Hiroshima: Ein unvergesslicher Ausflug nach Miyajima

Hiroshima: Ein unvergesslicher Ausflug nach Miyajima

Miyajima vor Hiroshima ist eine der bekanntesten Inseln Japans: das rote Torii im Wasser, ein Schrein auf Stelzen, zahme Rehe und im Hintergrund ein Berg mit Blick über das Seto-Binnenmeer. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unseren zweiten Tag in Hiroshima und sagen dir, wie du den Besuch am besten planst.

Anreise nach Miyajima

  • Vom Hauptbahnhof Hiroshima mit der JR Sanyo-Linie in rund 25 Minuten bis Miyajimaguchi.
  • Von dort mit der Fähre in etwa zehn Minuten über. Die JR-Fähre ist im Japan Rail Pass enthalten, sonst kostet die Fahrt rund 200 Yen. Daneben fährt eine zweite Reederei zum gleichen Preis.
  • Seit Oktober 2023 kommt beim Betreten der Insel eine Besuchssteuer von 100 Yen dazu.
  • Alternativ fährt ab dem Friedenspark ein Schiff direkt zur Insel, das dauert länger, ist aber landschaftlich schöner.

Der wichtigste Tipp: Schau vorher in den Gezeitenkalender. Bei Flut scheint das Torii im Wasser zu schweben, bei Ebbe kannst du trockenen Fußes bis zum Tor laufen. Beides hat seinen Reiz, aber du solltest wissen, was dich erwartet. Und noch etwas: Die große Sanierung des Torii ist seit Ende 2022 abgeschlossen, das Gerüst auf älteren Reisefotos gibt es nicht mehr.

Fahrt mit der JR Sanyo-Linie Richtung MiyajimaJR-Fähre auf dem Weg zur Insel Miyajima

Das Torii und der Itsukushima-Schrein

Kaum angekommen, steht das berühmte Tor vor dir. Der Itsukushima-Schrein dahinter wurde bewusst auf Stelzen ins Wasser gebaut: Die Insel galt selbst als heilig, deshalb sollten Besucher sie nicht direkt betreten, sondern durch das Tor vom Meer her ankommen. Aus demselben Grund waren hier lange weder Geburten noch Bestattungen erlaubt.

Der Schrein gehört zum UNESCO-Welterbe, der Eintritt liegt bei rund 300 Yen. Komm früh: Ab dem späten Vormittag treffen die Tagesgäste ein, und die überdachten Gänge über dem Wasser sind schmal.

Das schwimmende Torii-Tor vor der Insel MiyajimaDer Itsukushima-Schrein auf MiyajimaGänge des Itsukushima-Schreins über dem Wasser

Die Rehe

Auf der Insel leben zahme Sikahirsche, die frei herumlaufen und an Nara erinnern. Anders als dort ist das Füttern hier ausdrücklich verboten. Achte auf deine Sachen: Die Tiere fressen mit Vorliebe Papier, also Karten, Tickets und Eistüten. Halte Fahrkarten und Rucksäcke geschlossen.

Essen auf Miyajima

  • Gegrillte Austern: die Spezialität der Insel, an vielen Ständen frisch aufgemacht. Rechne mit etwa 1.000 Yen für eine Portion. Hauptsaison ist der Winter, im Februar gibt es sogar ein eigenes Austernfest.
  • Momiji Manju: kleine Kuchen in Ahornblattform, gefüllt mit Bohnenpaste, Creme oder Schokolade. Frisch aus der Maschine schmecken sie am besten, es gibt sie auch frittiert am Spieß.
  • Anago Meshi: Meeraal auf Reis, die zweite große Spezialität der Gegend.

Ein Hinweis, der auf der Insel wirklich gilt: Iss nicht im Gehen. Wegen der Rehe und der engen Gassen wird ausdrücklich darum gebeten, an den Ständen zu bleiben.

Gegrillte Austern, eine Spezialität von MiyajimaFrische Austern am Stand auf Miyajima

Daisho-in

Am Fuße des Berges liegt der Tempel Daisho-in, den viele Tagesgäste übersehen. Die Treppe hinauf ist von Hunderten kleiner Steinfiguren gesäumt, jede mit eigener Mütze, am Geländer hängen drehbare Gebetsrollen. Der Tempel kostet keinen Eintritt und ist deutlich ruhiger als der Schrein unten.

Auf den Mount Misen

Mit 535 Metern ist der Misen der höchste Berg der Insel. Die Seilbahn kostet rund 2.000 Yen für Hin- und Rückfahrt, von der Bergstation sind es noch etwa 30 Minuten zu Fuß zum Gipfel, teils über Felsstufen. Oben öffnet sich der Blick über die Inseln des Seto-Binnenmeers.

Wer lieber läuft, nimmt einen der Wanderwege und braucht rund zwei Stunden hinauf. Nimm Wasser mit und achte auf die letzte Talfahrt der Seilbahn, sonst wird der Abstieg im Dunkeln unangenehm.

Ausblick vom Mount Misen auf das Seto-BinnenmeerPanorama über die Inseln des Seto-Binnenmeers

Das Aquarium

Das Miyajima Public Aquarium ist klein, aber liebevoll gemacht. Uns hat besonders die Ausstellung zur Austernzucht gefallen, die erklärt, warum ausgerechnet hier so viele Austern wachsen. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei rund 1.400 Yen, Kinder zahlen gestaffelt weniger.

Im Miyajima Public AquariumAusstellung zur Austernzucht im Aquarium

Unser bester Tipp: bleib über Nacht

Die meisten Besucher kommen morgens und fahren am späten Nachmittag zurück. Wer auf der Insel übernachtet, hat das Torii am Abend fast für sich, beleuchtet und ohne Menschenmengen, und morgens ebenso. Unterkünfte gibt es nur wenige, sie sind entsprechend früh ausgebucht.

Wir sind abends zurück nach Hiroshima gefahren und haben den Tag mit Okonomiyaki ausklingen lassen. Auch das ist ein guter Abschluss.

Okonomiyaki zum Abschluss des Tages in HiroshimaHiroshima-Okonomiyaki auf der heißen Platte

Häufige Fragen zu Miyajima

Flut oder Ebbe, was ist besser? Bei Flut schwebt das Torii im Wasser, bei Ebbe läufst du hin. Prüfe den Gezeitenkalender und entscheide selbst.

Reicht ein halber Tag? Für Schrein, Essen und einen Bummel ja. Mit Misen und Aquarium wird ein ganzer Tag daraus.

Was kostet der Besuch? Fähre rund 200 Yen, Besuchssteuer 100 Yen, Schrein rund 300 Yen, Seilbahn rund 2.000 Yen.

Darf ich die Rehe füttern? Nein, das ist verboten. Pass auch auf Papier und Tickets auf, die fressen sie besonders gern.

Wann ist Austernsaison? Der Winter, mit einem eigenen Fest im Februar. Gegrillte Austern bekommst du aber das ganze Jahr.

Fazit

Miyajima gehört zu den Orten, die ihrem Ruf wirklich gerecht werden. Der Schrein auf Stelzen, das Tor im Wasser, der Blick vom Misen und dazu Austern und Momiji Manju: Das ist ein voller Tag, der sich lohnt. Wer die Insel ohne Menschenmengen erleben will, kommt früh oder bleibt über Nacht.

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