Traumreise oder Touristenhölle: Japan zur Golden Week und Silver Week
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Kurz zusammengefasst: Die Golden Week dauert jedes Jahr vom 29. April bis etwa zum 5. Mai und ist Japans größte Reisewelle. Die Silver Week im September gibt es nur in manchen Jahren: 2026 fällt sie auf den 19. bis 23. September, die nächste wird erst 2032 erwartet. In beiden Wochen steigen Preise deutlich und Züge sind ausgebucht, mit frühzeitiger Planung kommst du aber gut durch.
Zweimal im Jahr steht Japan reisetechnisch kopf: in der Golden Week Ende April und Anfang Mai und, deutlich seltener, in der Silver Week im September. Dann verreist das halbe Land gleichzeitig, Preise steigen und Züge sind ausgebucht. In diesem Beitrag erfährst du, wann genau das ist, was dich erwartet und wie du trotzdem gut durchkommst.
Was die Golden Week ist
Die Golden Week beginnt am 29. April und endet in der Regel am 5. Mai. Diese Feiertage gehören dazu:
- 29. April: Showa no Hi, der Geburtstag von Kaiser Showa
- 3. Mai: Kenpo Kinenbi, der Verfassungstag
- 4. Mai: Midori no Hi, der Tag des Grüns
- 5. Mai: Kodomo no Hi, der Kindertag
Dazu kommt eine Besonderheit des japanischen Feiertagsrechts: Liegt ein normaler Werktag zwischen zwei Feiertagen, wird er automatisch ebenfalls frei. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, rückt er auf den nächsten Werktag. Je nach Jahr entsteht daraus eine Woche oder sogar mehr.

Silver Week 2026: der seltene Fall
Die Silver Week im September gibt es nicht jedes Jahr, sondern nur, wenn die Feiertage genau richtig fallen. 2026 ist es wieder so weit, zum ersten Mal seit 2015:
- Samstag, 19. und Sonntag, 20. September: Wochenende
- Montag, 21. September: Keiro no Hi, der Tag zur Ehrung der Älteren
- Dienstag, 22. September: automatisch frei, weil er zwischen zwei Feiertagen liegt
- Mittwoch, 23. September: Shubun no Hi, die Herbst-Tagundnachtgleiche
Das ergibt fünf zusammenhängende Tage. Wer zusätzlich Donnerstag und Freitag frei nimmt, kommt sogar auf neun. Die nächste echte Silver Week wird erst 2032 erwartet, entsprechend groß ist der Andrang im Inland. Wenn du im September 2026 in Japan bist, plane diese Tage bewusst ein oder bewusst um sie herum.
Was das für Preise und Züge bedeutet
In beiden Zeiträumen steigen Hotel- und Flugpreise deutlich, teils auf das Doppelte oder Dreifache. Noch wichtiger ist der Fernverkehr:
- In den Spitzenzeiten fährt der Nozomi-Shinkansen zwischen Tokio und Osaka komplett mit Reservierungspflicht. Es gibt dann keine freien Wagen, ohne Sitzplatzreservierung kommst du also gar nicht mit.
- Reservierungen sind ab einem Monat vor Abfahrt möglich, morgens um 10 Uhr japanischer Zeit. Bei beliebten Verbindungen lohnt es sich, genau dann zu buchen.
- Auch Inlandsflüge und Fernbusse sind früh ausgebucht.
- Unterkünfte in Onsen-Orten und in kleineren Reisezielen sind häufig Monate vorher weg.

Einschränkungen im Alltag
- Behörden, Banken und Postämter haben geschlossen. Geldautomaten funktionieren weiter, in Konbini rund um die Uhr.
- Arzttermine gibt es kaum, aktiv ist vor allem der Notdienst.
- Kleine, familiengeführte Läden und Restaurants machen selbst Urlaub. Große Ketten und Kaufhäuser haben dagegen normal geöffnet.
- Museen mit festem Ruhetag verschieben diesen oft, prüfe das kurz vorher.
Was trotzdem dafür spricht
Ein Gegenargument gibt es: Weil viele Menschen aus den Großstädten wegfahren, sind Tokio und Osaka in diesen Tagen teilweise leerer als an normalen Werktagen. Büroviertel wirken wie ausgestorben, Museen sind entspannter zu besuchen, und in den Kaufhäusern laufen Sonderaktionen.
Dazu kommt die Stimmung: Die Städte sind geschmückt, Zoos und Gärten fahren Sonderprogramme, und in den Restaurants gibt es saisonale Gerichte. Typisch im Frühling sind Takenoko Gohan, also Reis mit Bambussprossen, Gerichte mit Bergwildgemüse und unzählige Erdbeer-Varianten von Parfait bis Latte. Am Kindertag isst man Kashiwa Mochi, einen Reiskuchen mit süßer Bohnenpaste im Eichenblatt, und viele Gärten und Zoos lassen Kinder günstiger oder frei hinein.

Alternativen und Tipps
- Wenn du zeitlich flexibel bist, verschiebe längere Zugfahrten auf die Tage direkt davor oder danach.
- Meide in diesen Wochen die Klassiker Kyoto, Kanazawa, Hiroshima, Okinawa und Hokkaido, dort trifft internationaler und japanischer Andrang zusammen.
- Lohnender ist die Tohoku-Region im Norden, unsere Lieblingsgegend. Städte wie Sendai, Aomori oder Akita sind deutlich ruhiger und landschaftlich großartig.
- Bleib länger an einem Ort, statt jeden Tag umzuziehen. Das spart genau die Buchungen, die knapp sind.
- Beliebte Ausflüge ab Tokio sind der Ashikaga Flower Park mit seinen Glyzinien, Wandern in Nagano, Onsen in Hakone oder Kusatsu und die Disney-Parks, die dann allerdings besonders voll sind.
Woher der Name Golden Week kommt
Der Begriff stammt aus der Filmbranche. In den 1950er Jahren stiegen die Kinobesuche in dieser Woche sprunghaft an, in Anlehnung an die goldene Sendezeit im Radio nannte man sie Golden Week.
Wie die Silver Week gefeiert wird
Die Silver Week ist ruhiger als die Golden Week. Viele Menschen besuchen ihre Familie, machen Kurztrips in Onsen-Orte oder aufs Land, und wie zur Obon-Zeit werden Familiengräber besucht.
Kulinarisch beginnt der Herbst: Matsutake-Pilze, Kastaniendesserts und alles mit Süßkartoffel haben jetzt Saison. Dazu kommt angenehmes Wetter, denn die Schwüle des Sommers lässt Ende September endlich nach.

Häufige Fragen
Wann ist die Golden Week? Immer vom 29. April bis etwa zum 5. Mai, die genaue Länge hängt davon ab, wie die Feiertage auf die Wochentage fallen.
Wann ist die Silver Week 2026? Vom 19. bis 23. September, fünf zusammenhängende Tage. Die nächste wird erst 2032 erwartet.
Kann ich ohne Reservierung Shinkansen fahren? In den Spitzenzeiten nicht. Der Nozomi fährt dann komplett reservierungspflichtig, also unbedingt vorab buchen.
Wie früh sollte ich buchen? Unterkünfte mehrere Monate vorher, Züge ab einem Monat vor Abfahrt, sobald die Reservierung öffnet.
Sollte ich diese Zeit ganz meiden? Nicht zwingend. Wer in einer Stadt bleibt und nicht täglich weiterreist, kommt gut durch und erlebt eine besondere Stimmung.
Fazit
Golden Week und Silver Week sind keine Katastrophe, aber sie verlangen Planung. Wer früh bucht, lange Zugfahrten auf die Randtage legt und auf ruhigere Regionen ausweicht, erlebt ein Japan im Feiertagsmodus, mit geschmückten Straßen, Sonderprogramm und Familien überall. Wer spontan losfährt, steht am Bahnhof.
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