Matsue Shiroyama Park: die „Schwarze Burg“ von Matsue (Matsue-jō)

Matsue Shiroyama Park: die „Schwarze Burg“ von Matsue (Matsue-jō)

Die Burg von Matsue steht mitten in der Stadt auf einem Hügel, umgeben von Wassergräben und einem weitläufigen Park. Sie gehört zu den wenigen Burgen Japans, die noch original sind, und sie fühlt sich innen auch so an. In diesem Beitrag geht es um die Burg selbst und um das, was rundherum im Park liegt.

Einen Überblick über die Stadt mit Essen, Teekultur und Ausflügen findest du in unserem Matsue-Reiseguide.

Was diese Burg besonders macht

In Japan standen einst hunderte Burgen. In der Meiji-Zeit wurden die meisten abgerissen, später kamen Kriegszerstörungen dazu. Am Ende blieben nur zwölf übrig, deren Hauptturm aus der Edo-Zeit erhalten ist. Alles andere, was du in Japan an Burgen siehst, sind Nachbauten, oft aus Beton.

Matsue gehört zu diesen zwölf, und seit 2015 sogar zu den nur fünf, die als Nationalschatz eingestuft sind.

Gebaut wurde sie zwischen 1607 und 1611. Später regierten hier über Generationen die Matsudaira, ein Zweig der herrschenden Tokugawa-Familie.

Die schwarze Burg von Matsue im Shiroyama Park

Warum sie schwarz ist

Die Fassade besteht aus dunkel getäfeltem Holz, was ihr den Beinamen schwarze Burg eingebracht hat. Anders als das strahlend weiße Himeji wirkt sie wehrhaft und gedrungen.

Wegen der geschwungenen Giebel, die an Flügel erinnern, heißt sie auch Regenpfeifer-Burg.

Detail der dunklen Holzfassade der Burg von Matsue

Innen: kein Museum, sondern eine Burg

Das ist der Unterschied zu den Nachbauten. Hier gibt es keinen Aufzug, keine Klimaanlage und keine glatten Betonwände, sondern dunkles Holz, niedrige Decken und sehr steile Treppen, an denen du dich am Geländer festhältst.

Worauf du achten solltest:

  • Die Säulen: Weil große Stämme knapp waren, wurden je mehrere Hölzer zusammengefasst und mit Eisenbändern gesichert. Eine sehr pragmatische Lösung, die man gut sehen kann.
  • Der Brunnen im Turm: Im Untergeschoss liegt ein echter Brunnen. Das haben nur wenige japanische Burgen, und es war für eine Belagerung entscheidend.
  • Die Schießscharten und die Öffnungen, durch die Steine auf Angreifer geworfen werden konnten.
  • Von oben hast du einen Rundblick über Stadt, Wassergräben und den Shinji-See.

Ein Hinweis: Die Treppen sind wirklich steil, teils fast wie Leitern. Mit Kleinkindern oder unsicherem Tritt solltest du das einplanen. Schuhe zieht man am Eingang aus.

Der hölzerne Hauptturm der Burg von Matsue

Der Park rundherum

Das Gelände außerhalb des Turms ist frei zugänglich, nur für den Turm zahlst du Eintritt. Es lohnt sich, dafür Zeit einzuplanen:

  • Die Wassergräben mit den alten Steinmauern und den wiederaufgebauten Wehrtürmen.
  • Der Jozan-Inari-Schrein im Park. Hier stehen tausende kleine steinerne Füchse, viele bemoost und verwittert. Es war der Lieblingsort von Lafcadio Hearn, dem Schriftsteller, der in Matsue lebte und japanischer Staatsbürger wurde.
  • Die Kirschblüte: Der Park gehört zu den bekanntesten Blütenorten Japans, rund um die Mauern stehen etwa 180 Bäume. Anfang April ist es hier voll und sehr schön, abends beleuchtet.
  • Die Bootsfahrt: Auf den Gräben fährt ein kleines Boot, dessen Dach unter niedrigen Brücken abgesenkt wird. Es gibt Kombitickets mit der Burg.

Wassergräben und Parkanlage rund um die Burg von Matsue

Praktische Angaben

  • Eintritt Hauptturm: Erwachsene rund 800 Yen, Kinder etwa die Hälfte. Der Park selbst ist kostenlos.
  • Geöffnet: von April bis September etwa 8:30 bis 18:30 Uhr, von Oktober bis März bis 17 Uhr, letzter Einlass jeweils 30 Minuten vorher.
  • Anfahrt: vom Bahnhof Matsue rund 25 Minuten zu Fuß oder gut zehn Minuten mit dem Rundbus. Es gibt Tagestickets zum beliebigen Ein- und Aussteigen.
  • Vom Flughafen Izumo fährt ein Bus in rund 35 Minuten zum Bahnhof Matsue.
  • Zeitbedarf: etwa eine Stunde für den Turm, mit Park, Schrein und Boot ein halber Tag.

Häufige Fragen

Was kostet der Eintritt? Rund 800 Yen für den Hauptturm, der Park ist kostenlos.

Was macht diese Burg besonders? Ihr Hauptturm ist original, das gilt nur für zwölf Burgen in Japan. Fünf davon sind Nationalschatz, Matsue seit 2015.

Ist der Aufstieg anstrengend? Die Treppen sind sehr steil und schmal. Für die meisten machbar, aber nichts für unsicheren Tritt.

Wann ist es am schönsten? Anfang April zur Kirschblüte, dann allerdings auch am vollsten.

Lohnt sich die Bootsfahrt dazu? Ja, und es gibt günstigere Kombitickets.

Fazit

Die Burg von Matsue ist keine der berühmten, und genau deshalb lohnt sie sich. Du stehst in einem echten Bauwerk von 1611, kletterst über steile Holztreppen nach oben und schaust von dort über die Stadt. Unten im Park warten tausende steinerne Füchse und ein Boot, das sich unter Brücken duckt. Ein halber Tag, der viel hängen bleibt.

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