Shinjuku: Wolkenkratzer, Parks und Nachtleben in Tokio

Shinjuku: Wolkenkratzer, Parks und Nachtleben in Tokio

Shinjuku ist ein Stadtteil der Gegensätze: Verwaltungszentrum und Vergnügungsviertel, futuristische Wolkenkratzer und nostalgische Kneipengassen, dazu einer der schönsten Parks der Stadt. In diesem Beitrag zeigen wir dir, was sich lohnt, was du besser meidest und wie du den Tag am besten aufteilst.

Rathaus mit kostenlosem Ausblick

Auf der Westseite des Bahnhofs steht das Tokyo Metropolitan Government Building, das Rathaus der Metropole. Der Doppelturm ist 243 Meter hoch und beherbergt in beiden Türmen auf der 45. Etage je eine Aussichtsplattform in 202 Metern Höhe. Der Eintritt ist kostenlos, du brauchst kein Ticket, nur etwas Geduld an der Sicherheitskontrolle.

Gut zu wissen für die Planung:

  • Die Südplattform hat bis 22 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist 21:30 Uhr. Sie ist damit die bessere Wahl für Nachtaufnahmen.
  • Die Nordplattform schließt bereits um 17:30 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr.
  • Die Südseite ist am ersten und dritten Dienstag im Monat geschlossen, die Nordseite am zweiten und vierten Montag. Beide gleichzeitig sind praktisch nie zu.
  • Bei klarer Luft, vor allem im Herbst und Winter am frühen Morgen, siehst du den Fuji. Ebenfalls gut zu erkennen sind Tokyo Skytree, Tokyo Tower und der Wald des Meiji Jingu.

Im Erdgeschoss findest du ein Tourismuszentrum mit Karten und Informationen zu ganz Japan, in der Südplattform steht außerdem ein öffentliches Klavier, an das sich jeder setzen darf. Abends wird die Fassade des Gebäudes regelmäßig mit einer großen Projektionsshow bespielt, die du dir kostenlos von unten ansehen kannst.

Doppelturm des Tokyo Metropolitan Government Building in ShinjukuBlick von der Aussichtsplattform des Rathauses über TokioPanorama über Tokio aus 202 Metern HöheWolkenkratzer im Westen von Shinjuku

Shinjuku Gyoen

Auf der anderen Seite des Bahnhofs liegt der Shinjuku Gyoen, einer der großen Parks Tokios. Der Eintritt kostet 500 Yen und lohnt sich, denn der Park vereint gleich mehrere Gartenstile: einen japanischen Landschaftsgarten mit Teichen und kleinen Inseln, einen formalen Garten im europäischen Stil mit Alleen und weite, offene Rasenflächen.

Dazu kommen ein großes Gewächshaus mit tropischen Pflanzen, ein kleines Museum zur Geschichte des Parks, ein traditionelles Teehaus, der Taiwan-Pavillon und ein Starbucks mit Blick auf den Teich.

Praktische Hinweise:

  • Montags ist geschlossen, ist der Montag ein Feiertag, dann am Tag darauf.
  • Zur Kirschblüte im März und April ist der Park sehr beliebt, in dieser Zeit kann eine Reservierung vorab nötig sein.
  • Alkohol ist im gesamten Park verboten. Ein Hanami mit Bier funktioniert hier also nicht, dafür ist es deutlich ruhiger als in anderen Parks.
  • An einzelnen Tagen im Jahr ist der Eintritt frei.

Teich im japanischen Garten des Shinjuku GyoenGepflegter Gartenbereich im Shinjuku GyoenWeite Rasenfläche im Shinjuku Gyoen

Der Bahnhof Shinjuku: Orientierung im Labyrinth

Shinjuku ist der meistfrequentierte Bahnhof der Welt, täglich passieren ihn rund 3,5 Millionen Menschen. Entsprechend unübersichtlich ist die Anlage, dazu wird seit Jahren umgebaut. Merke dir am besten nicht den Bahnsteig, sondern den Ausgang: Westausgang für das Rathaus und die Wolkenkratzer, Ostausgang für Kabukicho, Südausgang für die Kaufhäuser und den Gyoen.

Rund um den Bahnhof reihen sich Kaufhäuser wie Lumine, Odakyu, Isetan und das Shinjuku PARCO aneinander, dazu unzählige Restaurants in den Untergeschossen. Eine Navigations-App hilft hier wirklich, Google Maps oder Navitime zeigen dir auch den passenden Ausgang an.

Direkt am Ostausgang steht übrigens die riesige gebogene LED-Wand, auf der die bekannte dreidimensionale Katze auftaucht, eines der meistfotografierten Motive der Stadt.

Bahnhofsbereich in Shinjuku mit Passanten

Kabukicho und Golden Gai

Kabukicho ist Tokios bekanntestes Vergnügungsviertel: grell, laut und rund um die Uhr in Betrieb. Hier findest du Hostclubs und Hostessbars, Love Hotels, Spielhallen und Karaoke. Das Viertel diente auch als Vorbild für die Spielereihe Yakuza. Seit 2023 prägt zusätzlich der Tokyu Kabukicho Tower das Bild, ein Hochhaus voller Kinos, Livehouses und Gastronomie.

