Reisen ohne Schlepperei: Yamato Transport in Japan
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Es gibt einen japanischen Service, der eine Reise spürbar angenehmer macht und den viele Reisende gar nicht kennen: den Gepäckversand. Statt den Koffer durch überfüllte Bahnhöfe und enge Gassen zu schleppen, schickst du ihn einfach voraus. Marktführer ist Yamato Transport, wegen des Logos meist Kuroneko genannt, die schwarze Katze.
Das Logo zeigt eine Katze, die ihr Junges im Maul trägt. Es steht für den vorsichtigen Umgang mit dem Transportgut, und genau so wird auch gearbeitet.
Warum sich das lohnt
- Du kannst Treppen und Umstiege nehmen, ohne den Koffer zu tragen. In vielen älteren Bahnhöfen gibt es keinen Aufzug.
- Im Shinkansen brauchst du für großes Gepäck sonst einen eigens reservierten Platz in der letzten Reihe.
- Mit Kindern hast du die Hände frei.
- Am An- und Abreisetag bleibst du beweglich, statt an den Koffer gebunden zu sein.
Die drei typischen Anwendungsfälle
Vom Flughafen ins Hotel
An den großen Flughäfen, unter anderem in Haneda und Narita, gibt es Schalter direkt in der Ankunftshalle. Du gibst den Koffer ab, fährst mit leichtem Gepäck in die Stadt und findest ihn im Hotel wieder. Innerhalb Tokios klappt das je nach Uhrzeit noch am selben Tag, sonst am Folgetag. Eine Reservierung brauchst du nicht.
Von Hotel zu Hotel
Das ist der nutzbringendste Fall auf einer Rundreise: Du schickst den Koffer morgens vom Hotel in Tokio zum Hotel in Kyoto und fährst selbst mit einem kleinen Rucksack. Angenommen wird das an der Rezeption, in der Regel kommt die Sendung am nächsten Tag an.
Zurück zum Flughafen
Am letzten Tag lässt du den Koffer im Hotel abholen und zum Flughafen bringen. Plane dafür zwei Tage Vorlauf ein und frag an der Rezeption nach. Alternativ gibst du das Gepäck an einem Schalter zur Aufbewahrung ab und holst es abends wieder.
Was es kostet und wie sich der Preis ergibt
Berechnet wird nach Größe und Entfernung. Maßgeblich ist die Summe aus Länge, Breite und Höhe, gestaffelt in Stufen von 60 bis 160 Zentimetern. Ein normaler Reisekoffer liegt meist in den oberen Stufen.
- Innerhalb einer Region kostet ein großer Koffer meist rund 2.000 bis 3.000 Yen.
- Über weite Strecken, etwa von Tokio nach Kyushu oder Hokkaido, wird es entsprechend teurer.
- Der Sonderservice mit Zustellung am selben Tag ab dem Flughafen kostet deutlich mehr, teils über 4.000 Yen.
- Die Aufbewahrung am Schalter liegt bei etwa 600 bis 800 Yen pro Stück und Tag.
Bezahlt wird meist bar, an größeren Schaltern oft auch mit Karte.
Wo du Sendungen abgeben kannst
- an Flughafenschaltern in der Ankunfts- und Abflughalle
- an der Hotelrezeption, das ist der einfachste Weg
- an Servicepunkten in größeren Bahnhöfen
- in vielen Konbini, welcher Dienstleister dahintersteht, unterscheidet sich je nach Kette
Yamato ist nicht der einzige Anbieter. Auch Sagawa und die japanische Post bieten denselben Service, das Prinzip ist überall gleich.
Was du im Handgepäck behalten solltest
Diesen Punkt übersehen viele beim ersten Mal. In den Koffer gehört nichts, was du in den nächsten 24 Stunden brauchst:
- Reisepass, Geld und Karten
- Medikamente
- Ladegeräte und Elektronik
- Wechselwäsche und Zahnbürste für eine Nacht
- alles Zerbrechliche und Wertvolle
Denk auch daran, dass der Koffer erst am nächsten Tag ankommt, wenn du ihn an einen anderen Ort schickst. Wer abends spät anreist und morgens früh weiter will, plant besser anders.
Praktische Tipps
- Halte die Adresse des Zielhotels auf Japanisch bereit, meist steht sie in der Buchungsbestätigung. Ein Screenshot reicht.
- Frag vorher, ob dein Hotel Sendungen annimmt und ab wann. Kleine Unterkünfte tun das nicht immer.
- Die Formulare gibt es auf Englisch, das Personal an Flughafenschaltern ist auf Reisende eingestellt. Japanisch brauchst du nicht.
- Hebe den Beleg mit der Sendungsnummer auf, damit kannst du online verfolgen, wo dein Koffer gerade ist.
- Schließfächer an Bahnhöfen sind die Alternative für wenige Stunden, an beliebten Stationen sind sie aber oft alle belegt.
Unsere Erfahrung
Wir nutzen den Service auf jeder Japanreise, besonders nach einem langen Flug und am letzten Tag. Es fühlt sich fast luxuriös an, ein Land ohne Koffer zu erkunden, und es kostet weniger, als die meisten vermuten.
Häufige Fragen zum Gepäckversand
Wie lange dauert der Versand? Zwischen größeren Städten meist einen Tag, in abgelegene Regionen zwei. Innerhalb Tokios ist am selben Tag möglich.
Was kostet es? Für einen großen Koffer meist 2.000 bis 3.000 Yen, je nach Strecke mehr.
Brauche ich Japanischkenntnisse? Nein. Formulare gibt es auf Englisch, an Flughafenschaltern wird dir geholfen.
Ist mein Gepäck versichert? Sendungen sind bis zu einem festgelegten Betrag abgedeckt. Wertsachen gehören trotzdem ins Handgepäck.
Geht das auch zum Flughafen? Ja, mit etwa zwei Tagen Vorlauf. Frag an der Hotelrezeption nach.
Fazit
Der Gepäckversand ist einer der Gründe, warum Reisen in Japan so entspannt ist. Ein Koffer, ein Formular, ein paar tausend Yen, und du bewegst dich zwei Wochen lang mit leichtem Gepäck durchs Land. Wer einmal so gereist ist, macht es nie wieder anders.
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