Hiroshima Reisebericht und Tipps: Frieden, Geschichte und kulinarische Highlights
Teilen
Hiroshima ist für viele Reisende der bewegendste Ort einer Japanreise. Die Stadt steht für den 6. August 1945, aber ebenso für Wiederaufbau und für eine sehr konkrete Friedensarbeit, die bis heute andauert. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unseren ersten Tag und geben dir die praktischen Informationen, die du zur Planung brauchst.
Anreise und Fortbewegung
- Mit dem Shinkansen: ab Tokio rund vier Stunden mit dem Nozomi. Mit dem Japan Rail Pass fährst du mit dem Hikari bis Shin-Osaka und steigst dort in den Sakura um, das dauert etwa eine Stunde länger. Ab Shin-Osaka sind es rund anderthalb Stunden.
- Mit dem Flugzeug: Direktflüge ab Haneda, vom Flughafen fährt ein Bus rund 50 Minuten in die Stadt.
- Vor Ort: Hiroshima hat ein dichtes Straßenbahnnetz, die Hiroden. Sie bringt dich vom Hauptbahnhof direkt zum Friedenspark, es gibt Tagestickets. Ein Detail am Rande: Einige Wagen aus der Vorkriegszeit sind bis heute im Einsatz, sie haben den Abwurf überstanden und fahren wieder Fahrgäste.
Plane für Hiroshima mindestens zwei Tage ein, einen für die Stadt und einen für Miyajima.
Der Friedenspark und das Museum
Unser erster Tag begann im Friedensgedenkmuseum mitten im Peace Memorial Park. Die Ausstellung ist in zwei Teile gegliedert: was am 6. August 1945 geschah, und was die Menschen erlebten. Der zweite Teil zeigt persönliche Gegenstände von Opfern und ist sehr schwer auszuhalten. Nimm dir Zeit und plane danach nichts, was Konzentration verlangt.
Praktisches:
- Der Eintritt liegt bei rund 200 Yen, Audioguides gibt es in vielen Sprachen.
- Rechne mit mindestens zwei Stunden.
- Am frühen Morgen ist es am ruhigsten, ab dem Vormittag kommen Schulklassen und Reisegruppen.
- Der Besuch ist für jüngere Kinder nur bedingt geeignet. Es gibt keine Altersgrenze, aber viele Darstellungen sind sehr direkt.
Im Park selbst solltest du dir Zeit für drei weitere Orte nehmen: das Kenotaph mit den Namen aller bekannten Opfer, die Flamme des Friedens, die brennen soll, bis es weltweit keine Atomwaffen mehr gibt, und das Kinderfriedensdenkmal. Es erinnert an Sadako Sasaki, die als Kind an den Spätfolgen der Strahlung starb und Papierkraniche faltete. Bis heute schicken Schulklassen aus aller Welt Kraniche hierher, sie liegen zu Tausenden in den Vitrinen daneben.
Jedes Jahr am 6. August findet im Park die Gedenkfeier statt, abends werden auf dem Fluss Laternen für die Opfer ausgesetzt. Wer in dieser Zeit kommt, sollte sehr früh buchen und sich als Gast verhalten, es ist kein Touristentermin.



Der Atombombendom
Der Genbaku Dome war ursprünglich die Industrie- und Handelskammer der Präfektur, eröffnet 1915. Die Bombe explodierte am 6. August 1945 um 8:15 Uhr in etwa 600 Metern Höhe, rund 160 Meter neben dem Gebäude. Weil die Druckwelle fast senkrecht von oben kam, blieben Außenmauern und Kuppelgerüst stehen, während die Umgebung vollständig zerstört wurde.
Nach dem Krieg war lange umstritten, ob die Ruine abgerissen oder erhalten werden soll. Sie blieb stehen, wird seither aufwendig gesichert und gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Der Besuch von außen ist jederzeit möglich und kostenlos, betreten kann man das Gebäude nicht.

Okonomiyaki auf Hiroshima-Art
Nach diesen Eindrücken tut Essen gut, und Hiroshima hat dafür sein eigenes Gericht. Anders als in Osaka wird der Teig hier nicht vermischt, sondern geschichtet: dünner Pfannkuchen, ein Berg Kohl, Speck, dazu gebratene Nudeln und ein Ei obendrauf, alles auf der heißen Platte vor dir zusammengesetzt.
Rechne mit etwa 1.000 bis 1.500 Yen. Wer die Qual der Wahl mag, geht ins Okonomimura, ein Gebäude mit vielen kleinen Ständen über mehrere Etagen. Setz dich möglichst an den Tresen, dort siehst du beim Zubereiten zu und isst direkt von der Platte.


Orizuru Tower
Direkt neben dem Dom steht der Orizuru Tower. Der Name bedeutet Papierkranich, und das ist Programm: Oben kannst du selbst einen Kranich falten und ihn in eine gläserne Wand werfen, die sich über die Jahre füllt. Die offene Dachterrasse aus Holz bietet einen ruhigen Blick über den Park und die Stadt, nach unten geht es über eine lange, spiralförmige Rampe.
Der Eintritt liegt für Erwachsene bei rund 2.200 Yen, Kinder und Jugendliche zahlen gestaffelt weniger. Mit einem Nachmittagsticket kommst du abends noch einmal hinein, dann ist der Blick besonders schön.


Wenn du mehr Zeit hast
- Burg Hiroshima: nach dem Krieg rekonstruiert, mit einem Museum zur Stadtgeschichte vor 1945.
- Shukkeien: ein Landschaftsgarten aus dem 17. Jahrhundert, ebenfalls wieder aufgebaut. Ein guter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
- Miyajima: die Insel mit dem Torii im Wasser, unser zweiter Tag. Wie es dort war, liest du in unserem Beitrag zu Miyajima.
Häufige Fragen zu Hiroshima
Wie viel Zeit sollte ich einplanen? Zwei Tage, einen für Friedenspark und Stadt, einen für Miyajima.
Was kostet das Museum? Rund 200 Yen. Der Friedenspark und der Blick auf den Dom sind kostenlos.
Ist der Besuch für Kinder geeignet? Der Park ja, das Museum nur bedingt. Manche Ausstellungsstücke sind sehr direkt.
Ist die Stadt heute strahlenbelastet? Nein. Die Bombe explodierte in der Luft, die Strahlung ist seit Jahrzehnten auf dem normalen Hintergrundniveau.
Wie verhalte ich mich im Park? Wie an einer Gedenkstätte: leise, keine Picknicks an den Denkmälern, keine Fotos, die die Orte als Kulisse benutzen.
Fazit
Hiroshima ist kein Ort, den man abhakt. Der Vormittag im Museum ist schwer, der Nachmittag zeigt eine lebendige, freundliche Stadt mit gutem Essen und einem der schönsten Ausblicke Westjapans. Genau diese Verbindung macht den Besuch so eindrücklich, und sie ist der Grund, warum Hiroshima auf keiner Japanreise fehlen sollte.
Wenn dir unsere Reiseberichte gefallen: In unserem Shiga Food Onlineshop findest du japanische Snacks, Matcha und Grüntee und japanische Süßigkeiten, direkt aus Japan importiert.
Weitere Ziele in der Chūgoku-Region
Entdecke weitere Reisetipps und Orte in der Chūgoku-Region:
- Hiroshima: Miyajima, Onomichi und der Setonaikai-Nationalpark
- Okayama: Okayama
- Shimane: Matsue-Reiseguide, Matsue Shiroyama Park, Izumo Taisha
