Auto mieten in Japan: Tipps und Hinweise für Touristen
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Japan hat ein hervorragendes Bahnnetz, aber sobald du abseits der großen Linien unterwegs sein willst, ist der Mietwagen unschlagbar. In diesem Beitrag erfährst du, welche Papiere du wirklich brauchst, was das Fahren kostet und worauf du dich einstellen solltest.
Wann sich ein Mietwagen lohnt
In Tokio, Osaka oder Kyoto brauchst du kein Auto, dort bist du mit Bahn und U-Bahn schneller und günstiger. Sinnvoll wird der Mietwagen dort, wo der Fahrplan dünn wird: auf Shikoku, in Tohoku, auf Kyushu, in Hokkaido, auf den Inseln und generell an Küsten und in Bergregionen. Viele der schönsten Orte Japans haben schlicht keinen Bahnanschluss.

Die Papiere: hier liegt die größte Stolperfalle
Wichtig vorweg: Der deutsche internationale Führerschein wird in Japan nicht anerkannt. Das überrascht viele, ist aber eindeutig. Deutschland stellt ihn nach dem Wiener Abkommen aus, Japan erkennt nur die Variante nach dem Genfer Abkommen von 1949 an. Wer damit am Schalter steht, bekommt kein Auto.
Was du stattdessen brauchst:
- deinen nationalen deutschen Führerschein im Original
- eine offizielle japanische Übersetzung, erhältlich beim ADAC Südbayern oder bei der Japan Automobile Federation
- deinen Reisepass
- eine Kreditkarte auf den Namen der fahrenden Person
Die Übersetzung kostet beim ADAC rund 65 Euro, mit Rückversand etwas mehr. Plane den Vorlauf ein, je nach Anbieter dauert es einige Tage bis mehrere Wochen. Mit Führerschein und Übersetzung darfst du ab dem Einreisetag ein Jahr lang fahren.
Dieselbe Regel gilt für Führerscheine aus der Schweiz, Frankreich, Belgien, Monaco und Taiwan. Für Österreich gilt das Gegenteil: Dort brauchst du einen echten internationalen Führerschein nach dem Abkommen von 1949, eine Übersetzung reicht nicht.
Anbieter, Fahrzeuge und Kosten
Große, verlässliche Vermieter mit englischsprachigem Service sind Toyota Rent a Car, ORIX Rent-A-Car, Times Car Rental und Nippon Rent-A-Car. Buche online im Voraus, gerade kleine Fahrzeuge und Automatikwagen in der Ferienzeit sind schnell weg.
- Kei-Cars sind die günstigste Klasse, je nach Anbieter, Saison und Mietdauer etwa 6.000 bis 12.000 Yen pro Tag. Sie sind sparsam und auf schmalen Straßen ideal.
- Für lange Autobahnetappen oder zu viert mit Gepäck nimm lieber eine Klasse größer, Kei-Cars sind bei Tempo 100 laut und am Berg träge.
- Fast alle Mietwagen haben Automatikgetriebe, danach musst du nicht extra suchen.
- Einwegmieten sind möglich, kosten aber eine Zusatzgebühr, die mit der Entfernung steigt.
- Im Winter gehören in Hokkaido und in den Bergen Winterreifen dazu, das ist meist im Preis enthalten, frag aber nach.
Versicherung: Schließ immer eine ab. Üblich ist eine Grundversicherung mit Selbstbeteiligung, dazu eine kleine Tagespauschale, die diese Selbstbeteiligung streicht. Bei einem Schaden kommt in Japan häufig noch eine Ausfallgebühr für die Standzeit des Fahrzeugs dazu, auch diese lässt sich mitversichern.

Was beim Fahren anders ist
- Linksverkehr, das Lenkrad ist rechts. Nach einer halben Stunde sitzt es, tricky bleiben Abbiegen an leeren Kreuzungen und Parkplätze.
- Blinker und Scheibenwischer sind vertauscht. Du wirst in den ersten Stunden mehrfach die Scheibe wischen, wenn du abbiegen willst. Das gibt sich.
- Tempolimits sind niedrig: meist 50 bis 60 auf Landstraßen, 80 bis 100 auf Schnellstraßen.
- Stoppschilder sind rote Dreiecke mit der Aufschrift tomare. An ihnen wird tatsächlich vollständig angehalten.
- Null Toleranz beim Alkohol, mit sehr harten Strafen, die auch Mitfahrende und Gastgeber treffen können.
- Kindersitzpflicht für Kinder unter sechs Jahren, am besten gleich mitbuchen.
- Getankt wird oft in Selbstbedienung. Normalbenzin heißt Regular, Super ist High Octane, Diesel läuft unter Keiyu.
- Navigation: Japanische Geräte suchen Ziele über die Telefonnummer oder den sogenannten Mapcode. Notiere dir beides vorab, das ist einfacher als eine Adresse einzugeben.
Der Fahrstil ist ausgesprochen rücksichtsvoll, gehupt wird praktisch nie. Die Straßen sind sauber und gut ausgeschildert, viele Schilder auch lateinisch beschriftet.

Maut und Parken
Viele Schnellstraßen sind mautpflichtig, gerechnet wird nach Strecke und Fahrzeugklasse, typisch sind rund 25 bis 30 Yen pro Kilometer. Hundert Kilometer kosten also etwa 2.500 bis 3.000 Yen. Landstraßen sind kostenlos, dafür deutlich langsamer.
Bezahlen kannst du bar oder mit Karte an der Mautstation. Bequemer ist eine ETC-Karte, mit der du ohne Halt durchfährst und oft Rabatte bekommst. Die meisten Mietwagen haben das Gerät bereits eingebaut, die Karte mietest du dazu. Frag ausdrücklich danach, wenn du größere Strecken planst.
Beim Parken gilt: In Städten ist es teuer und knapp, oft in automatischen Parkschränken oder auf Stellplätzen mit Sperrbügel, die sich nach dem Bezahlen absenken. Hotels berechnen den Parkplatz häufig extra. Auf dem Land ist Parken dagegen fast immer kostenlos.
Ein schöner Nebeneffekt langer Fahrten: Die Raststationen an japanischen Schnellstraßen sind kleine Zielorte für sich, mit regionalen Spezialitäten, guten Restaurants und Souvenirs. Plane sie bewusst ein.
Häufige Fragen zum Mietwagen in Japan
Reicht mein internationaler Führerschein? Aus Deutschland nicht. Du brauchst den nationalen Führerschein mit offizieller japanischer Übersetzung.
Wie lange dauert die Übersetzung? Je nach Anbieter einige Tage bis mehrere Wochen. Kümmere dich rechtzeitig darum.
Brauche ich eine Kreditkarte? Ja, praktisch immer, und sie muss auf die fahrende Person laufen.
Ist Linksverkehr schwierig? Weniger als gedacht. Schwieriger sind enge Straßen und Parkplätze, deshalb ist ein kleines Auto von Vorteil.
Lohnt sich ein Auto für Tokio oder Kyoto? Nein. Dort kostet Parken viel und bringt nichts. Miete lieber gezielt für die ländlichen Abschnitte deiner Reise.
Fazit
Ein Mietwagen öffnet dir das Japan, das im Fahrplan nicht vorkommt: leere Küstenstraßen, Bergdörfer, Onsen im Nirgendwo. Voraussetzung ist nur, dass du die Papiere rechtzeitig regelst, denn ohne die japanische Übersetzung deines Führerscheins geht gar nichts. Alles andere ist erstaunlich entspannt.
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1 Kommentar
Hallo, habe heute mal kurz in den Berichten gelesen und fand es sehr interessant und gut formuliert und außerdem mit wichtigen Hinweisen versehen. Sehr schön.