Matsushima: Inselparadies in der Tohoku-Region
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Matsushima liegt rund 30 Kilometer nordöstlich von Sendai in der Präfektur Miyagi. Berühmt ist die Bucht für ihre über 260 kiefernbewachsenen Inseln, die zu den drei schönsten Landschaften Japans zählen, gemeinsam mit Amanohashidate und Miyajima. In diesem Beitrag findest du unsere Tagesroute und alles, was du zur Planung brauchst.
Eine kleine Anekdote am Rande: Dem Haiku-Dichter Matsuo Basho wird gern ein Gedicht zugeschrieben, das nur aus dem dreimal wiederholten Namen des Ortes besteht, weil ihm angesichts der Schönheit die Worte gefehlt hätten. Tatsächlich stammt dieses Haiku wohl von einem späteren Dichter. Basho war aber nachweislich hier und hat den Ort in seinem Reisetagebuch beschrieben.
Anreise
- Mit dem Tohoku-Shinkansen ab Tokio in rund anderthalb Stunden nach Sendai, mit dem Japan Rail Pass abgedeckt.
- Weiter mit der Senseki-Linie in etwa 40 Minuten bis zur Station Matsushima-Kaigan.
- Wichtig: Steig nicht am Bahnhof Matsushima aus. Der liegt auf einer anderen Linie und deutlich weiter von den Sehenswürdigkeiten entfernt. Du willst nach Matsushima-Kaigan.
Vom Bahnhof aus ist alles zu Fuß erreichbar. Ein Tagesausflug ab Sendai lohnt sich gut, ab Tokio wird es ein langer Tag.

Godaido: das Wahrzeichen am Wasser
Gleich neben dem Anleger steht auf einer winzigen Felseninsel die Halle Godaido, das Wahrzeichen von Matsushima. Sie geht auf das 9. Jahrhundert zurück, der heutige Bau stammt von 1604 und wurde von Date Masamune errichtet.
Bemerkenswert ist der Zugang: Die kleine Brücke dorthin hat bewusst Lücken zwischen den Planken, sodass du beim Gehen aufs Wasser darunter schaust. Das soll dich zwingen, achtsam zu sein, bevor du einen heiligen Ort betrittst. Der Zutritt ist kostenlos, das Innere wird nur alle 33 Jahre gezeigt.
Fukuurajima: die Insel mit der roten Brücke
Über eine 252 Meter lange, leuchtend rote Brücke erreichst du die Insel Fukuurajima. Der Eintritt liegt bei rund 200 Yen für Erwachsene und 100 Yen für Schüler, Tickets gibt es am Automaten in mehreren Sprachen.
Auf der Insel erwarten dich ein botanischer Rundweg mit rund 250 Pflanzenarten, ein kleiner Schrein und mehrere Aussichtspunkte auf die Bucht. Es ist deutlich ruhiger als am Ufer, plane eine gute Stunde ein.


Zuiganji: der Tempel der Date
Wenige Gehminuten vom Wasser entfernt liegt der Zuiganji, einer der bedeutendsten Zen-Tempel Nordjapans. Gegründet 828, wurde er 1609 von Date Masamune, dem mächtigen Fürsten von Sendai, aufwendig neu errichtet und diente als Familientempel des Klans. Haupthalle und Kuri, das Wirtschaftsgebäude, sind heute Nationalschatz.
Beeindruckend sind die bemalten Schiebetüren mit Gold und die kunstvollen Holzarbeiten. Der Eintritt liegt bei rund 700 Yen.
Entlang des Zuwegs findest du in den Fels geschlagene Höhlen mit Statuen und Inschriften. Sie dienten über Jahrhunderte als Gräber und Andachtsorte und sind frei zugänglich.
Direkt daneben liegt der kleinere Entsuin mit einem Rosengarten und dem Mausoleum eines früh verstorbenen Date-Enkels. Im Herbst wird der Garten abends beleuchtet, das gilt als einer der schönsten Momente des Jahres in Matsushima.



Austern und gegrillte Meeresfrüchte
Matsushima ist eine der wichtigsten Austernregionen Japans. Die Zuchtflöße siehst du überall in der Bucht schwimmen. Hauptsaison ist der Winter, etwa von Oktober bis März, dann gibt es sie gegrillt, frittiert, als Suppe oder roh, teils in eigenen Austernhütten mit Pauschalangeboten.
Das ganze Jahr über findest du an der Uferstraße kleine Stände, an denen Jakobsmuscheln, Tintenfisch und Fischspieße frisch auf dem Rost liegen, oft geführt von älteren Ehepaaren. Einfach, ehrlich und gut.


Die Bootstour durch die Bucht
Erst vom Wasser aus versteht man, warum diese Landschaft berühmt ist. Die Standardrunde dauert rund 50 Minuten und kostet etwa 1.500 Yen, es gibt auch kürzere und längere Varianten.
Ein Hinweis: Das Füttern der Möwen vom Boot aus ist inzwischen untersagt, weil es den Tieren schadet. Bei starkem Wind können Fahrten ausfallen.


Wenn du mehr Zeit hast
- Die vier großen Aussichtspunkte: Rund um die Bucht liegen vier klassische Blickpunkte auf Hügeln, jeder mit eigenem Charakter. Mit dem Auto lassen sie sich gut verbinden.
- Shiogama: die Nachbarstadt mit großem Fischmarkt und dem Schrein Shiogama Jinja, per Bahn oder mit dem Ausflugsboot erreichbar.
- Onsen mit Blick: Mehrere Häuser am Hang bieten Bäder mit Aussicht auf die Inselwelt.
Ein Wort zur jüngeren Geschichte: Beim Tsunami 2011 kam Matsushima vergleichsweise glimpflich davon, weil die vorgelagerten Inseln die Wellen brachen. Die Nachbarorte an der offenen Küste traf es ungleich schwerer.
Häufige Fragen zu Matsushima
An welchem Bahnhof steige ich aus? An Matsushima-Kaigan, nicht am Bahnhof Matsushima.
Reicht ein halber Tag? Für Godaido, Fukuurajima und die Bootstour ja. Mit Zuiganji und Essen wird ein ganzer Tag daraus.
Wann sind die Austern am besten? Von Oktober bis März. Im Sommer gibt es dafür andere Meeresfrüchte vom Grill.
Was kostet die Bootstour? Rund 1.500 Yen für die übliche Runde von etwa 50 Minuten.
Wann ist die schönste Zeit? Herbst wegen der Laubfärbung und der Abendbeleuchtung im Entsuin, Winter wegen der Austern.
Fazit
Matsushima ist einer der Orte, an denen japanische Landschaftsmalerei plausibel wird: Kiefern auf Felsen, Nebel über dem Wasser, dazwischen ein Tempel. Der beste Tag beginnt mit der Brücke mit den Lücken, führt über die rote Brücke auf die Insel und endet mit Austern vom Rost. Von Sendai aus ist das ein einfacher Tagesausflug, der sich immer lohnt.
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