Akihabara: Tokios Electric Town für Anime, Games und Technik
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Akihabara, von Einheimischen meist Akiba genannt, liegt im Bezirk Chiyoda und ist das bekannteste Viertel Japans für Technik, Anime, Games und Sammelkultur. In diesem Beitrag erfährst du, welche Läden sich lohnen, wie Spielhallen und Maid Cafés funktionieren und wann du am besten kommst.


Was ein Otaku ist
Als Otaku bezeichnet man Menschen, die sich sehr intensiv mit einem Hobby beschäftigen, klassisch mit Anime, Manga, Figuren oder Spielen. Früher war der Begriff eher abwertend gemeint, in Akihabara ist er heute positiv besetzt und gehört zur Identität des Viertels.
Electric Town: Technik, Retro und große Elektronikmärkte
Der Beiname Electric Town, auf Japanisch Denki-gai, stammt aus der Nachkriegszeit, als sich hier der Handel mit Radioteilen und Elektronik konzentrierte. In den Seitenstraßen findest du bis heute winzige Stände mit Kabeln, Bauteilen und Ersatzteilen, die es sonst nirgends mehr gibt.
Für Retro-Fans ist Super Potato die bekannteste Adresse: mehrere Etagen voller Konsolen und Spiele ab den 1980er Jahren, dazu eine kleine Arcade unter dem Dach. Rechne allerdings nicht mehr mit Schnäppchen, seltene Titel sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden.
Die großen Elektronikkaufhäuser Yodobashi Akiba und Bic Camera decken alles ab, von Haushaltsgeräten über Kameras bis zu Computern. In den oberen Etagen liegen Restaurants, bei Yodobashi zusätzlich ein großer Spielebereich. Wenn du größer einkaufen willst, nimm deinen Reisepass mit, viele Häuser rechnen dann direkt steuerfrei ab.
Ein Selbstläufer ist auch Don Quijote Akihabara, ein bewusst chaotisch sortiertes Kaufhaus mit Snacks, Kosmetik, Souvenirs und Kostümen, geöffnet bis tief in die Nacht. In den oberen Etagen desselben Gebäudes liegt das Theater der Idolgruppe AKB48.
Game Center und Spielhallen
Die Spielhallen sind für viele der eigentliche Grund, nach Akiba zu fahren. Am bekanntesten sind die UFO-Catcher, also Greifautomaten mit Süßigkeiten, Figuren und Plüschtieren.
Zwei Dinge, die dir Geld sparen:
- Wenn der Preis ungünstig liegt, sprich das Personal an. Oft wird nachjustiert oder der Gegenstand günstiger positioniert.
- Einfach kaufen kannst du den Gewinn in der Regel nicht, das ist in japanischen Spielhallen nicht zulässig. Setz dir lieber vorher ein Limit.
Daneben gibt es Rhythmusspiele, Fotoautomaten und in Häusern wie Taito Station oder Hey Akihabara auch klassische Arcade-Automaten, an denen bis heute um Bestzeiten gespielt wird.
Pachinko-Hallen wie das Big Apple sind ein Kapitel für sich: extrem laut, reizüberflutend und im Kern Glücksspiel. Seit der Verschärfung des Nichtraucherschutzes wird meist nur noch in abgetrennten Räumen geraucht, angenehm ist es trotzdem nicht. Ein kurzer Blick durch die Tür reicht völlig.



Figuren, Sammelkarten und Gachapon
An fast jeder Fassade hängen große Anime-Motive, dahinter stapeln sich die Läden. Neben Figuren zu aktuellen Serien findest du ältere Sammlerstücke, dazu Klassiker der japanischen Popkultur wie Ultraman, Kamen Rider, Power Rangers und Godzilla. Sehr präsent sind außerdem Gundam-Modellbausätze, die du selbst zusammensetzen und bemalen kannst.
Ein Muss ist der Mandarake Complex, ein mehrstöckiges Gebäude voller gebrauchter Figuren, Manga, Cosplay-Zubehör und Dojinshi, also selbstverlegter Werke. Dazu kommen zahlreiche Läden für gebrauchte Sammelkarten, von Pokémon über Yu-Gi-Oh! bis Magic: The Gathering.
Wer es kleiner mag, wirft Münzen in die Gachapon-Automaten. Eine Kapsel kostet meist 100 bis 500 Yen, das größte Zentrum ist das Gachapon Kaikan mit mehreren hundert Automaten. Wie das genau funktioniert, erklären wir dir in unserem Beitrag zu Gachapon in Japan.



Cosplay
In Akihabara siehst du regelmäßig Cosplayerinnen und Cosplayer auf der Straße. Mehrere Geschäfte verkaufen Kostüme und Zubehör und stellen Umkleiden bereit, in denen du direkt ausprobieren kannst, wie ein Outfit sitzt. Fotografiere Menschen in Kostüm bitte nur, wenn du vorher gefragt hast, das gilt in Japan als selbstverständlich.
Maid Cafés und Themenrestaurants
Maid Cafés gehören zum Viertel wie die Spielhallen. Bedient wirst du von Angestellten in Dienstmädchenkostümen, auf der Karte stehen meist Omurice, also mit Reis gefülltes Omelett, japanisches Curry, Desserts und Softdrinks.
Damit es keine Überraschungen gibt:
- Fast überall kommt zum Essen ein Eintritts- oder Tischgeld pro Person dazu.
- Fotografieren ist im Innenraum in der Regel verboten, Fotos mit dem Personal gibt es nur als kostenpflichtiges Extra.
- Am Wochenende ist eine Reservierung sinnvoll.
Themencafés zu einzelnen Serien und Marken wechseln häufig, das Gundam Café zum Beispiel gibt es nicht mehr. Prüfe deshalb kurz vor der Reise, ob dein Wunschziel noch geöffnet hat.
Street Food
Zwischen den Läden findest du reichlich Kleinigkeiten auf die Hand, besonders beliebt sind:
- Takoyaki, Teigbällchen mit Tintenfisch
- Taiyaki, waffelähnliches Gebäck in Fischform mit süßer Füllung
- Softeis in wechselnden Geschmacksrichtungen, oft mit Matcha
Gute Fotomotive
- Der Ausgang Electric Town der Station Akihabara
- Die Brücke am UDX-Gebäude mit Blick über die Gleise
- Schaufenster der Figurenläden, meist von außen erlaubt
- Die Chuo-dori am Sonntagnachmittag ohne Autos
Anfahrt und beste Zeit
- Die JR-Station Akihabara liegt an der Yamanote- und der Chuo-Sobu-Linie, die Metro hält mit der Hibiya-Linie.
- Sonntags wird die Chuo-dori zur Fußgängerzone, von April bis September zwischen 13 und 18 Uhr, von Oktober bis März zwischen 13 und 17 Uhr.
- Die meisten Läden öffnen gegen 11 Uhr, vorher wirkt das Viertel erstaunlich verschlafen.
- Plane einen halben Tag ein, bei Interesse an Retro-Spielen und Figuren locker mehr.
Ein Tag in Akihabara
- Gegen 11 Uhr am Ausgang Electric Town starten.
- Erst die großen Häuser, Yodobashi und Don Quijote, danach die Seitenstraßen.
- Mittagessen in einer der oberen Restaurantetagen, dort ist es ruhiger als auf Straßenniveau.
- Nachmittags Mandarake, Super Potato und Gachapon Kaikan.
- Zum Abschluss eine Runde Spielhalle, am besten mit festem Budget.
Häufige Fragen zu Akihabara
Wie viel Zeit brauche ich? Ein halber Tag reicht für einen Überblick. Wer sammelt oder gezielt sucht, verbringt hier problemlos einen ganzen Tag.
Wann ist die Hauptstraße autofrei? Nur sonntags, im Sommerhalbjahr von 13 bis 18 Uhr, im Winterhalbjahr von 13 bis 17 Uhr.
Kann ich den Preis aus dem Greifautomaten kaufen, wenn ich ihn nicht gewinne? Normalerweise nicht. Das Personal hilft aber oft nach, indem es den Gegenstand besser positioniert.
Sind Maid Cafés etwas für mich? Wenn du japanische Popkultur magst, ja. Rechne mit Tischgeld, Fotoverbot im Raum und einem sehr inszenierten Ablauf.
Bekomme ich Technik hier günstiger? Nicht unbedingt. Interessant sind vor allem Geräte und Zubehör, die es außerhalb Japans gar nicht gibt, dazu die steuerfreie Abrechnung mit Reisepass.
Fazit
Akihabara ist ein Viertel für Menschen, die sich für etwas begeistern können, egal ob für Retro-Konsolen, Modellbausätze, Sammelkarten oder einfach für das Spektakel. Wer mit offenen Augen durch die Seitenstraßen läuft, findet hier Dinge, die es sonst nirgends auf der Welt gibt.
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