Kobe: Kitano Tenman Schrein

Kobe: Kitano Tenman Schrein

Der Kitano-Tenman-Schrein liegt ganz oben im Viertel Kitano, hinter dem Weathercock House, und bietet den besten Blick über die Villen und die Bucht. Er hat dem ganzen Viertel seinen Namen gegeben, und die Gottheit, die hier verehrt wird, hat eine der bemerkenswertesten Lebensgeschichten Japans.

Kitano-Tenman-Schrein am oberen Rand des Kitano-Viertels in Kobe

Warum das Viertel Kitano heißt

Im Jahr 1180 verlegte der mächtige Fürst Taira no Kiyomori die Hauptstadt für kurze Zeit hierher, in das Gebiet des heutigen Kobe. Zum Schutz der neuen Hauptstadt ließ er einen Ableger des berühmten Kitano-Tenman-Schreins aus Kyoto errichten, und zwar im Norden der Stadt.

Der Name des Kyotoer Vorbilds bedeutet wörtlich nördliches Feld. Aus dem Schrein wurde der Name des Viertels, und weil hier später die ausländischen Kaufleute ihre Häuser bauten, kennt heute die halbe Welt den Namen Kitano, ohne den Ursprung zu kennen.

Die Geschichte hinter der Gottheit

Verehrt wird Tenjin, und dahinter steht ein realer Mensch: Sugawara no Michizane, ein hochbegabter Gelehrter und Beamter des 9. Jahrhunderts. Er stieg an den Hof auf, wurde dort von Rivalen verleumdet und nach Kyushu verbannt, wo er 903 einsam starb.

Danach geschahen in der Hauptstadt merkwürdige Dinge: Seuchen brachen aus, Blitze schlugen in den Palast ein, und mehrere seiner Gegner starben. Die Menschen deuteten das als Zorn seines Geistes. Um ihn zu besänftigen, wurde er zur Gottheit erhoben, und aus dem verbannten Beamten wurde der Schutzpatron des Lernens.

Bis heute kommen deshalb Schüler und Studierende vor Prüfungen an Tenman-Schreine, schreiben ihre Wünsche auf Holztafeln und hängen sie auf. Sein Symbol ist die Pflaumenblüte, die er zu Lebzeiten liebte, deshalb stehen an solchen Schreinen fast immer Pflaumenbäume. Sie blühen im Februar, also genau zur Prüfungszeit.

Sein Grab liegt übrigens in Dazaifu auf Kyushu, wo der wichtigste Schrein zu seinen Ehren steht.

Wunschtafeln am Kitano-Tenman-Schrein in Kobe

Der Ausblick, wegen dem du hinaufsteigen solltest

Der Schrein liegt am obersten Punkt des Viertels, du musst also eine steile Treppe hinauf. Der Aufstieg lohnt sich aus einem sehr konkreten Grund: Von der Terrasse schaust du von oben direkt auf das rote Dach des Weathercock House und dahinter über die Stadt bis zur Bucht.

Das ist der klassische Blick auf Kitano, und du bekommst ihn nur von hier. Am schönsten ist er am späten Nachmittag, wenn das Licht von der Seite kommt.

Aussicht über Kobe vom Kitano-Tenman-Schrein

Praktische Angaben

  • Eintritt: frei
  • Geöffnet: in der Regel von 7:30 bis 17 Uhr, bei Veranstaltungen abweichend
  • Anfahrt: rund zehn Minuten bergauf ab der Shinkansen-Station Shin-Kobe, von Sannomiya etwas länger und steiler
  • Zeitbedarf: 15 bis 20 Minuten
  • Hinweis: Die Treppe hinauf ist steil, feste Schuhe sind angenehmer als Sandalen

Etikette

Am Wasserbecken die Hände reinigen, dann an der Haupthalle eine Münze einwerfen, zweimal verbeugen, zweimal klatschen, still beten, einmal verbeugen. Wenn du selbst eine Wunschtafel schreiben willst, bekommst du sie am Schrein. Alles Weitere steht in unserem Beitrag zur religiösen Etikette.

So verbindest du den Besuch

  1. Ab Shin-Kobe hinauf nach Kitano.
  2. Zuerst den Schrein, weil er ganz oben liegt, dann geht es nur noch bergab.
  3. Hinunter zum Weathercock House und zum Moegi House.
  4. Durch die Gassen bummeln, Kaffeepause.
  5. Weiter hinunter zum Ikuta-Schrein und nach Sannomiya.

Häufige Fragen

Kostet der Besuch Eintritt? Nein, der Schrein ist frei zugänglich.

Warum heißt das Viertel Kitano? Nach diesem Schrein, der 1180 als Ableger des gleichnamigen Schreins in Kyoto gegründet wurde.

Wofür beten die Leute hier? Vor allem für Erfolg bei Prüfungen, denn Tenjin ist der Schutzpatron des Lernens.

Lohnt sich der Aufstieg? Ja, wegen des Blicks von oben auf das Weathercock House und die Bucht.

Wie lange brauche ich? 15 bis 20 Minuten, länger nur für Fotos.

Fazit

Der Kitano-Tenman-Schrein ist klein, aber er ist der Schlüssel zum ganzen Viertel: Er hat ihm den Namen gegeben, er erzählt die Geschichte eines verbannten Gelehrten, der zur Gottheit des Lernens wurde, und von seiner Terrasse aus siehst du Kitano so, wie es auf allen Postkarten aussieht. Steig die Treppe hinauf, es sind nur ein paar Meter.

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