Hakodate erleben: Markt, Museum, Bootstour und Geheimtipps
Teilen
Im zweiten Teil unseres Hakodate-Berichts geht es um einen ganz normalen Tag in der Stadt: frühstücken auf dem Morgenmarkt, ein kleines Museum, eine Bootstour durch die Bucht und am Abend mit dem Rad durch Viertel, in denen sonst kein Reisender unterwegs ist. Wenn du Teil 1 mit Berg, Motomachi und Hafen noch nicht kennst, fängst du am besten dort an.
Morgens: der Morgenmarkt
Der Hakodate Asaichi liegt direkt neben dem Hauptbahnhof und gehört zu den bekanntesten Märkten Hokkaidos. Er beginnt sehr früh, je nach Jahreszeit ab etwa 5 oder 6 Uhr, und die meisten Stände schließen am frühen Nachmittag. Rechne ihn also als Frühstück ein, nicht als Mittagsprogramm.
Was dich erwartet:
- Krabben in mehreren Arten, Tintenfisch, Jakobsmuscheln, Seeigel und Lachsrogen
- Kaisendon, also Reisschüsseln mit rohem Fisch. In vielen Läden stellst du dir die Auflage selbst zusammen, entsprechend unterschiedlich fallen die Preise aus
- Melonen und Mais aus Hokkaido, im Sommer besonders gut
Die Besonderheit des Marktes: In einem Becken kannst du deinen Tintenfisch selbst angeln. Er wird direkt danach zubereitet und dir frisch serviert. Das ist ein Erlebnis für sich, aber nichts für zart besaitete Gemüter, denn frischer geht es nicht.



Vormittags: das Literaturmuseum
Nach dem Markt lohnt ein Abstecher ins städtische Literaturmuseum, ein kleines Haus, das die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Region zeigt: Handschriften, Manuskripte und Einblicke in die Literaturgeschichte Hokkaidos.
Ein Museum für eine ruhige Stunde, kein Pflichtprogramm. Wer lieber draußen bleibt, geht stattdessen die Hanggassen von Motomachi hinauf.

Nachmittags: mit dem Boot durch die Bucht
Vom Hafen starten mehrere Anbieter Fahrten durch die Bucht. Die Auswahl reicht von kurzen Rundfahrten von etwa einer halben Stunde ab rund 2.000 Yen bis zu längeren Touren von ein bis zwei Stunden, die eher bei 5.000 Yen liegen.
Der Reiz ist derselbe: Vom Wasser aus siehst du die Stadt zwischen den beiden Buchten liegen, dahinter den Berg und die Backsteinlager am Ufer. Bei Wind kann es spürbar schaukeln, und auf dem Wasser ist es kühler als an Land, also nimm eine Jacke mit.

Alternative für den Nachmittag: Goryokaku
Wenn du lieber an Land bleibst, fährst du mit der Straßenbahn zur Festung Goryokaku. Die sternförmige Anlage wurde Mitte des 19. Jahrhunderts nach europäischem Vorbild gebaut und war Schauplatz der letzten Gefechte des Boshin-Kriegs.
Die Sternform erkennst du nur von oben, deshalb gehört der Aussichtsturm daneben dazu. Im Frühjahr blühen im Inneren der Anlage rund 1.600 Kirschbäume, das ist einer der schönsten Hanami-Orte Hokkaidos.
Abends: mit dem Rad durch die Stadt
Wir sind danach einfach ohne Ziel durch die Wohnviertel geradelt, vorbei an kleinen Läden und stillen Straßen. Genau das ist der Reiz von Hakodate: Zwei Straßen abseits der bekannten Wege ist die Stadt einfach eine ganz normale Hafenstadt, in der Menschen leben.
Praktisch dazu: Viele Hotels verleihen Räder, es gibt auch städtische Leihstationen. Wer lieber fährt, nimmt die Straßenbahn, für die es günstige Tagestickets gibt.
Zum Abschluss gab es eine große Schüssel Ramen. In Hakodate ist das traditionell die klare, salzbetonte Variante, die leichteste der drei großen Hokkaido-Stile und nach einem Tag an der frischen Luft genau richtig.



Häufige Fragen
Wann sollte ich auf den Morgenmarkt? Möglichst früh. Ab etwa 5 oder 6 Uhr ist geöffnet, mittags schließen die meisten Stände.
Was kostet eine Bootstour? Kurze Rundfahrten ab rund 2.000 Yen, längere Touren etwa 5.000 Yen.
Lohnt sich Goryokaku? Ja, besonders zur Kirschblüte. Den Aussichtsturm brauchst du, um die Sternform zu sehen.
Wie komme ich am besten herum? Mit der Straßenbahn und dem Tagesticket, in der flachen Innenstadt auch gut mit dem Rad.
Welche Ramen sind typisch? Shio-Ramen mit klarer Brühe, Hakodate gilt als deren Heimat.
Fazit zum zweiten Tag
Der erste Tag in Hakodate gehört den großen Bildern, dem Berg, den Kirchen, dem Hafen. Der zweite gehört dem Alltag: eine Schüssel Reis mit Fisch um sieben Uhr morgens, eine Stunde auf dem Wasser und am Abend eine Runde durch Straßen, in denen niemand fotografiert. Genau diese Mischung macht die Stadt aus, und deshalb lohnt sich der zweite Tag mindestens so sehr wie der erste.
Japan für zu Hause
Produkte direkt aus Hakodate führen wir nicht, dafür vieles andere aus Japan: In unserem Shiga Food Onlineshop findest du japanische Süßigkeiten, Matcha und Grüntee und Snacks, direkt aus Japan importiert.
Weitere Ziele auf Hokkaidō
Entdecke weitere Reisetipps und Orte auf Hokkaidō:
