Aomori Reiseguide: Japan entdecken im hohen Norden der Tohoku-Region

Aomori Reiseguide: Japan entdecken im hohen Norden der Tohoku-Region

Aomori liegt an der Nordspitze von Honshu, an einer Bucht und umgeben von Bergen. Der Name bedeutet sinngemäß blauer oder grüner Wald. Bekannt ist die Stadt für drei Dinge: eines der größten Feste Japans, Äpfel in jeder denkbaren Form und im Winter Schneemengen, die selbst Japaner beeindrucken. In diesem Beitrag findest du unsere Erfahrungen und alles zur Planung.

Anreise

  • Mit dem Shinkansen ab Tokio in etwa zweidreiviertel bis gut drei Stunden bis Shin-Aomori, von dort weitere sieben Minuten mit dem Regionalzug bis zur Station Aomori. Mit dem JR Pass abgedeckt, wir sind so gefahren.
  • Mit dem Flugzeug ab Haneda in gut einer Stunde, danach rund 30 Minuten mit dem Flughafenbus in die Stadt.
  • Mit dem Nachtbus deutlich günstiger, dafür entsprechend lang.

Wichtig: Shin-Aomori und Aomori sind zwei verschiedene Bahnhöfe. Die Sehenswürdigkeiten liegen rund um die Station Aomori am Hafen.

Hafenstadt Aomori an der Bucht

Das Nebuta-Fest

Das ist der Grund, warum Aomori in ganz Japan einen Namen hat. Vom 2. bis 7. August ziehen riesige, von innen beleuchtete Figuren aus Washi-Papier durch die Straßen, meist Krieger und Gestalten aus Sagen, teils mehrere Meter hoch und tonnenschwer. Es zählt zu den großen Festen der Tohoku-Region und zieht Millionen Besucher an.

Das Besondere: Rund um die Wagen tanzen die sogenannten Haneto in weiß-bunten Kostümen. Und anders als bei fast allen anderen Festen Japans darf jeder mittanzen, auch Reisende. Voraussetzung ist nur, dass du das vorgeschriebene Kostüm trägst, das du vor Ort ausleihen oder kaufen kannst.

Wenn du im August kommen willst: Unterkünfte sind dann Monate im Voraus ausgebucht und deutlich teurer.

Das Nebuta-Museum

Direkt am Bahnhof steht das Museum Nebuta Warasse, ein auffälliger, rot verkleideter Bau. Der große Vorteil: Dort stehen echte Festwagen der vergangenen Jahre in Originalgröße. Du kannst sie also auch dann ansehen, wenn du nicht im August da bist, und verstehst erst davor, wie gewaltig diese Figuren sind.

Bei unserem Besuch war leider geschlossen, deshalb der Hinweis: Prüf die Öffnungszeiten vorher, es gibt feste Schließtage.

Nebuta Museum in Aomori

Aussicht vom ASPAM

Das dreieckige Gebäude am Hafen ist das Wahrzeichen der Stadt, seine Form steht für den Anfangsbuchstaben von Aomori. Ganz oben gibt es eine Aussichtsetage mit Rundumblick über Stadt, Bucht und Berge, der Eintritt liegt bei rund 500 Yen.

Aussicht vom ASPAM Observation Deck in AomoriBlick über Aomori und das MeerPanorama von Aomori

Äpfel, und zwar in allem

Die Präfektur Aomori erzeugt weit mehr als die Hälfte aller japanischen Äpfel. Entsprechend allgegenwärtig sind sie: als Saft, Kuchen, Gummibärchen, Tee, Marmelade und als Cidre, also Apfelschaumwein.

Der beste Ort dafür ist die A FACTORY am Hafen, ein Markt mit angeschlossener Cidre-Kelterei, die man durch Glasscheiben arbeiten sieht. Es gibt eine Verkostungsstation, an der du verschiedene Sorten probieren kannst. Unser Tipp bleibt das Apfeleis aus eigener Herstellung.

A FACTORY in AomoriApfelspezialitäten in der A FACTORY

Das Reisgericht, das du selbst zusammenstellst

Auf dem Markt in Bahnhofsnähe gibt es eine Aomori-Spezialität, die es so kaum woanders gibt: Du kaufst am Eingang eine Schüssel Reis und dazu Marken. Dann gehst du von Stand zu Stand und tauschst die Marken gegen die Auflagen, die dir gefallen, also Jakobsmuscheln, Lachsrogen, Thunfisch oder Seeigel. Am Ende hast du deine eigene Fischschüssel zusammengestellt.

Am besten am Vormittag, viele Stände schließen mittags.

Wenn du mehr Zeit hast

  • Sannai-Maruyama: eine große Ausgrabungsstätte aus der Jomon-Zeit am Stadtrand, mit rekonstruierten Bauten und einer Siedlungsgeschichte von über tausend Jahren. Sie gehört seit 2021 zum UNESCO-Welterbe.
  • Kunstmuseum Aomori: gleich nebenan, bekannt für einen mehrere Meter hohen Hundeskulpturen-Bau im Innenhof.
  • Hakkoda-Berge: im Sommer zum Wandern, im Winter berühmt für die schneebedeckten Bäume und das Skifahren.
  • Towada-See und die Oirase-Schlucht: ein Kratersee mit einem der schönsten Wanderwege Japans entlang eines Bachs, besonders im Herbstlaub.
  • Das Forstmuseum in der Stadt, ruhig und mit Einblicken in Waldwirtschaft und Natur der Region.

Forstmuseum in AomoriAusstellung im Forstmuseum Aomori

Beste Reisezeit

  • Frühling und Herbst: mild, gut zum Wandern, im Herbst das Laub an der Oirase-Schlucht.
  • Anfang August: das Nebuta-Fest, das größte Erlebnis, aber teuer und voll.
  • Winter: Aomori gilt als eine der schneereichsten Städte der Welt, mit meterhohen Schneewänden an den Straßen. Beeindruckend, aber pack entsprechend ein.

Küste von Aomori

Praktische Tipps

  • Gepäck zuerst ins Hotel bringen, die Ziele rund um den Bahnhof sind dann bequem zu Fuß zu schaffen.
  • Mindestens eine Nacht einplanen, besser zwei, wenn du in die Berge oder zum See willst.
  • Öffnungszeiten vorab prüfen, mehrere Häuser haben feste Schließtage.
  • Bargeld für die Marktstände bereithalten, sonst wird fast überall Karte akzeptiert.

Häufige Fragen zu Aomori

Wann ist das Nebuta-Fest? Immer vom 2. bis 7. August. Unterkünfte sind dann Monate vorher ausgebucht.

Kann ich die Festwagen auch sonst sehen? Ja, im Museum am Bahnhof stehen echte Wagen der Vorjahre.

Wie komme ich hin? Mit dem Shinkansen ab Tokio in rund drei Stunden bis Shin-Aomori, dann sieben Minuten weiter.

Was muss ich probieren? Alles mit Apfel, dazu die selbst zusammengestellte Fischschüssel vom Markt.

Wie viele Tage brauche ich? Eine Nacht für die Stadt, zwei bis drei mit Ausflügen ins Umland.

Fazit

Aomori ist eine Stadt, die man unterschätzt, bis man vor einem der Festwagen steht. Dazu kommen Äpfel in jeder Form, eine Fischschüssel, die du dir selbst zusammenstellst, und im Umland Berge, ein Kratersee und eine Ausgrabungsstätte aus der Steinzeit. Wer den Norden Japans bereist, sollte hier mindestens eine Nacht bleiben.

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