Kanazawa entdecken: Japans verstecktes Juwel zwischen Tradition, Fischmarkt und Gartenkunst

Kanazawa entdecken: Japans verstecktes Juwel zwischen Tradition, Fischmarkt und Gartenkunst

Kanazawa an der Westküste, in der Präfektur Ishikawa, wird gern das kleine Kyoto genannt: erhaltene Viertel aus der Edo-Zeit, einer der drei berühmtesten Gärten Japans, ein großer Fischmarkt, und das alles ohne den Andrang der großen Ziele. In diesem ersten Teil nehmen wir dich mit auf unseren ersten Tag und geben dir die Infos zur Planung mit.

Anreise und Fortbewegung

  • Mit dem Hokuriku-Shinkansen ab Tokio in rund zweieinhalb bis drei Stunden, ohne Umstieg.
  • Von Kyoto und Osaka fährst du mit dem Thunderbird bis Tsuruga und steigst dort in den Shinkansen um. Seit der Streckenverlängerung 2024 ist das der übliche Weg, insgesamt gut zweieinhalb Stunden.
  • In der Stadt fährt der Kanazawa Loop Bus die wichtigsten Ziele im Kreis an, es gibt Tagestickets. Vieles lässt sich auch gut zu Fuß oder mit einem Leihrad erledigen.

Schon der Bahnhof lohnt einen Blick: Vor dem Ausgang steht das hölzerne Tsuzumi-Tor, dessen Form an eine japanische Trommel erinnert, dahinter spannt sich eine große Glas- und Stahlkuppel. Der Kontrast zur alten Stadt dahinter ist ein guter Auftakt.

Glas- und Stahlkuppel am Bahnhof Kanazawa

Wir haben zwei Tage eingeplant, und das würden wir wieder so machen. An einem Tag schafft man die Höhepunkte, aber ohne Ruhe.

Der Omicho-Markt

Unser Hotel lag nur rund 200 Meter vom Omicho-Markt entfernt, also ging es direkt dorthin. Rund 170 Geschäfte reihen sich unter den überdachten Gassen aneinander: Fisch, Meeresfrüchte, Obst, Gemüse und viele kleine Stände zum Sofortessen. Wir haben uns eine Kleinigkeit geholt, frisch und genau so, wie man es sich an der Wasserkante vorstellt.

Praktische Hinweise: Am lebendigsten ist der Markt am Vormittag, viele Stände schließen am frühen Nachmittag. Wer Schneekrabbe probieren will, muss im Winter kommen, die Saison läuft etwa von November bis März. Beliebt ist auch das Kaisendon, eine Schüssel Reis mit rohem Fisch, dafür bilden sich mittags Schlangen.

Frischer Fisch und Meeresfrüchte am Omicho-Markt in KanazawaSnack vom Omicho-Markt in Kanazawa

Die Burg Kanazawa

Vom Markt sind es wenige Minuten zur Burg, dem einstigen Sitz des Maeda-Clans, nach den Tokugawa das reichste Feudalgeschlecht Japans. Große Teile brannten im Lauf der Jahrhunderte ab, mehrere Gebäude wurden aber originalgetreu mit historischen Techniken rekonstruiert.

Gut zu wissen: Der Burgpark selbst ist frei zugänglich, nur für die Innenräume der rekonstruierten Gebäude wird ein kleiner Eintritt fällig. Das eindrucksvollste Bauwerk ist das Tor Ishikawa-mon, das direkt zum Garten hinüberführt.

Weiße Mauern und Tore der Burg KanazawaKunstvolle Dächer der Burg Kanazawa

Der Kenroku-en

Gleich gegenüber liegt der Kenroku-en, einst Privatgarten der Fürsten und heute einer der drei berühmtesten Gärten Japans. Der Name bedeutet Garten der sechs Eigenschaften, weil er Weitläufigkeit, Abgeschiedenheit, Kunstfertigkeit, Alter, Wasser und Aussicht zugleich vereinen soll.

Praktisches dazu:

  • Der Eintritt liegt bei rund 320 Yen.
  • Sehr früh am Morgen, vor der regulären Öffnung, ist der Garten in vielen Zeiträumen kostenlos zugänglich. Genau dann ist er auch am schönsten.
  • Das bekannteste Motiv ist die zweibeinige Steinlaterne Kotoji am Teich.
  • Im Winter bekommen die Kiefern die typischen Seilkegel, das Yukitsuri, damit die Äste unter dem schweren Schnee nicht brechen.

Bei uns kam kurz nach der Ankunft der Regen, also haben wir abgekürzt und uns in ein kleines Geschäft mit handgemachtem japanischem Geschirr gerettet. Auch das gehört zu Kanazawa: Die Stadt ist bekannt für Kunsthandwerk, von Keramik über Lackwaren bis zu Seide.

Handgemachtes japanisches Geschirr in einem Laden nahe dem Kenroku-enTraditionelles Kunsthandwerk aus Kanazawa

Abendessen einmal anders

Weil der Regen blieb, haben wir uns nachmittags im Hotel ausgeruht und abends im Kaufhaus Kanazawa M’ZA italienisch gegessen. Überraschend gut, und ein Hinweis, den wir gern weitergeben: Die Restaurantetagen japanischer Kaufhäuser sind fast immer eine sichere Wahl, wenn das Wetter oder die Zeit gegen dich arbeiten.

Italienisches Abendessen im Kaufhaus Kanazawa M’ZA

Häufige Fragen zu Kanazawa

Wie viele Tage brauche ich? Zwei sind ideal. An einem Tag schaffst du Markt, Burg und Garten, aber ohne Pausen.

Wie komme ich von Kyoto hin? Mit dem Thunderbird bis Tsuruga und dort in den Shinkansen umsteigen, insgesamt gut zweieinhalb Stunden.

Was kostet der Kenroku-en? Rund 320 Yen, sehr früh am Morgen ist er häufig kostenlos.

Wann lohnt sich der Omicho-Markt? Vormittags. Im Winter kommt die Krabbensaison dazu.

Ist Kanazawa auch bei Regen sinnvoll? Ja. Museen, Kaufhaus-Restaurants und die überdachten Marktgassen retten jeden Regentag.

Fazit zum ersten Tag

Kanazawa überrascht. Die Stadt ist ruhig, stilvoll und voller Geschichte, vom trubeligen Fischmarkt über die Burg des mächtigsten Clans der Region bis zum stillen Garten. Wer Japan abseits der großen Routen sucht und trotzdem gut angebunden sein will, ist hier richtig. Wie es weiterging, liest du in Teil 2 mit Geisha-Vierteln, Goldblatt und moderner Kunst.

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