Ein Ausflug nach Shizuoka: Grüntee, Geschichte und Genuss
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Shizuoka ist Japans größtes Teeanbaugebiet und liegt gleichzeitig direkt am Fuß des Fuji. Die Stadt selbst wird von Reisenden meist übersehen, obwohl sie mit dem Shinkansen bequem zwischen Tokio und Kyoto liegt. In diesem Beitrag zeigen wir dir, warum sich ein Tag hier lohnt, vom Teemuseum in Shimada bis zum Schrein des ersten Tokugawa-Shoguns.
Anreise und Orientierung
- Shizuoka liegt an der Tokaido-Shinkansen-Linie. Von Tokio bist du in etwa einer Stunde da, von Nagoya in gut einer Stunde, von Kyoto in etwa zwei.
- Wichtig: Der schnelle Nozomi hält in Shizuoka nicht. Nimm den Hikari oder den Kodama, das ist mit dem Japan Rail Pass ohnehin die richtige Wahl.
- Zum Teemuseum fährst du mit der Tokaido-Linie rund 30 Minuten bis Kanaya bei Shimada.
- Ein Tipp für die Fahrt: Zwischen Tokio und Shizuoka siehst du bei klarem Wetter den Fuji auf der rechten Seite, wenn du Richtung Osaka fährst.
Das Teemuseum in Shimada
Aus Shizuoka kommt ein sehr großer Teil des japanischen Grüntees, die Hänge der Umgebung sind bis zum Horizont mit Teefeldern bedeckt. Das Teemuseum liegt mittendrin und ist unser Tipp für alle, die verstehen wollen, was in ihrer Tasse landet.
Was dich erwartet:
- Ausstellungen zu Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Sortenvielfalt, von Sencha über Gyokuro bis Matcha
- ein traditioneller Garten mit Teehaus, in dem du Tee nach klassischer Art serviert bekommst
- Matcha-Soba im Restaurant mit Blick in den Garten
- ein großer Shop, unser Favorit dort ist das Matcha-Eis
- weiter Blick über die Teefelder ringsum
Geöffnet ist in der Regel von 9 bis 17 Uhr, der Eintritt liegt bei rund 300 Yen für Erwachsene, Kinder, Schüler und Studierende kommen frei hinein. An einzelnen Tagen ist geschlossen, wirf vorher kurz einen Blick auf die Website.
Wichtiger Tipp: Nimm vom Bahnhof ein Taxi. Der Fußweg ist landschaftlich schön, aber steil und ohne Schatten, im Sommer ist das kein Vergnügen.





Der Sengen-Schrein in Shizuoka
Zurück in der Stadt lohnt der Shizuoka Sengen-Schrein, der eigentlich aus mehreren Schreinen auf einem Gelände besteht. Er ist dem Fuji gewidmet, die Gebäude sind aufwendig bemalt und lackiert, teils in leuchtendem Rot und Gold. Der Zutritt ist frei.
Auf dem Gelände führt ein Treppenweg auf den Hügel Shizuhatayama, von oben siehst du über die Stadt. Historisch interessant: Hier feierte Tokugawa Ieyasu als Jugendlicher seine Volljährigkeitszeremonie, lange bevor er Shogun wurde.




Die Sumpu-Burg
Wenige Minuten entfernt liegt die Sumpu-Burg, der Alterssitz von Tokugawa Ieyasu, dem Begründer des Tokugawa-Shogunats. Erhalten sind Wassergräben, Mauern und rekonstruierte Tore, das Innere der Anlage ist heute ein Park und frei zugänglich. Für die rekonstruierten Gebäude und den japanischen Garten Momijiyama wird ein kleiner Eintritt fällig.
Zur Kirschblüte im Frühjahr ist der Park einer der schönsten Orte der Stadt, dann findet auch das Shizuoka Matsuri mit Umzügen in historischen Kostümen statt.



Wenn du mehr Zeit hast
- Nihondaira: ein Hügelplateau östlich der Stadt mit einer kostenlosen Aussichtsterrasse. Bei klarem Wetter siehst du Fuji, Teefelder und die Bucht auf einen Blick.
- Kunozan Toshogu: von Nihondaira mit der Seilbahn erreichbar. Hier wurde Tokugawa Ieyasu zuerst beigesetzt, die Anlage ist entsprechend prunkvoll und deutlich ruhiger als das berühmtere Nikko.
- Hafen Shimizu: bekannt für Thunfisch, dazu ein Fischmarkt mit Restaurants.
Essen in Shizuoka
- Shizuoka Oden: die lokale Variante mit dunkler Brühe, Spießen und Fischpulver obendrauf
- Sakura-Ebi: winzige rosa Garnelen aus der Bucht, frittiert oder auf Reis
- Thunfisch aus Shimizu, einer der wichtigsten Umschlagplätze Japans
- und natürlich Grüntee in allen Formen, bis hin zu Tee-Soba und Tee-Eis
Häufige Fragen zu Shizuoka
Lohnt sich Shizuoka als Zwischenstopp? Ja. Die Stadt liegt genau zwischen Tokio und Kyoto, ein Tag reicht für Schrein, Burg und Teemuseum.
Hält der Shinkansen dort? Hikari und Kodama ja, der Nozomi nicht. Mit dem JR Pass fährst du ohnehin die langsameren Kategorien.
Sehe ich von hier den Fuji? Bei klarem Wetter ja, besonders gut von Nihondaira. Im Winter stehen die Chancen am besten.
Was kostet das Teemuseum? Rund 300 Yen für Erwachsene, Kinder und Studierende kommen frei hinein.
Wann ist die beste Zeit? Frühling für Kirschblüte und die erste Teeernte, Herbst und Winter für klare Fuji-Blicke.
Fazit
Shizuoka ist die grüne Seele Japans: Teefelder bis zum Horizont, ein Schrein voller Farben, die Burg des ersten Tokugawa-Shoguns und im Hintergrund der Fuji. Wer zwischen Tokio und Kyoto einen Tag übrig hat, bekommt hier mehr zu sehen als an so manchem Pflichtstopp.
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