, einen Kratersee, der je nach Licht die Farbe wechselt, und am Ende eine Schüssel Soba. In diesem Beitrag findest du unsere Route und die Punkte, an denen dieser Ausflug sonst gern schiefgeht.

Anreise ab Sendai

Mit dem Mietwagen dauert es rund 80 Minuten. Wir hatten ein Kei-Car, das reicht völlig. Die Bergstraße ist gut ausgebaut, aber steil und kurvig, dafür gibt es unterwegs mehrere Aussichtspunkte zum Anhalten. Denk daran, dass Deutsche in Japan ihren nationalen Führerschein plus offizielle japanische Übersetzung brauchen.

Ohne Auto fährst du mit dem Zug bis Shiroishi-Zao und von dort mit dem Bus zur Bergstation, allein die Busfahrt dauert rund 100 Minuten. Der Bus verkehrt nur saisonal und mit wenigen Verbindungen am Tag, prüf den Fahrplan unbedingt vorher und plane die Rückfahrt gleich mit.

Zur Mautstraße: Der letzte Abschnitt hinauf zum Krater ist gebührenpflichtig. Rechne mit einigen hundert Yen pro Fahrzeug, bezahlt wird bar an der Schranke.

Fahrt mit dem Kei-Car zum Berg ZaoBergstraße am Berg Zao

Wann der Berg überhaupt erreichbar ist

Das ist der wichtigste Punkt für deine Planung: Die Bergstraße ist im Winter gesperrt. Üblicherweise schließt sie im November und öffnet erst gegen Ende April wieder. In dieser Zeit kommst du nicht zum Kratersee.

Ein schöner Nebeneffekt der Wiedereröffnung: In den ersten Wochen fährt man durch mannshohe Schneewände, die der Räumdienst stehen lässt. Das ist ein eigenes Erlebnis und lockt entsprechend viele Besucher an.

Und der zweite Punkt, an dem die meisten Besuche scheitern: Der Gipfel liegt oft in Wolken. Es kommt regelmäßig vor, dass man oben ankommt und schlicht nichts sieht. Fahr deshalb möglichst vormittags, dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, und wirf vorher einen Blick auf die Webcams der Region. Wenn dort Nebel steht, verschieb den Ausflug lieber.

Der Kratersee Okama

Der Zao ist ein aktiver Vulkan von über 1.800 Metern Höhe. In seinem Krater liegt der See Okama, benannt nach seiner Form, die an einen Kochtopf erinnert. Sein Beiname lautet Goshikinuma, also See der fünf Farben, weil das Wasser je nach Licht und Wetter von Türkis über Grün bis Blaugrau wechselt.

Nicht verwechseln: Die ebenfalls bekannten Goshiki-numa in der Präfektur Fukushima sind eine andere Seengruppe, mehr dazu in unserem Beitrag über Fukushima.

Der See ist rund 27 Meter tief, hat gut einen Kilometer Umfang und ist stark sauer, deshalb lebt darin praktisch nichts. Baden oder Hinabsteigen ist nicht erlaubt.

Weil der Vulkan aktiv ist, gibt es rund um den Krater Warnstufen und Absperrungen. Sie ändern sich je nach seismischer Aktivität, halte dich unbedingt daran.

Der Kratersee Okama am Berg ZaoDer fünffarbige Kratersee Okama

Am Gipfel

  • Es gibt ein großes Rasthaus mit Toiletten, Automaten und Imbiss. Wir haben dort gerösteten Mais gegessen, sehr zu empfehlen.
  • Ein kleiner Bergschrein steht direkt am Kraterrand.
  • Oben ist es deutlich kühler und windiger als im Tal. Auch im Hochsommer gehört eine Jacke ins Gepäck.
  • Wer möchte, kann von dort auf markierten Wegen weiterwandern, dann brauchst du festes Schuhwerk.

Zum Thema Bären

In den Bergen der Region leben Schwarzbären. Bleib auf den Wegen, meide Dämmerung und frühen Morgen für einsame Pfade, mach dich bemerkbar und lass keine Essensreste liegen.

Einkehr auf dem Rückweg

Auf dem Weg zurück haben wir in Togatta Onsen im Soba-Restaurant Sankuan gegessen: faire Preise, sehr guter Geschmack, traditionelle Einrichtung. Bestellt hatten wir Soba, Kroketten und Tonkatsu.

Togatta ist ein alter Onsen-Ort und bekannt für seine Kokeshi, die schlichten Holzpuppen der Region. In mehreren Werkstätten kannst du beim Drechseln zusehen oder selbst eine bemalen. Wer Zeit hat, hängt ein Bad an, viele Häuser bieten Tagesgästen den Zugang zum Onsen an.

Soba im Restaurant SankuanGerichte im Soba-Restaurant SankuanTraditionelles Interieur des Sankuan

Und im Winter?

Wenn der Krater gesperrt ist, hat der Zao trotzdem etwas zu bieten, allerdings auf der Yamagata-Seite: Dort verwandeln Schnee und Eis die Bäume in bizarre Gebilde, die sogenannten Schneemonster. Mit der Seilbahn geht es hinauf, abends sind sie beleuchtet. Dafür reist du aber nicht über Shiroishi an, sondern über Yamagata.

Häufige Fragen zum Zao Okama

Wann ist der Kratersee erreichbar? Etwa von Ende April bis Anfang November. Im Winter ist die Bergstraße gesperrt.

Was, wenn es neblig ist? Dann siehst du den See nicht. Fahr vormittags und prüf vorher die Webcams.

Kostet die Auffahrt etwas? Der letzte Abschnitt ist mautpflichtig, bezahlt wird bar.

Geht das ohne Auto? Mit dem saisonalen Bus ab Shiroishi-Zao, aber mit wenigen Verbindungen. Fahrplan vorher prüfen.

Wie lange dauert der Ausflug? Als Tagesausflug ab Sendai gut planbar, mit Einkehr rechne mit sieben bis acht Stunden.

Fazit

Der Zao ist einer der eindrücklichsten Tagesausflüge in Tohoku: eine kurvige Bergstraße, ein türkisfarbener Kratersee in einer sonst kargen Landschaft und auf dem Rückweg ein Onsen-Ort mit gutem Essen. Zwei Dinge entscheiden aber über den Tag, und beide kannst du beeinflussen: die Jahreszeit und das Wetter am Vormittag.

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