Leuchtreklame in Kabukicho bei Nacht

Gefährlich ist Kabukicho nicht, aber es gibt ein reales Abzockproblem. Sogenannte Scam Bars arbeiten mit Schleppern auf der Straße, die dich freundlich ansprechen und in eine Bar führen, in der am Ende mehrere hundert Euro auf der Rechnung stehen. Die Regel ist einfach: Lass dich nicht auf der Straße anwerben, unterschreibe nichts und geh nur in Lokale, deren Preise sichtbar ausgehängt sind.

Ein Muss fürs Fotoalbum ist der Godzilla-Kopf, der über dem Toho-Gebäude thront und abends beleuchtet wird.

Godzilla-Kopf auf dem Toho-Gebäude in Kabukicho

Gleich daneben liegt die Golden Gai, ein historisches Kneipenviertel aus schmalen Gassen mit über 200 winzigen Bars, in die oft nur eine Handvoll Gäste passen. Die Atmosphäre ist einmalig, günstig ist sie nicht: Viele Lokale verlangen ein Sitzgeld und setzen einen Mindestverzehr voraus, schnell sind 6.000 bis 8.000 Yen pro Person zusammen. Achte auf die Aushänge an der Tür, seriöse Bars weisen Sitzgebühr und Preise dort aus, und einige kennzeichnen ausdrücklich, dass Gäste aus dem Ausland willkommen sind.

Schmale Gasse in der Golden Gai in ShinjukuWinzige Bars mit Leuchtschildern in der Golden GaiAbendstimmung in der Golden Gai

Omoide Yokocho

Etwas ruhiger und deutlich unkomplizierter ist die Omoide Yokocho am Westausgang, eine enge Gasse voller Yakitori-Lokale mit Tresenplätzen und Rauchschwaden. Hier isst du günstig, sitzt eng und bekommst ein Stück Nachkriegs-Tokio zu sehen, das sonst fast überall verschwunden ist.

Essen in Shinjuku

Von Sushi über Yakiniku bis Ramen ist alles vertreten, dazu internationale Ketten und Pizzerien. Unser Tipp aus eigener Erfahrung: Mo-Mo-Paradise, ein All-you-can-eat-Restaurant für Sukiyaki und Shabu-Shabu. Du wählst die Fleischkategorie, von Schwein über importiertes Rind bis zu japanischem Wagyu, der Rest wird laufend nachgereicht. Reserviere unbedingt vorab, sonst sind die Wartezeiten lang.

Sukiyaki-Topf in einem Restaurant in ShinjukuGedeckter Tisch mit japanischen Gerichten in Shinjuku

Anfahrt und beste Zeit

  • Shinjuku liegt an der JR Yamanote- und Chuo-Linie sowie an der Marunouchi-, Shinjuku- und Oedo-Linie. Zum Rathaus fährst du am besten bis Tochomae auf der Oedo-Linie.
  • Vormittags gehören Park und Aussicht dir fast allein, ab dem späten Nachmittag wird es überall voll.
  • Plane einen halben Tag ein, wenn du Park und Aussicht verbinden willst, mit Abendprogramm einen ganzen.

Ein Tag in Shinjuku

  1. Vormittags in den Shinjuku Gyoen, solange es ruhig ist.
  2. Mittagessen in den Untergeschossen der Kaufhäuser am Südausgang.
  3. Nachmittags hinauf ins Rathaus, bei klarer Sicht Richtung Fuji.
  4. Abends durch Kabukicho, Foto vom Godzilla-Kopf.
  5. Zum Ausklang Yakitori in der Omoide Yokocho oder ein Drink in der Golden Gai.

Häufige Fragen zu Shinjuku

Kostet die Aussicht im Rathaus etwas? Nein, beide Plattformen sind kostenlos. Nur an der Sicherheitskontrolle musst du deine Tasche zeigen.

Welche Plattform soll ich nehmen? Für den Sonnenuntergang und die Nacht die Südseite, sie hat länger geöffnet. Tagsüber lohnt sich die Nordseite wegen des Blicks Richtung Skytree.

Ist Kabukicho gefährlich? Gewaltkriminalität ist praktisch kein Thema, Abzocke in Scam Bars schon. Wer sich nicht auf der Straße anwerben lässt, hat keine Probleme.

Was kostet ein Abend in der Golden Gai? Mit Sitzgeld und zwei Getränken landest du schnell bei 6.000 bis 8.000 Yen pro Person.

Lohnt sich der Shinjuku Gyoen trotz Eintritt? Ja. Für 500 Yen bekommst du einen sehr gepflegten Park, der durch das Alkoholverbot deutlich ruhiger ist als andere Grünflächen der Stadt.

Fazit

Shinjuku ist wie eine eigene Stadt in der Stadt. An einem einzigen Tag kannst du hier morgens durch einen Landschaftsgarten spazieren, mittags in einem Kaufhaus-Untergeschoss essen, nachmittags kostenlos über ganz Tokio blicken und abends in einer Bar sitzen, die kaum größer ist als ein Wohnzimmertisch. Genau diese Spannweite macht das Viertel zum Pflichtprogramm.

Du willst japanische Aromen zu Hause nachkochen? In unserem Shiga Food Onlineshop findest du Miso und Sojasoße, japanische Snacks sowie Matcha und Tee, direkt aus Japan importiert.

Sendai Prestige Miso im Shiga Food Online-Shop

Mehr aus unserer Tokyo-Reihe

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar